Seite 2: Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum

Und all diese Ent­rüs­tung wäre nach­voll­ziehbar. Denn natür­lich ist es eine Frech­heit, dass ein junger Mann, der vor grade mal 12 Monaten einen Fünf­jah­res­ver­trag unter­schrieben hat, plötz­lich die Arbeit ver­wei­gert. Dass er sich ver­hält wie ein bockiges Kind, das sich krei­schend auf dem Boden wälzt, um den gestressten Papa an der Super­markt­kasse unter Druck zu setzen. Und dass der Verein diesem Druck – natür­lich ent­spre­chend hono­riert – auf lange Sicht nach­geben muss und wird.

Aber, und an dieser Stelle wird ein etwas däm­li­cher Spruch wichtig: Mal ist man der Hund, mal ist man der Baum. Und als der BVB der Hund war, im Sommer 2013, da war es den Fans und Ver­ant­wort­li­chen relativ egal, Donezk mit Hilfe von Mkhi­ta­ryan-Berater Raiola so richtig ans Bein zu pin­keln. Nervig ist nur die Rolle als Baum. Die der BVB im Übrigen ja bes­tens kennt.

So läuft das Geschäft

Vor knapp einem Jahr, Mkhi­ta­ryan war sport­lich end­lich explo­diert und hatte ein phä­no­me­nales Jahr hinter sich, gab es ordent­lich Stunk. Denn der Arme­nier wollte unbe­dingt weg vom BVB und zu Man­chester United wech­seln. Wes­wegen er über seinen Berater Zoff anzet­telte. Dem Star schlug danach von Seiten der Fans eine ähn­liche Welle der Abnei­gung ent­gegen wie jetzt Dem­belé. Der, und jetzt wird die Sache erst richtig rund, vor zwei Jahren bei seinem Ex-Klub Rennes schon durch eine ähn­liche Aktion auf­fiel wie jetzt in Dort­mund.

Damals war ein Wechsel nach Salz­burg zwar schon geplatzt, dar­aufhin drohte er dem Klub dann aber auch gleich mit dem Kar­rie­re­ende. Er wolle sich in den Senegal absetzen, der Verein, also Rennes, kotze ihn an. So wie ihn jetzt Dort­mund ankotzt. Was, und das ist der sprin­gende Punkt, dort nie­manden über­ra­schen dürfte. So läuft im Jahr 2017 nun mal das Geschäft. Und der BVB ist ent­gegen der eigenen Wahr­neh­mung ein­fach nur ein Teil davon.