1985 klopfte es an der Tür der Familie Pochet­tino. Mitten in der Nacht, gegen 1 Uhr. Er wollte meine Beine sehen“, sagte Fami­li­en­spross Mau­ricio, damals 13 Jahre jung, später. Über den Mann, der nur El Loco“ genannt wird und der in der Regis­tratur alles Irdi­schen unter dem Namen Mar­celo Bielsa fir­miert.

Er hatte sich eigens auf den Weg gemacht für diesen Jungen. Hatte sich ins Auto gesetzt, war von Rosario aus zwei Stunden lang auf der Ruta Nacional 33 land­ein­wärts gefahren, bis er in Murphy ange­kommen war, bis er bei Mau­ricio Pochet­tino und seinen Eltern ange­kommen war. Denen er sagte: Diese Beine sehen aus wie die eines sehr guten Spie­lers.“

Also wurde Mau­ricio Pochet­tino Spieler dieses Mar­celo Bielsa, wurde Spieler der Newell’s Old Boys. Denn natür­lich hatte El Loco“ Recht: Pochet­tino war ein sehr guter Spieler. Der über 500 Pro­fi­spiele machen sollte. Für die Old Boys, für Espanyol Bar­ce­lona, Paris St. Ger­main und Girondins Bor­deaux. Für die argen­ti­ni­sche Natio­nal­mann­schaft. Unter ihm, unter Bielsa.

Zitt­riger Sky­fall“

Über den Pochet­tino heute sagt: Er ist jemand, den ich immer bewun­dern werde. Für mich ist er kein Ver­rückter. Für mich ist er ein Genie. Er ist eine Person mit Cha­risma und einer Per­sön­lich­keit, die so ganz anders ist als die all der anderen Trainer. Und das macht ihn beson­ders.“

Anders als andere Trainer ist auch Pochet­tino. Der vor sechs Jahren in die Pre­mier League kam, ohne ein Wort Eng­lisch zu spre­chen. Sein Frau hatte noch ihr Bestes ver­sucht. Hatte ihm eine Eng­lisch-Leh­rerin gesucht, die sich am Argen­ti­nier die Zähne aus­biss. Ehe sie auf die Idee kam, es mit Musik zu ver­su­chen. Also steckten sie und der kom­mende Manager, der Hoff­nungs­träger des FC Sout­hampton, die Köpfe zusammen und hörten sich das Lied Sky­fall“ der Sän­gerin Adele an. Immer und immer wieder. Sehr viel besser wurde es dadurch nicht, aber immerhin muss Pochet­tino seither immer mit dem Lachen kämpfen, wenn das Lied anklingt. 

Trotz des Crash­kurses war in der Nacht vor dem ersten Trai­ning an Schlaf nicht zu denken, Pochet­tino von Ver­sa­gens­ängsten gepei­nigt. Gegen­über joe​.co​.uk erin­nert er sich: Ich wusste nicht, was ich tun soll. Ich konnte kein Wort Eng­lisch und ich musste mich vor 50 Leute stellen, ein­schließ­lich des Chairman. Ich habe gezit­tert.“