Seite 3: Durch den Ärmelkanal

Den Schritt in den Pro­fi­fuß­ball machte Sacra­mento im April 2014, als er vom Auf­steiger AS Monaco abge­worben wurde, um die Ligue 1 unter Claudio Ranieri per Video-Ana­lyse zu sezieren. Eine ent­schei­dende Rolle bei diesem Wechsel spielte Luis Campos, der als Sport­di­rektor bei den Mone­gassen tätig war. Campos hatte als Scout bei Real Madrid unter Mour­inho gear­beitet und pflegt eine gute Bezie­hung zum Chef­trainer der Spurs.

Campos ent­stammt dem­selben ver­schla­fenen Dorf wie Sacra­mento, was aber nicht der aus­schlag­ge­bende Punkt bei seiner Ver­pflich­tung gewesen sein soll. Eine Demons­tra­tion von Sacra­mentos Ana­lysen bei einem zufäl­ligen Treffen einige Monate zuvor hatte ihn offenbar nach­haltig beein­druckt. Von nun an hielt er an seinem Tak­tik­genie fest. Nachdem Campos und Sacra­mento 2017 gemeinsam mit Monaco die Meis­ter­schaft gefeiert hatten, begann der Sport­di­rektor in sel­biger Funk­tion beim OSC Lille. Seinen Schütz­ling nahm er selbst­ver­ständ­lich mit und machte ihn zum Assis­tenz­trainer des OSC.

Das war wirk­lich stil­voll“

Nach der Saison 2017/18, in der sich Sacra­mento mit Lille für die Cham­pions League qua­li­fi­zierte hatte, wurde Mour­inho, der gerade bei Man­chester United ent­lassen worden war, des Öfteren auf der Tri­büne des OSC gesichtet. Zu diesem Zeit­punkt hatte sich der junge Por­tu­giese bereits ein hohes Ansehen erar­beitet. Zine­dine Zidane war beein­druckt von Sacra­mento und ver­suchte ihn vor Beginn der aktu­ellen Saison nach Madrid zu lotsen. Doch Mour­inhos lang­jäh­riger Freund Campos, der von Sacra­mentos Gefallen an Mour­inhos Arbeit wusste, funkte dazwi­schen und arran­gierte ein Treffen zwi­schen den beiden Trai­nern.

Sacra­mento nahm das Treffen weniger als Vor­stel­lungs­ge­spräch, son­dern mehr als nette Geste seines Sport­di­rek­tors wahr. Doch schluss­end­lich war jenes Gespräch wohl aus­schlag­ge­bend für den Wechsel nach London. Leit­tra­gender des Deals der drei Por­tu­giesen war Chris­tophe Gal­tier, Chef­trainer beim OSC Lille, der neben seinem Co-Trainer auch noch seinen Tor­wart­trainer Nuno Santos an die Spurs verlor und seinen Unmut in sar­kas­ti­scher Art und Weise kundtat: Jeder hat seine eigene Art, wie er Dinge erle­digt. Aber das war wirk­lich stil­voll.“ Wie trotzig Gal­tier auf den Wechsel seines Assis­tenz­trai­ners reagierte, dürfte zeigen, wie wichtig Sacra­mento für den Verein war und Mour­inho in seiner Wahl noch bestä­tigt haben. Schließ­lich machte er ihn mit 30 Jahren und ohne ein ein­ziges Pro­fi­spiel absol­viert zu haben zum jüngsten Co-Trainer der Pre­mier League.