Warum wurde Beiersdorfer beim HSV entlassen?

Kein Platz mehr in der Boyband

Aber es sind nicht nur die enorm hohen Transferausgaben, die seine Kritiker bis zuletzt monierten. Auch die Verträge ließen sie oft schwindelig werden. Ein Spieler wie Pierre-Michel Lasogga soll etwa drei Millionen Euro im Jahr verdienen, doppelt so viel wie Alex Meier bei Eintracht Frankfurt.

Zudem trat Beiersdorfer an, um beim HSV einen Schuldenberg von über 90 Millionen abzubauen - was ihm auch nicht gelang. Im Gegenteil: Die Schulden drücken immer noch, viele Verbindlichkeiten wurden nur nach hinten geschoben. Womit der HSV weiterhin mehr denn je in einer Abhängigkeit von Gönner Klaus-Michael Kühne steht.

Wusste Beiersdorfer schon seit einer Woche Bescheid?
 
Diese zweite Ära, die eigentlich keine war, musste zu Ende gehen. Auch wenn es ein unwürdiges Ende war. Man wünschte sich, Beiersdorfer hätte sich am Ende noch mal erklärt, über Probleme und konkret über Fehler gesprochen. Aber das ist und war nie seine Art. Ausführliche Interviews gab er zuletzt selten, und wenn er sich doch mal äußerte, dann auf der vereinseigenen Homepage. Das dpa-Interview soll per E-Mail erfolgt sein.

Sicher, es ist nicht die Aufgabe von Fußball-Managern oder Funktionären, beliebt zu sein. Aber sie sollen ihrem Verein ein Gesicht geben. Vorangehen. Klare Ansagen machen. Beiersdorfers Sätze wirkten am Ende immer fader und fragiler. Manchmal, während er die Kommata oder Nebensätze gedanklich ordnete, hörte es sich an, als spreche er nach innen. Nicht das Beste, wenn man seinen Klub nach außen präsentieren soll.
 
Angeblich, so sagte Calmund, hätte Beiersdorfer schon vor dem Spiel gegen Darmstadt vor einer Woche gewusst, dass er entlassen wird. Wenn man mit diesem Wissen das Bild von Schwensen anschaut, wirkt es wie ein Abschiedsfoto. Schwensen, Gisdol, die beiden Co-Trainer – es geht weiter mit dem HSV. Daneben Didi, der nur gequält lächelt und ein bisschen abseits steht. In der Boyband ist kein Platz mehr für ihn.