Warum Luxemburg 2030 an der WM teilnehmen wird

Fußball de Lux

Für viele zählt die luxemburgische Nationalmannschaft noch zu den Fußballzwergen, dabei ist das mindestens so überholt wie die Kanzler-Hoffnungen von Martin Schulz.

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Wer am 03. September 2017 zur Primetime die ARD einschaltete, hörte nur bekannte Phrasen und sich neutralisierende Politiker. Das einzige TV-Duell vor der Bundestagswahl zwischen Angela Merkel und Martin Schulz bot kaum neue Erkenntnisse. Interessanter wurde es, wenn man sich am selben Abend die Länderspiele anschaute. Denn da gab es einen Wendepunkt zu bestaunen. Die luxemburgische Nationalmannschaft sollte spätestens seit diesem Tag für viele nicht mehr als Fußballzwerg angesehen werden.

»Nothing Toulouse«, titelte die luxemburgische Zeitung »Tageblatt«, bevor die roten Löwen am 8. Spieltag der WM-Qualifikation nach Frankreich reisten. »Les Bleus« waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht qualifiziert, weswegen Didier Deschamps die Crème de la Crème des französischen Fußballs aufbietet: Antoine Griezmann, Kylian Mbappé, Paul Pogba. Auf der Gegenseite: No-Names. Doch das sollte sich ändern.  

Millionen-Truppe gegen No-Names

Auch wenn Didier Deschamps seine Männer im Vorfeld pflichtschuldig warnte, klar war: Luxemburg war der krasse Außenseiter. Zu oft hörte man die Vergleiche der Marktwerte oder die Vergleiche der Einwohnerzahlen. Und während des Spiels? Frankreich dominierte, Luxemburg verteidigte – wie hätte es auch anders kommen können. Einbahnstraße würde der Verkehrsteilnehmer sagen, doch zum Halbzeitpfiff stand Frankreich im Stau. 0:0. Mit jeder weiteren Minute, in der die Franzosen wieder an einem Bein der Luxemburger hängen blieben, an der Latte scheiterten oder an sich selbst, wurden die Blauen sichtlich nervöser. Bis sie in der 78. Minute für nationales Herzflackern sorgten. Luxemburg spielte den ersten Konter aus, Gerson Rodrigues, der zu diesem Zeitpunkt noch in der zweiten niederländischen Liga spielte, ließ Laurent Koscielny stehen und schob den Ball an Hugo Lloris vorbei. Pfosten. 


Am Ende steht es 0:0, Luxemburg feierte die größte Sensation seiner jüngeren Fußballgeschichte. Nur zehn Monate später standen sieben der Spieler, die auch gegen Luxemburg debütierten, in der Startelf des WM-Finals und krönten sich zum Weltmeister. Wie weit ist Luxemburg also noch von einer Teilnahme an einer internationalen Endrunde entfernt?

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