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Wahr­lich Unglaub­li­ches spielte sich dann ab der 118. Minute ab. Fürth-Trainer Mike Büs­kens wech­selte tat­säch­lich seine Tor­hüter und als der 1,98-Meter-Hüne Fejzic auf das Feld lief, wusste Posch­mann zu berichten: Das ist ein Zei­chen in Rich­tung Elf­me­ter­schießen. Er ist der Längste in der Mann­schaft. Man sagt, er sei auch ein guter Tor­schütze. Aber er wird wahr­schein­lich auch ein guter Mann auf der Linie sein.“ Denkbar, denkt man sich da. Vor­aus­ge­setzt man hat das Denken nicht sowieso schon längst ein­ge­stellt.

Allein das ZDF blendet diese Vor­komm­nisse kom­plett aus. In den anschlie­ßenden Fiel­din­ter­views wird da lieber Mike Büs­kens gefragt, ob der ein­ge­wech­selte Tor­wart viel­leicht noch nicht warm gewesen sei. Gerald Asa­moah, dem fast schon Fünf­mark­stück große Tränen aus den Augen kul­lern, soll erklären, was der Mann­schaft gefehlt hat. Er kon­tert auf die erdenk­lich beste Weise: Was ist denn das bitte für eine Frage?“ In diesem Momenten zeigt sich, dass das ZDF irgendwie in den Neun­zi­gern stehen geblieben ist. Und der ganze Über­tra­gungs­tross scheint nicht fle­xibel genug, um auf unvor­her­ge­se­hene und emo­tional-hoch­ex­plo­sive Situa­tionen pas­send reagieren zu können. Hier wird Dienst nach Vor­schrift gemacht, hier sind die Hobbys des Lini­en­rich­ters wich­tiger, als das, was den Fuß­ball auch vor der hei­mi­schen Glotze trägt: Emo­tionen.

Kurz nach Spiel­schluss sagt Gerald Asa­moah in einem Inter­view über die Aktion von Kevin Groß­kreutz, dass der es nicht wert sei, über ihn zu reden.“ Diesen Satz kann der ZDF-Zuschauer aller­dings nicht sehen. Er sagt es dem Bezahl­sender Sky. Im Öffent­lich-Recht­li­chen rollt längst die Pro­gramm­ma­schine weiter. Schließ­lich trifft sich bei Markus Lanz eine echte Exper­ten­runde zum Thema Fuß­ball. Auch der wan­delnde Lip­pen­stift Daniela Kat­zen­berger ist ein­ge­laden. Ob Wolf-Dieter Posch­mann auch ihre Bio­gra­phie kennt, ist nicht bekannt.