Seite 2: „Sigthorsson ehrenhalber“

Zlatko Junu­zovic
Kon­ge­nialer Kom­pa­gnon Bar­tels‘: Zlatko Junu­zovic. Dreht in der Rück­runde trotz aller Werder-Sorgen auf, wie eine Spieluhr, betrieben von einem Hulk mit ADHS. Neun Tor­vor­lagen sind es inzwi­schen. Zum Ver­gleich: In der Hin­runde begnügte sich der öster­rei­chi­sche Fili­gran mit nur zwei Assists. Gegen Wolfs­burg waren es derer drei. Bei drei Werder-Toren. Das nennt man hun­dert­pro­zentig. Oder in Bremen: zlat­ko­siert. Ganz nebenbei ist Junu­zovic ja auch so einer, mit dem wir gern mal ein Bier trinken würden, weil er ein­fach derbe kor­rekt wirkt. Was die Frage auf­wirft: Viel­leicht sind wir ja doch Werder-Fan? Oder wir trinken ein­fach gern Bier.

Alfred Finn­bo­gason
Bal­lerte sich mit seinem 1:0‑Siegtreffer gegen den VfB Stutt­gart zum Sig­t­horsson ehren­halber“: Alfred Finn­bo­gason. Augs­burgs Isländer dadurch mit nun­mehr vier Tref­fern in den ver­gan­genen fünf Spielen. Ein flei­ßiger Jäger und Sammler also, der sich vor­rangig von Tor­jubel zu ernähren scheint. Wie ein Panda von Bambus. Apropos. Auf islän­disch heißt Panda Bam­busbjörn“. Auch ein guter Name für einen Preis also, den man Finn­bo­gason ver­leihen könnte. Nur für den Fall, dass der den Sigh­torsson ehren­halber“ nicht annimmt. Und ehe aus ihm wegen man­gelnder Aner­ken­nung noch ein Weg­gehson“ wird.

Mark Uth
Im Rhein-Neckar-Kreis, das wissen ja die wenigsten, herr­schen ab kom­mender Saison neue Regeln. So bildet sich der Kom­pa­rativ von gut“ dem­nächst wie folgt: gut, besser, uth. Wenden wir das gewon­nene Wissen doch gleich einmal an, hier im Tele­kolleg Deutsch für Babos“: Fünf Tore in zehn Spielen unter dem neuen Trainer Julian Nagels­mann ist zwar im Bun­des­liga-Ver­gleich noch nicht uth, kann sich aber wirk­lich sehen lassen.“ Oder im Gespräch: Gegen Hertha war Fabian Schär für mich uth.“ — Schär war schon gut, aber für mich war Mark Uth uth.“ Eigent­lich ganz ein­fach.

Kar­neval
Die Kar­ne­vals-Saison glich in diesem Jahr der von Han­nover 96. Man hatte sich so darauf gefreut, und dann kam alles anders. Terror, Unwetter und umstrit­tener Humor sorgten für schlechte Laune und aus­ge­fal­lene Rosen­mon­tags­züge. Holen wir nach, dachten sich offenbar Mainz 05 und der 1.FC Köln und stellten ein Spiel in den späten Sonntag, bei dem es mehr Tor­chancen reg­nete denn Kamelle beim Ber­liner Fasching. Und bei dem Alaaf“ über Helau“ gewann und das Kölner Drei­ge­stirn aus Marcel Risse, Milos Jojic und Anthony Modeste schlu­ßend­lich die Ober­hand gegen­über dem Mainzer Prin­zen­paar Jhon Cor­doba und Leon Balougn behielt. Wir können mit Kar­neval zwar unge­fähr so viel anfangen, wie Ivan Drago mit einem Tütü. Gehen nächstes Jahr trotz trotzdem – als dieses Spiel.

Adrian Ramos
So richtig warm geworden schienen Adrian Ramos und Dort­mund bisher nie. Dabei ist der Kolum­bianer sogar besser als Robert Lewan­dowski und Pierre-Eme­rick Aub­ameyang. Zumin­dest was die Quote von Minuten pro Tor anbe­langt: Alle 78 Minuten gelingt Ramos in dieser Saison ein Treffer – Liga­best­wert. Und auch gegen Ham­burg gelangen ihm zwei Treffer, die bewiesen, wie kom­plett er eigent­lich ist. Dem wun­der­schönen Schlenzer zum 2:0, der selbst Hockey-Fans einen Schlag­an­fall der Rüh­rung ans Herz brachte, folgte ein Abstauber in bester Müller-Manier zum 3:0. Was aus Dort­mund und Ramos erst wird, wenn sie richtig warm mit­ein­ander werden. Ver­mut­lich #Ech­te­Liebe.