Seite 2: „Mein Fußballvater"

In Tre­fo­rest traf Sacra­mento zudem auf David Adams, der damals den Stu­di­en­gang Coa­ching and Per­for­mances“ lei­tete, für den sich Sacra­mento imma­tri­ku­liert hatte. Adams hatte Sacra­mentos Eltern über­zeugt, den erst 18-jäh­rigen nach Wales ziehen zu lassen. Sie wollten, dass er Inge­nieur­wesen stu­diert und nicht in eine Nische geht, in der es schwierig ist, sich durch­zu­setzen“, erklärte er der BBC. Ich erin­nere mich, wie er gleich zu Beginn seiner Stu­di­en­zeit zu mir kam und fragte, ob er im Trai­ning des Uni-Teams mit­helfen könne.“

Als Teil seiner Mas­ter­ar­beit ana­ly­sierte Sacra­mento den Spiel­stil Mour­inhos und die Trai­nings­idee der Tech­nical Peri­odi­sa­tion“, die phy­si­sche, tak­ti­sche und tech­ni­sche Ele­mente ver­bindet und für die Mour­inho bekannt ist. Zusammen mit Adams sah er sich die Umset­zung dieser Idee in Ver­einen wie Swansea City an. Swan­seas dama­liger Coach war Brendan Rod­gers, der die Methode als Jugend­trainer beim FC Chelsea gemeinsam mit Mour­inho eta­bliert hatte. Mour­inho selbst hatte die Phi­lo­s­phie, die vor­der­gründig darin besteht, ständig mit dem Ball zu arbeiten, einst so ver­an­schau­licht: Pia­nisten sieht man nicht um das Kla­vier her­um­laufen.“

Adams, den Sacra­mento als seinen Fuss­ball-Vater und Mentor“ beschreibt, ermu­tigte ihn schließ­lich, auch diese Ana­lyse an Mour­inho zu schi­cken. Sacra­mento ver­in­ner­lichte die Tech­nical Peri­odi­sa­tion“ sogar so sehr, dass er sich nicht vor­stellen konnte, mit einem Trainer zusam­men­zu­ar­beiten, der diese Trai­nings­phi­lo­so­phie nicht annahm“, so Adams. 

Der Durch­bruch

Schon zu Stu­di­en­zeiten war Sacra­mento bekannt für seine akri­bisch aus­ge­ar­bei­teten Geg­ner­ana­lysen, die er für das Uni-Team erstellte. Er sah das Spiel extrem ana­ly­tisch – nach seinen Berichten wussten wir genau, woran wir arbeiten müssen und was die Stärken und Schwä­chen der Gegner sind – auch und vor allem dank ihm, sind wir in drei Sai­sons dreimal auf­ge­stiegen“, beschrieb Adams die Arbeit des Por­tu­giesen. Die Dis­zi­plin gepaart mit der Lei­den­schaft für tak­ti­sches Denken und eine gewisse Detail­be­ses­sen­heit sind wohl auch die Wesens­züge, die Sacra­mento den Weg nach ganz oben geebnet haben. Neben seiner Mas­ter­ar­beit absol­vierte er beim wali­si­chen Ver­band ein Prak­tikum, bei dem er 20 Stunden die Woche arbei­tete und hinter den Kulissen für Car­diff City und die wali­si­sche Natio­nal­mann­schaft Ana­lysen erstellte“, so Adams. Seine Berichte schafften es sogar auf den Schreib­tisch von Gary Speed, der damals Chef­trainer der Natio­nal­mann­schaft war – es war also nur eine Frage der Zeit, bis höher­klas­sige Ver­eine auf ihn auf­merksam werden würden.