Warum die Fußballwelt nach New York blickt

Showdown in Brooklyn

Beim Korruptionsprozess in New York geht es um die Zukunft der Fifa - und vielleicht auch um die WM in Katar. Ein argentinischer Funktionär packt aus und berichtet aus einer Welt von Korruption und Geldwäsche.

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Italien wird es vielleicht doch noch zur WM schaffen. Wie übrigens auch die lieben Freunde aus Holland oder Kamerun, die USA und Chile, immerhin die amtierenden Kontinentalmeister aus Afrika, Nord- und Südamerika. Allesamt haben sie die Qualifikation für Russland 2018 bekanntlich nicht allzu erfolgreich absolviert. Der US-Verband denkt jedenfalls daran, im kommenden Sommer eine Weltmeisterschaft der Enttäuschten auszurichten. Das Magazin »USA Today« hat dafür schon mal den Namen NIT-Cup kreiert, wobei das Kürzel für »Not In Tournament« steht.

Der Laden fliegt um die Ohren

Vielleicht wird aus dem improvisierten Spaß bald Ernst, dann aber mit größerer und noch prominenterer Beteiligung. Nicht im Sommer 2018, aber viereinhalb Jahre später, wenn die Fifa eigentlich ihre Winter-Weltmeisterschaft in Katar ausrichten will. Es ist nur so, dass dem Weltverband gerade der eigene Laden um die Ohren fliegt. Dass Katar die WM gekauft hat, ist ein offenes Geheimnis. Im Dezember 2010 setzte sich Katar im vierten Wahlgang mit 14:8 Stimmen gegen die USA durch, warum wohl? In der Wüste am Persischen Golf gibt es keine Fußball-Tradition, keine Fans, wahrscheinlich nicht mal einen Ball. Es gibt nur Sand und Geld, beides reichlich, und man darf wohl davon ausgehen, dass der Sand die Fifa-Exekutive nicht besonders interessiert hat.

Lange Zeit funktionierte das Kartell des Schweigens. Aus dem inneren Zirkel der Fußball-Weltregierung drang kein Wort über das einträgliche Geschäft der Korruption nach außen. Das aber ändert sich gerade. In New York arbeitet seit dieser Woche ein US-Bundesgericht den Skandal um die Fifa auf. Die Verhandlung begann kurioserweise, als die Qualifikationsrunde für die WM 2018 in Russland zu Ende ging.

In fünf Jahren kann einiges passieren

Auch die Vergabe dieses Turniers steht im Ruch der Bestechung. Dass die russische Bewerbung eine unzulängliche war, verbunden mit unsinnigen Stadionneubauten und unsäglichen Reisestrapazen für Spieler und Fans, das hatte sogar die Fifa erkannt, oder vielmehr ihre Technische Kommission, die das Gesuch aus dem Hause Putin unter vier europäischen Kandidaten auf Rang vier platziert hatte. Jetzt aber sind die Stadien alle fertig und die Teilnehmer stehen fest. Niemand fordert ernsthaft, dass Russland die Weltmeisterschaft entzogen werden soll, nicht mal aus politischen Gründen. Bis zur WM in Katar aber sind es noch fünf Jahre, und da kann einiges passieren.