Bern­hard Küchler, was macht gerade den Klub aus der Kölner Süd­stadt so inter­es­sant?
Der Ursprung der Idee liegt im Früh­ling 2014. Als Sport­jour­na­list aus Köln habe ich die Dritt­liga-Rele­ga­ti­ons­spiele der For­tuna gegen Bayern II begleitet. Das Schlüs­sel­er­lebnis war die enge Kiste aus dem Rück­spiel, als wir mit dem Last-Minute-Aus­gleich in Unter­zahl den Auf­stieg feiern durften. Die For­tuna ist ein Verein mit einer großen His­torie, war 26 Jahre lang unun­ter­bro­chen in der zweiten Bun­des­liga und kehrte nun nach einer harten Zeit zurück in den Pro­fi­fuß­ball. Gleich­zeitig ist es ein Verein zum Anfassen, anders als andere Pro­fi­klubs.

Für Sie also genau die rich­tige Geschichte?
Genau. Mein Freund Valentin Scholz ist frei­schaf­fender Fil­me­ma­cher und erzählte mir, dass er gerne einen Film mit sport­li­chem Bezug drehen würde. Zusammen kamen wir schnell auf die For­tuna 2014/15, die erste Saison zurück im Pro­fi­ge­schäft. Ein tolles Motiv.



Wie reagierte man beim Verein auf die Idee?

Erst begeg­nete man uns mit Skepsis und Fra­ge­zei­chen in den Augen: Wieso will jemand einen Film über die For­tuna machen? Was ist an uns denn inter­es­sant?“ Sym­pto­ma­tisch war, dass uns Geschäfts­führer Michael Schwetje fragte, wie viele Kopien wir denn glauben von so einem Film ver­kaufen zu können… 10? 20? Als wir ihm klar­machten, dass es nicht um Ver­kaufs­zahlen geht, son­dern darum, eine Geschichte über einen Tra­di­ti­ons­verein zu erzählen, wurden uns aber alle Türen geöffnet.

Was wollen Sie über die For­tuna erzählen?
Der Film soll Leib, Seele und Geist des Ver­eins zeigen, ist also in gewissem Sinne eine Iden­ti­täts­studie. Was macht den Klub aus? Um diese Frage zu beant­worten, arbeiten wir mit unter­schied­li­chen Per­spek­tiven: Wie funk­tio­niert der Lizenz­spie­ler­be­reich? Was sagen Jour­na­listen und Experten? Und natür­lich: Wie sieht es bei den Fans aus, was zieht die jedes Wochen­ende ins Sta­dion? Die For­tuna-Fans sind nicht beson­ders zahl­reich, aber dafür um so treuer. Viele haben von der guten alten Zeit über den Nie­der­gang bis heute alles mit­ge­macht. All das wollten wir abbilden.