Mirco Robus, am Montag endete eine Aus­stel­lung zum Leben von Bert Traut­mann im Ver­eins­heim von Lipsia Leipzig. Konnte die wegen der Pan­demie über­haupt jemand besu­chen?
Die gute Nach­richt ist, dass wir die Aus­stel­lung ver­län­gern. Sie wird bis zum 27. Mai gezeigt und danach haben wir direkt einen Anschluss­termin in Bran­den­burg. Aber es stimmt natür­lich, dass uns die Not­bremse einen Strich durch die Rech­nung gemacht hat. Das städ­ti­sche Gesund­heitsamt hatte das Hygie­nekon­zept des SV Lipsia 1893 geneh­migt, und wir haben die Aus­stel­lung in Leipzig auch mit der Schirm­herrin Anna Seidel Mitte April pro­vi­so­risch eröffnen können. Aber am Tag danach griff die Not­bremse, des­wegen kam nie­mand mehr rein, soweit ich weiß.

Warum ist Anna Seidel, eine Short­tra­ckerin, die Schirm­herrin für eine Aus­stel­lung über einen Fuß­baller?
Wir wollten einen Bogen spannen, und zwar nicht nur zwi­schen Nationen – wofür ja die Person Traut­mann steht –, son­dern auch zwi­schen Sport­arten. Her­mann Winkler, der Prä­si­dent des Nord­ost­deut­schen und Säch­si­schen Fuß­ball­ver­bandes, war auch bei der pro­vi­so­ri­schen Eröff­nung. Er hat noch mal betont, dass man die Auf­merk­sam­keit, die der Fuß­ball ganz auto­ma­tisch bekommt, nutzen muss, um andere Sport­arten und andere Sportler zu unter­stützen. Anna setzt sich für Auf­merk­sam­keit für ihre Sportart ein. Außerdem ist sie Sächsin und hat des­wegen einen Bezug zu einer Aus­stel­lung in Leipzig.

Ein Platz für Traut­mann

Gibt es denn auch eine Ver­bin­dung zwi­schen Traut­mann und Leipzig?
In gewisser Weise schon, denn Traut­mann steht ja auch für die Ver­söh­nung zwi­schen Eng­land und Deutsch­land. Und Lipsia Leipzig, der älteste Fuß­ball­verein in Sachsen, hatte 2018 zu seinem 125. Geburtstag den ältesten Fuß­ball­verein der Welt ein­ge­laden, den FC Shef­field. Bei dem ist übri­gens die Mode­ra­torin Dr. Kristin Lenk Ehren­mit­glied. Da schließt sich der Kreis wieder, denn ich mode­riere zusammen mit Kristin die Gesprächs­reihe Talk im Thü­ringer Wald“. Dadurch kamen wir in Kon­takt mit Ekke­hard Lentz.

Das ist einer der beiden Väter der Aus­stel­lung.
Richtig, Ekke­hard Lentz und Wolf­gang Zim­merman von Traut­manns Stamm­verein TuRa Bremen haben die Aus­stel­lung kon­zi­piert, um den Sohn der Stadt zu ehren. Schon 2014 hatten die beiden erreicht, dass der Platz vor dem Ver­eins­heim im Bremer Stadt­teil Grö­pe­lingen nach Traut­mann benannt wird. Ihre Aus­stel­lung wurde schließ­lich im März 2019 eröffnet, als auch gerade der Spiel­film in die Kinos kam.