Der Trainer von Fuß­ball-Bun­des­li­gist VfL Wolfs­burg muss sich am Montag ab 14.00 Uhr bei der Beru­fungs-Ver­hand­lung in der DFB-Zen­trale in Frankfurt/​Main wegen einer Schieds­richter-Belei­di­gung und seiner Ableh­nung der dar­aufhin aus­ge­spro­chenen Strafe ver­ant­worten. Vor dem Gerichts-Termin, der unter der Lei­tung des Bun­des­ge­richts-Vor­sit­zenden Goetz Eilers stehen wird, kann sich Magath der Unter­stüt­zung seiner Kol­legen sicher sein. »Es ist richtig, dass Magath in die Bre­sche geht. Er ist ja auch Vize­prä­si­dent des Bundes Deut­scher Fuß­ball­lehrer, da ist er in einer Vor­rei­ter­rolle. Man muss uns auch mal zuge­stehen, dass bei uns Emo­tionen hoch­ko­chen. Die Soli­da­rität der Trainer mit Magath sollte groß sein«, sagte Han­no­vers Trainer Dieter Hecking der Welt am Sonntag.



Auch Peter Neururer vom Zweit­li­gisten MSV Duis­burg stellt sich hinter Magath, dessen Chancen auf einen Erfolg vor Gericht aller­dings äußerst klein sein dürften. »Ich bin voll auf Felix Seite. Es kann nicht sein, dass diese Willkür wei­ter­geht, mit der beim DFB Strafen gegen uns Trainer ver­hängt werden. Die Ver­hält­nisse stimmen nicht mehr. Man steht vor dem Gericht wie ein Straf­täter«, meinte Neururer.

Die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem DFB und Magath dauert seit November 2008 an. Der Ver­band hatte Magath mit einer Geld­strafe in Höhe von 10.000 Euro belegt, nachdem der Coach Schieds­richter Helmut Flei­scher in der Halb­zeit­pause der Partie der Wölfe gegen den VfB Stutt­gart (4:1) belei­digt hatte (»Herr Flei­scher, Ihre Spiel­lei­tung ist unter aller Sau«) und dar­aufhin vom Referee auf die Tri­büne ver­wiesen worden war. Magath ist nicht bereit, die Strafe zu zahlen und hat gegen die Ent­schei­dung des DFB-Sport­ge­richtes vom 11. Dezember Beru­fung ein­ge­legt.

»Willkür, Skandal«

»Bei der Ver­hand­lung wurde ich zwei Stunden über den grünen Klee gelobt. Ich hätte mir jahr­zehn­te­lang nichts zuschulden kommen lassen. Den­noch blieb die Strafe bestehen. An meinem Rechts­emp­finden aber hat sich nichts geän­dert«, meinte der Coach, der Ende Januar sogar einen von DFB-Vize­prä­si­dent Rainer Koch ange­bo­tenen Frie­den­gipfel abge­lehnt hatte. Koch bedau­erte dar­aufhin die Ent­schei­dung Magaths und übte zudem Kritik am Ex-Natio­nal­spieler. »Er kann nicht in der Halb­zeit­pause mit so einer emo­tio­na­li­sierten Wort­wahl auf den Schieds­richter zugehen«, meinte Straf­richter Koch und betonte: »Dass das Thema jetzt zum Dau­er­thema wird, hat erst ein Inter­view von Magath aus­ge­löst.«

Der Zwist zwi­schen dem Fuß­ball­lehrer und dem DFB hat eine Vor­ge­schichte. Der ehe­ma­lige DFB-Sport­ge­richts­vor­sit­zende Koch hatte bereits am 24. Oktober 2008 einen aus­führ­li­chen Brief geschrieben hatte, in dem er die öffent­li­chen Äuße­rungen von Magath nach einer Sport­ge­richts­ver­hand­lung gegen Ricardo Costa heftig kri­ti­siert. Wolfs­burgs Trainer hatte gesagt: »Es ist Willkür, was dort beim DFB betrieben wird. Das, was da gemacht wird, ist ein Skandal«. Koch wies in seinem Schreiben darauf hin, dass allein schon diese öffent­li­chen Äuße­rungen nach Para­graph 30 der DFB-Aus­bil­dungs­ord­nung für ein Ver­fahren gegen den Fuß­ball­lehrer gereicht hätte. Wört­lich: »Diese von Ihnen bis­lang nicht zurück­ge­nom­menen oder rela­ti­vierten Äuße­rungen stellen, so sie denn wirk­lich von Ihnen so gemacht worden sind, keine sach­liche Kritik am Urteil des DFB-Sport­ge­richts, son­dern eine inak­zep­table Belei­di­gung der Rechts­or­gane des DFB dar.«