Seite 2: Suchte Funkel den Streit?

Doch nach der desas­trösen Pres­se­kon­fe­renz machte der Klub eine Kehrt­wende und pro­pa­gierte bereits am Sams­tag­morgen, dass man sich noch einmal zusam­men­setzen wolle. Schäfer steht als Buh­mann dar. Im wahrsten Sinne. 

Als sich die Pro­fi­ab­tei­lung bei der all­jähr­li­chen Kar­ne­vals­sit­zung prä­sen­tierte – als hätte die aktu­elle Situa­tion nicht genug Anlass geboten, um von einem Kar­ne­vals­verein zu spre­chen – wurde Robert Schäfer laut­hals ange­zählt. Die Regie drehte, so wirkte es, bei seinem Einzug in den Saal absicht­lich die Musik etwas lauter. Beim Telekom Cup erschienen zwar nur wenige Fans mit Funkel-Maske, Schäfer suchte auf dem Platz trotzdem demons­trativ den Kör­per­kon­takt zum Trainer.

Die For­tuna war über­rascht

In einem Inter­view mit der Rhei­ni­schen Post am Mon­tag­morgen ver­tei­digte sich der in Ungnade gefal­lene: Ich ver­stehe den Ärger. Aber ich habe für For­tuna Düs­sel­dorf auch ziem­lich viel erreicht. Es ist nicht fair, dass alles jetzt ein­fach so zur Seite zu schieben.“ Und er sagte auch: Der Moment hat uns in gewisser Weise über­rollt. Wir haben alle gemerkt, dass da etwas aus dem Ruder gelaufen ist.“

Es scheint, als hätte die For­tuna nicht damit gerechnet, dass sich der immer­treue Funkel erheben und vor ver­sam­melter Runde seine Sicht der Dinge auf­zählen würde. Ach wissen Sie, ich will keinen Streit. Und ich glaube, dass diese Hal­tung auch ein Grund ist, warum ich fast immer gleich einen Anschlussjob gefunden habe“, hatte Funkel im Inter­view vor einem Jahr gesagt. Jetzt sagte er, dass er wahr­schein­lich keine andere Mann­schaft mehr trai­nieren werde. Nicht mehr trai­nieren wolle. Und des­halb wohl auch keinen Anschlussjob mehr suchen wird. Ob Funkel den Streit wollte? Er nahm ihn diesmal zumin­dest auf sich. 

Dick­köpfe unter sich

Über­rollt wurde der Verein anschlie­ßend von den Emo­tionen und der Unter­stüt­zung des Trai­ners durch die Fans, die sich von Gefühlen viel­leicht eher leiten lassen als von Visionen. Also ruderte Schäfer, auch nach Druck durch den Auf­sichtsrat zurück, und ver­sprach neue Ver­trags­ge­spräche. Der weniger Sture hätte sich auf den anderen zube­wegen sollen“, erklärte Schäfer in der Rhei­ni­schen Post“, Das habe ich nicht gemacht.“

Eine Grund­lage für eine ver­trau­ens­volle Zusam­men­ar­beit nach Sai­son­ende sieht auch anders aus.