Seite 3: Der nächste Schritt lässt auf sich warten

Ante Ćorić, 19 Jahre

Ante Ćorić wech­selte, trotz Inter­esse von großen Ver­einen wie Ajax und Bar­ce­lona, mit 12 Jahren in die Aka­demie von Red Bull Salz­burg um jedoch im Sommer 2013 mit 16 Jahren wieder nach Kroa­tien zurück­zu­kehren – dieses Mal zu Dinamo Zagreb, seine Heimat ver­ließ er 2009 von NK Zagreb. In dieser Saison fei­erte der krea­tive Offen­spieler auch zwei Tage nach seinem 17. Geburtstag sein Pro­fi­debüt gegen RNK Split, fünf wei­tere Ein­sätze folgten. In der Fol­ge­saison wuchs er immer mehr ins Team und konnte sich einen Stamm­platz beim kroa­ti­schen Seri­en­meister erspielen.

Auch in der Saison 2015/16 ging es so weiter: 28 Ein­sätze in der Liga, Meis­ter­titel und Ante spielte in der Cham­pions League gegen Arsenal, Bayern Mün­chen und Olym­piakos. In den Vor­be­rei­tungs­spielen zur EM debü­tierte er auch im Natio­nal­team und schaffte es in den Kader von Cacic, für Ein­satz­mi­nuten in Frank­reich reichte es aber leider nicht. Diese Saison läuft bei Dinamo alles drunter und drüber: es ist bereits der dritte Trainer im Amt und man könnte das erste Mal seit 2004/05 den Meis­ter­titel ver­passen (sechs Punkte Rück­stand auf HNK Rijeka).

Ćorić ist mit 19 Jahren Leis­tungs­träger, aber der nächste Schritt lässt irgendwie auf sich warten. Nun muss man erwähnen, dass Luka Modric zum Bei­spiel erst mit 22 Jahren seine Heimat ver­lassen hat, aber ein gut über­legter Wechsel im Sommer wäre womög­lich kein Fehler. Ćorić ist tech­nisch hoch­gradig talen­tiert und spielt auch sehr intel­li­gent. Er weiß wo seine Mit- und Gegen­spieler sind und trifft dadurch sehr oft die rich­tige Ent­schei­dung. Ecken mit dem linken Fuß wie bei Santi Cazorla sieht man von ihm zwar nicht, aber er kann auch seinen an sich schwä­cheren Fuß sehr natür­lich ein­setzen. Zwi­schen den Linien bewegt er sich gut und dadurch, dass er eigent­lich jeden Pass im Reper­toire hat, ist er auch sehr kreativ.

Seine besten Aktionen starten oft im linken Halb­raum, aus dem er gern prä­zise und druck­haft dia­gonal andrib­belt. Einige Schwä­chen sieht man im Spiel gegen den Ball: auch wenn er sich intel­li­gent bewegt im Moment des Ball­ver­lusts und Pass­räume ver­sperrt, fehlt da teil­weise die Inten­sität bezie­hungs­weise auch die Bereit­schaft“ mehr Raum zu über­brü­cken oder rück­wärts zu pressen. Der 19-jäh­rige Kroate ist zwei­fellos ein Spieler für eine Mann­schaft mit Ball­be­sitz­fokus – ob er da für seine Ent­wick­lung die rich­tige findet bezie­hungs­weise gefunden wird, wird maß­geb­lich über seine Kar­riere ent­scheiden.