Das ist neu: Die Cham­pions League. Glad­bachs Pre­miere in der Königs­klasse ist in vie­lerlei Hin­sicht erfri­schend. Einer­seits freuen wir uns auf den Per­fek­tio­nisten Favre, der sich end­lich mit den ganz Großen seiner Zunft messen darf und sicher einige Male seine Freude am Gegner haben wird. Zum anderen liest sich Glad­bachs Auf­steige vom Fast-Absteiger zum Cham­pions-League-Klub wie das letzte große Mär­chen aller Fuß­ball­ro­man­tiker. (Ja, okay, es gibt noch Darm­stadt 98, aber die sollen sich erstmal für die Cham­pions League qua­li­fi­zieren) Und dann sind da ja noch die Glad­bach­fans, die bereits in der Europa League ganz Europa in Ver­zü­ckung ver­setzt haben und nun in der Königs­klasse ihre Duft­marke setzen können. Wir freuen uns auf Wahn­sinns­stim­mung im Borussia-Park, kuriose Aktionen der Glad­bach-Anhänger auf Euro­pa­reisen und die glän­zenden Augen von Lucien Favre. 

Das fehlt irgendwie: Chris­toph Kramer. Der wohl erfri­schendste Spie­lertyp der Liga murrte vor gar nicht allzu langer Zeit über den modernen Skla­ven­handel im Fuß­ball, weil er gezwungen war, zu Bayer Lever­kusen zurück­zu­kehren, obwohl er so gerne weiter am Glad­ba­cher Fuß­ball­mär­chen mit­ge­wirkt hätte. Nun ist er weg und hin­ter­lässt im Glad­ba­cher Mit­tel­feld eine Lücke. Nicht nur sport­lich, son­dern auch cha­rak­ter­lich. Ob der selbst­be­wusste Granit Xhaka diese Lücke ganz alleine schließen kann, wird eine der span­nendsten Frage zum Sai­son­start werden.

Auf­reger der Som­mer­pause: Max Eberl und der FC Schalke. Dass Max Eberls Anteil am Glad­ba­cher Erfolg nicht unwe­sent­lich ist, dürfte sich mitt­ler­weile her­um­ge­spro­chen haben. Dass Eberl des­wegen von anderen Klubs umgarnt wird, ist wenig über­ra­schend. Dass der FC Schalke aber offenbar hinter dem Rücken seines eigenen Mana­gers Horst Heldt mit Eberl flir­tete, wirft nicht das beste Licht auf die Königs­blauen. Eberl lehnte das Angebot der Schalker – wel­ches offenbar einer finan­zi­ellen Bedro­hung gleichkam – freund­lich ab und beob­achtet die Ver­suche der königs­blauen Kon­kur­renz lieber weiter in Ruhe aus der Ferne. Dazu kann man ihm wahr­schein­lich nur gra­tu­lieren.

Die Saison der Borussia wird in Liga und Euro­pa­pokal ein zähes Ringen um die ganz dicken Happen – umringt von gie­rigen Piranhas. Bleibt zu hoffen, dass die Borussia in dem Gewühl die Ruhe und Nüch­tern­heit behält, die sie in den ver­gan­genen Jahren aus­ge­zeichnet hat. 

Das 11FREUNDE Orakel:
In Glad­bach kennt man bereits die Dop­pel­be­las­tung aus Liga und Euro­pa­pokal und hat sich durch cle­vere Trans­fers (Stindl, Drmic, Chris­tensen, Elvedi) in der Breite ver­stärkt. Den­noch hat auch zuletzt schwä­chelnde Kon­kur­renz aus Dort­mund, Gel­sen­kir­chen und Lever­kusen seine Haus­auf­gaben gemacht und wird das Rennen um die drei Plätze hinter dem FC Bayern ver­schärfen. Für Glad­bach bleibt da am Ende nur Platz 5 – aber immerhin das Errei­chen der K.O.-Runde in der Cham­pions League.