Seite 2: „Ich würde es wieder so machen“

Sechs Spiele machte Glad­bachs erster Aus­tra­lier letzten Endes nur, in keinem stand er länger als eine Halb­zeit auf dem Platz, ein Tor oder zumin­dest eine Vor­lage gelang ihm nicht. Trotzdem oder gerade des­wegen ist Mori unter Glad­bach­fans bis heute eine Legende, oder zumin­dest eine nette Anek­dote. Aber der Mann war, auch wenn er das in Glad­bach nicht zeigen konnte, ein echter Top-Stürmer, der auf eine illustre Kar­riere zurück­bli­cken kann.

Als er 1997 zurück zu Ade­laide City Force nach Aus­tra­lien ging, wurde er direkt erneut Tor­schüt­zen­könig, ins­ge­samt kommt er auf fünf Tor­jä­ger­ka­nonen und ist mit satten 227 Tref­fern Rekord­tor­schütze der National Soccer League. Als 20-Jäh­riger trai­nierte er bei South Mel­bourne FC unter Ferenc Puskas, nahm an den Olym­pi­schen Spielen in Bar­ce­lona teil und war jah­re­lang Rekord­tor­schütze der Natio­nalelf. Über seine Zeit in Glad­bach sagte er 2013 rück­bli­ckend: Manchmal soll es ein­fach nicht sein. Aber ich würde es wieder so machen. Meine Kinder sind in Deutsch­land geboren, und ich habe viele groß­ar­tige Men­schen dort ken­nen­ge­lernt.“

Seine typisch aus­tra­li­sche Läs­sig­keit hat er sich übri­gens über das Kar­rie­re­ende hinaus behalten. Als er 2013 von Tim Cahill als Rekord­tor­schütze der Natio­nalelf über­trumpft wurde, drehte er für die aus­tra­li­sche Fuß­ball­sen­dung B‑League einen kurzen Clip. Darin sieht man ihn erst flu­chend vor dem Fern­seher, anschlie­ßend bei einem ver­zwei­felten Tele­fonat mit dem Natio­nal­trainer. Mori fragt fle­hend, ob er nicht – mitt­ler­weile 42 Jahre alt und seit sechs Jahren kein Profi mehr – doch noch ein paar Mal für die Natio­nalelf nomi­niert werden könne, damit er sich den Rekord wieder zurück­holen kann. Nicht gegen starke Gegner. Aber viel­leicht gegen Papua-Neu­guinea? Oder die Cook­in­seln? Nein?“