Was man dem Frau­en­fuß­ball seit jeher nach­sagt, ist eine Affi­nität zu gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaften. Die Szene selbst ging mit dem Thema indes bis­lang eher zurück­hal­tend um, wobei im Vor­feld der Welt­meis­ter­schaft in Deutsch­land eine gewisse Locke­rung zu beob­achten ist.



So gab Natio­nal­tor­hü­terin Nadine Angerer neu­lich bekannt, dass sie bei der Aus­wahl ihrer Sexu­al­partner breit auf­ge­stellt sei („Eine Fest­le­gung ist total albern“), der­weil ihre Stell­ver­tre­terin Ursula Holl durch die in aller Öffent­lich­keit zele­brierte Heirat ihrer Lebens­ge­fährtin Fakten schuf. Äqui­va­lentes Ver­halten bei Män­nern mag mitt­ler­weile in der Politik en vogue sein, im Fuß­ball ist es immer noch schwer vor­stellbar.

Warum auch immer.

Doch auch die Fuß­ball­frauen können nicht überall so leben, wie es ihnen gefällt – und da muss man jetzt gar nicht mit dem Iran oder ähn­lich schweren Geschützen kommen. Diese Erfah­rung musste neu­lich Lisa Howe machen, Fuß­ball­trai­nerin an der Uni­ver­sität Bel­mont in Nash­ville, Ten­nessee. Die Stadt wird nicht umsonst The Buckle of the Bible Belt“ (die Schnalle des ame­ri­ka­ni­schen Bibel­gür­tels) genannt.

In diesem Umfeld hat sich die Trai­nerin Unge­heu­er­li­ches zuschulden kommen lassen: Sie lebt mit einer Frau zusammen, die ein Kind erwartet. Zu viel der Sünde für die christ­lich geprägte Uni, die Frau Howe vor die Tür setzte. Da halfen auch nicht die Pro­teste der Stu­denten, trotz schla­gender Argu­mente wie diesem: Jesus hatte zwei Väter und es hat ihm nicht geschadet!“ Na ja, so ganz heil ist dieser Jesus am Ende auch nicht aus der Nummer her­aus­ge­kommen. Aber das ist eine andere Geschichte.