Warum Sanktionen gegen Sebastian Rode lächerlich sind

Warum der BVB sein Problem selbst schaffte

Eine Situation, für die die Vereinsführung von Borussia Dortmund übrigens ganz allein verantwortlich ist. Im Winter wurde Peter Stöger geholt, danach versäumten es Watzke, Michael Zorc und Kumpanen seine Position öffentlich zu verteidigen. Das »Notnagel-Image« verstärkte sich von Woche zu Woche. Die von Stöger zur Schau gestellten Lustlosigkeit, die im »Das ist auch gut so«-Interview gipfelte und später durch den Trainer (alles nicht so gemeint gewesen) wieder glattgebügelt werden musste, verschlimmerte sich die unangenehme Situation obendrein.

Traurige (Fußball-)Welt

Auch aufgrund der allgemeinen Frustration rund ums Westfalenstadion ist nicht davon auszugehen, dass Stögers Vertrag verlängert wird. Der Verein sucht wohl nach einer Lösung: Lucien Favre, Julian Nagelsmann, Thomas Tuchel - oder spielt Stöger für eine weitere Saison den Notnagel? Wir werden sehen.

Muss Borussia Dortmund als Aktienunternehmen besonders darauf achten, dass Informationen zu Trainerwechseln, Spielertransfers oder Liebeskummer von Platzwärten nicht durch zufällige Interviews ans Licht kommen, sondern durch sogenannte Ad-hoc-Meldungen? Vielleicht.

Doch es ist eine traurige (Fußball-)Welt, in der sich Spieler nicht einmal mehr in ein TV-Studio setzen können, solange sie für alles, was nicht ausgehöhlten Phrasen gleicht, sofort strafzahlen müssen. Am Sonntag sagte Rode nur, welchen Eindruck er und seine Mannschaft von dieser Posse hätten. Alles andere wäre eine Lüge gewesen. Sie glauben, dass Peter Stöger am Saisonende geht. Und damit sind sie nicht allein.

Rode war ehrlich

Sebastian Rode war einfach ehrlich. Und das ist, um seinen Trainer zu zitieren, auch gut so. Vielleicht sollte das der Verein akzeptieren. Und statt einer Rechnung für schlechtes Benehmen endlich eine Ad-hoc-Meldung vorbereiten.