Ste­phan Paß­lack
WM-Qua­li­fi­ka­tion Deutsch­land – Nord­ir­land 1:1, 9. November 1996

Nor­ma­ler­weise rufen mich Jour­na­listen an, weil ich einer der drei Bun­des­li­ga­spieler bin, die am häu­figsten abge­stiegen sind. Einen Anruf wegen des Län­der­spiels gegen Nord­ir­land hatte ich noch nie.

Da ich ins­ge­samt nur vier Mal das Natio­nal­trikot trug, müsste ich mich eigent­lich gut erin­nern. Aber ein Match gegen Nord­ir­land ist eine Pflicht­auf­gabe.

Wir waren in Nürn­berg der klare Favorit, doch nach Plan lief es nicht: Als Berti Vogts mich in der 62. Minute für Dieter Eilts ein­wech­selte und ins rechte Mit­tel­feld beor­derte, wollte er mehr Druck nach vorn auf­bauen. Die Nord­iren hatten sich hinten rein­ge­stellt, sie gingen robust zu Werke und waren über­ra­schend in Füh­rung gegangen.

Andy Möller hatte zwar aus­ge­gli­chen, aber gegen das eng­ma­schige 4 – 3‑2 – 1‑System taten wir uns schwer. In der Schluss­phase bekam ich noch eine Tor­chance, aber der Ball ging daneben. Die gute Stim­mung im Fran­ken­sta­dion war danach etwas getrübt, aber nach dem Abpfiff ging die Mann­schaft aus­ein­ander, wir reisten zurück zu unseren Klubs und das Unent­schieden war schnell aus den Köpfen.

Michael Preetz
EM-Qua­li­fi­ka­tion Nord­ir­land – Deutsch­land 0:3, 27. März 1999

In der Kabine des Windsor Parks stand die Auf­stel­lung der Nord­iren an der Tafel. Erich Rib­beck hatte alle Posi­tionen mit Rücken­num­mern und Namen ver­sehen: 6/​Morrow, 8/​Lennon, 10/​Hughes …“ Alles Spieler, die mir von Mit­tel­klas­se­ver­einen der Pre­mier League geläufig waren.

Nur die Mit­tel­stürm­er­po­si­tion irri­tierte mich. Statt Nummer und Name war dort geschrieben: Ochs“. Der Bun­des­trainer hatte offenbar eine klare Vor­stel­lung vom Gegner: neun Mann in der Ver­tei­di­gung und vorne ein Bulle, der abstaubt, wenn’s was abzu­stauben gibt. Und so lief es dann auch.

14.200 Zuschauer im zugigen Rund sorgten zwar für gut gelaunte bri­ti­sche Sta­di­on­at­mo­sphäre, aber nach einer Stunde war das Match gelaufen. Mit zwei Frei­stoß­tref­fern und einem Kopf­balltor hatten wir das robuste Abwehr­boll­werk der Nord­iren durch­bro­chen. Ich durfte in der letzten Vier­tel­stunde den zwei­ma­ligen Tor­schützen Marco Bode ersetzen.

Ein Goodie von Team­chef Erich Rib­beck, wie sich nach dem Spiel her­aus­stellen sollte, als der Bun­des­trainer mir umständ­lich zu erklären ver­suchte, dass ich vier Tage später im Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel gegen Finn­land auf der Tri­büne Platz nehmen müsse.

Damals durften pro Begeg­nung nur acht­zehn Akteure aus dem Gesamt­auf­gebot in den Kader berufen werden. Als ich sah, wie schwer sich Sir Erich“ tat, sagte ich: Kein Pro­blem, Trainer, ich bin schon groß, ich kann das ertragen.“ Am nächsten Morgen flogen wir zurück nach Deutsch­land. Außer dem Sta­dion und dem Hotel hatte ich von Bel­fast nichts gesehen.