1. Müller ist eine Gla­diole
Bei dem Kran­ken­stand rund um die Säbener Straße sollten alle Fans des FC Bayern Mün­chen wei­terhin froh sein, dass einer noch immer auf dem Platz steht: Thomas Müller. Der Ur-Bayer steuert seine Mann­schaft derart sicher durch jede kleine Krise, dass selbst die Bun­des­re­gie­rung der­zeit über eine Ver­pflich­tung Mül­lers nach­denken sollte. Nach dem Gegentor durch Darm­stadt und unzähl­baren ver­ge­benen Chancen lagen die Nerven bei den Mün­che­nern kurz vor der Halb­zeit­pause blank. Raf­inhas Ell­bo­gen­stoß zu diesem Zeit­punkt war der­maßen rot­würdig, dass spä­tere Dis­kus­sionen im TV-Studio nur als Ver­schwen­dung der Sen­de­zeit ange­sehen werden konnten.

Nach der Pause war es also Müller, der wie so oft den baye­ri­schen Karren aus dem Dreck zog. Der Aus­gleich, das unge­lenke Fall­rück­zie­hertor (mit dem Rücken zum Tor, mehr Fallen als Springen, per Außen­rist. So unge­lenk, dass es eigent­lich nur auf den Bolz­plätzen der Repu­blik von dick­bäu­chigen Kickern in Rad­ler­hosen geschossen werden sollte. Oder wie Müller es selbst beschrieb: Es war schon ein Schö­neres.“ Oder wie wir sagen würden: Es war der Aus­druck des Mül­le­rativ) sowie die Ein­lei­tung zum 3:1 mit anschlie­ßendem Tor­jubel in Müller-Manier strahlten mal wieder aus, wofür Mün­chens Nummer 25 steht: unbe­dingter Sie­ges­wille. So wun­dert es kaum, dass der FC Bayern die letzten 50 Spiele gewann, in denen Müller traf.

Das sollte vor allem Mut für die kom­menden inter­na­tio­nalen Auf­gaben machen, wenn Geduld, starke Nerven und vor allem Sie­ges­wille gefragt sein werden. Und höchst­wahr­schein­lich auch wieder Thomas Müller

2. Bremen ist ein Abstiegs­kan­didat
Kaum schlechter hätte der 22. Spieltag für den SV Werder Bremen ver­laufen können. Beim 0:2 in Ingol­stadt wirkten die Bremer ideenlos und blieben zurecht – abge­sehen von wenigen Stan­dards – fast ohne Tor­chance. Der Mit­kon­kur­rent um den Klas­sen­er­halt aus Ingol­stadt machte es immerhin etwas besser und nutzte zwei der wenigen Chancen – eben­falls zwei ruhende Bälle. Doch abge­sehen von der eigenen Leis­tung dürften die Punk­teaus­beute der übrigen Teams für Sor­gen­falten in Bremen sorgen.

Der FC Ingol­stadt liegt nun neun Punkte vor den Bre­mern und hat mitt­ler­weile ähn­liche Abstiegs­sorgen wie der VfL Wolfs­burg oder 1. FC Köln. Also keine. Ham­burg und Frank­furt teilten sich am Freitag die Punkte. Stutt­gart und Augs­burg sind Siege am Sonntag zuzu­trauen. Von unten rückt die TSG Hof­fen­heim heran. Kurz gesagt: Die Bremer sind der­maßen dick im Abstiegs­kampf, dass jetzt nur noch ein Punk­te­plan der Weight Wat­chers helfen dürfte. 


3. Nur Sandro Wagner kann der­zeit für Welt­frieden sorgen
Zuge­geben, auch wir haben in der Ver­gan­gen­heit daran gezwei­felt, dass Darm­stadts Sandro Wagner noch einmal deut­liche Fuß­spuren in der Liga­ge­schichte hin­ter­lassen würde. Oft­mals wirkten die Bemü­hungen des Angrei­fers so traurig, dass ihm eigent­lich ein Wer­be­ver­trag des Papier­ta­schen­tuch­her­stel­lers Tempo“ zuge­tragen hätte werden müssen.

Man meinte sogar zu erahnen, dass über dem einst hoff­nungs­vollen Talent, seit seinem Sah­ne­auf­ritt im U21-EM-Finale 2009, bei der er die deut­sche Elf per Dop­pel­pack nahezu alleine zum Titel schoss und in dessen Folge nahezu alle seine Team­ka­me­raden (u.a. Neuer, Boateng, Özil, Khe­dira, Hum­mels, Schmelzer) eine große Kar­riere star­teten, ein mys­ti­scher Fluch lag. Doch wie so oft wurden wir eines Bes­seren belehrt. 

Hier gibt es Sandro Wagner mit Inter­view »>

Denn in dieser Saison läuft Wagner der­maßen heiß, dass man im Groß­raum Darm­stadt bereits über­legt, alle Haus­halte auf Fern­wärme aus dem Böl­len­falltor umzu­stellen. Mit seinem Kopf­ball­treffer gegen den FC Bayern machte sich Darm­stadt-Kapitän (!!) Wagner gar euro­pa­weit einen Namen, denn es war schon sein fünfter in dieser Saison. Damit hat in dieser Saison nur ein Spieler in Europa mehr Treffer mit dem Schädel erzielt: der teu­erste Spieler der Welt, Gareth Bale (7).

Wag­ners Ablöse dürfte also über Nacht in den drei­stel­ligen Mil­lio­nen­be­reich abdriften, sein Abgang nach China wird kaum zu stoppen sein. Dabei ist Sandro Wagner der­zeit so stark am Boden und in der Luft, dass die UN dar­über nach­denken sollte, Wagner zu klonen, um ihn als Abschre­ckung im Nahen Osten in Stel­lung zu bringen und somit lang­fristig dem Welt­frieden eine rea­lis­ti­sche Chance zu geben. Doch vorher schießt Sandro Wagner Jogi Löw noch zum EM-Titel.