Der 22. Mai 2017 war für Felix Pass­lack der krö­nende Abschluss von vier über­ra­genden Jahren. Mit 8:7 hatte sich Borussia Dort­mund gegen Bayern Mün­chen im Elf­me­ter­schießen die Deut­sche A‑Ju­gend-Meis­ter­schaft gesi­chert – vor 33.450 Zuschauern im West­fa­len­sta­dion. Nie hatten mehr Men­schen einem Jugend­spiel in Deutsch­land bei­gewohnt. Für Pass­lack der vor­läu­fige Höhe­punkt, nachdem er bereits in den Jahren zuvor dreimal in Folge Deut­scher Meister mit der BVB-Jugend geworden war. Das blieb natür­lich auch Jürgen Klopp nicht ver­borgen. Im Winter 2015 nahm er Pass­lack mit ins Train­ins­lager der Profis nach La Manga. Als er rund drei Monate später seinen Rück­tritt als Trainer zum Sai­son­ende bekanntgab, bedau­erte Klopp öffent­lich, künftig nicht mehr mit Felix Pass­lack und Chris­tian Pulisic zusam­men­ar­beiten zu können.

Doch auch unter Klopps Nach­folger Thomas Tuchel hielt Pass­lacks Höhen­flug zunächst an: Im zarten Alter von 17 Jahren fei­erte er gegen den SV Darm­stadt sein Bun­des­liga-Debüt. Nach wei­teren Ein­sätzen bei den Profis sollte Pass­lack dann mit der Leihe zur TSG Hof­fen­heim im Sommer 2017 end­gültig den Sprung vom Talent zum gestan­denen Bun­des­liga-Spieler schaffen. Doch obwohl der BVB im Gegenzug mit Jeremy Toljan sogar Pass­lacks ver­meint­lich ärgsten Kon­kur­renten ver­pflich­tete, konnte dieser sich unter Julian Nagels­mann nicht durch­setzen. Daher zog der BVB im Sommer 2018 die Reiß­leine, been­dete das Leih­ge­schäft und schob den 20-Jäh­rigen weiter zum eng­li­schen Zweit­li­gisten Nor­wich City, bei dem mit dem ehe­ma­ligen BVB-II-Trainer Daniel Farke ein alter Bekannter auf Pass­lack war­tete. Doch auch in Eng­land wurde Pass­lack bis­lang nicht glück­lich. In der Liga stand er noch keine Sekunde auf dem Platz – weil aus­ge­rechnet ein junges Talent namens Max Aarons als Rechts­ver­tei­diger einen her­aus­ra­genden Job macht.

Felix Pass­lack ist dabei nicht der ein­zige Spieler, der in Dort­mund einst als nächstes großes Ding gehan­delt wurde, sich dann aber lang­fristig beim BVB nicht durch­setzen konnte. Die Gründe dafür sind so unter­schied­lich wie die wei­teren Kar­rie­re­wege der Spieler. Wir haben sie uns ange­sehen.

Erik Durm (26)
Bereits früh machte Erik Durm als treff­si­cherer Stürmer in den Nach­wuchs­mann­schaften von Saar­brü­cken und Mainz auf sich auf­merksam. Einen Pro­fi­ver­trag bei den Rhein­hessen schlug Durm jedoch aus, statt­dessen wech­selte er zur zweiten Mann­schaft von Borussia Dort­mund in die 3. Liga. Ein Jahr später debü­tierte er dann bei den Profis und brachte dort seinen Trainer Jürgen Klopp, der den gelernten Stürmer zum Außen­ver­tei­diger umschulte, zum Schwärmen: Für die Cham­pions League geboren“, sei Durm, ein außer­ge­wöhn­lich großes Talent“ und bären­stark“. Das sah offenbar auch Bun­des­trainer Joa­chim Löw ähn­lich und nomi­nierte den Außen­ver­tei­diger für die WM in Bra­si­lien. Beim dor­tigen Titel­ge­winn kam Durm dann jedoch nicht zum Ein­satz. War er in der dar­auf­fol­genden Bun­des­liga-Hin­runde noch Stamm­spieler beim BVB, warfen ihn in der Fol­ge­zeit die ver­schie­densten Ver­let­zungen zurück, sodass er es in drei Jahren auf gerade einmal 27 Bun­des­li­ga­spiele brachte. Im ver­gan­genen Sommer wagte Durm dann einen Neu­start und wech­selte zu Hud­ders­field Town in die Pre­mier League. Unter den Fit­ti­chen von David Wagner, der Durm bereits in der zweiten Mann­schaft des BVB trai­nierte, kommt der 26-Jäh­rige nun wieder regel­mäßig zum Ein­satz.