Sagen wir es doch wie es ist: das Fuß­ball-Jahr 2016 war beschissen. Zumin­dest aus rein sport­li­cher Sicht. Die Euro­pa­meis­ter­schaft mit ihren 24 Teil­neh­mern war auf­ge­blasen und so belanglos, das es schon einige Sekunden braucht, bis man sich daran erin­nert, wer über­haupt den Titel gewonnen hat (für alle Faul­tiere: Por­tugal). Die Bayern wurden mal wieder mit großem Abstand Meister, in Spa­nien lie­ferten sich Messi und Ronaldo ein Ele­fan­ten­rennen, das irgendwie auch schon an Reiz ver­loren hat, ledig­lich in Eng­land freuten wir uns über das Wunder von Lei­cester, waren dann aller­dings ange­wi­dert von der gigan­ti­schen Ver­schwen­dung der vielen TV-Mil­lionen.

Gar nicht mal so dumm vom bis­lang nicht als son­der­lich intel­li­gent bekanntem Welt­ver­band Fifa, aus­ge­rechnet in dem Jahr, in dem alle gemerkt haben, dass es so nicht wei­ter­geht“ (Zeit Online), erst­mals einen Fan-Award“ aus­zu­loben. Denn es waren die Fans, die für die High­lights im Fuß­ball-Jahr 2016 sorgten. Drei Nomi­nierte stehen zur Wahl, wenn die Fifa am heu­tigen Montag ver­su­chen wird mit ihrer The Best FIFA Foot­ball Awards“-Ver­an­stal­tung das deso­late Image auf­zu­po­lieren. Von der Preis­ver­lei­hung darf man halten, was man will, aber ohne Zweifel haben es alle nomi­nierten Fang­grup­pie­rungen ver­dient, für ihre Aktionen aus­ge­zeichnet zu werden.

ADO Den Haag
Feye­noord Rot­terdam – ADO Den Haag 3:1 (Ere­di­vise), 11. Sep­tember 2016
Es gibt viele Dinge, die man von einem Ober­rang in den Unter­rang werfen kann. Halb­volle Bier­be­cher. Mit Urin gefüllte Was­ser­bal­lons. Mopeds. Alles schon pas­siert. Umso herz­er­wär­mender, was sich die Anhänger von ADO Den Haag aus­dachten, als sie im Sep­tember 2016 zum Aus­wärts­spiel bei Feye­noord antraten. Eine Fan-Ini­ta­tive hatte erfahren, das eben bei dieser Partie im Rang unter dem Aus­wärts­block Kinder aus einem Rot­ter­damer Kran­ken­haus unter­ge­bracht werden sollten und rief die eigenen Leute dazu auf, Kuschel­tiere mit ins Sta­dion zu bringen. Auf ein Zei­chen hin schleu­derten die Aus­wärts­fahrer die Plüsch-Wurf­ge­schosse in den Unter­rang, die Bilder zeigen einen wahren Kuschel­tier­regen, der sich über den Kin­dern und ihren Eltern ergoss. Der hart gesot­tene Anhang von Feye­noord gou­tierte die Gast­ge­schenke mit don­nerndem Applaus. So ent­stehen Fang­freund­schaften für die Ewig­keit. Oder zumin­dest Momente, die einen wieder an das Gute im Men­schen glauben lassen.