In Bar­ce­lona mochte es Fran­cisco, genannt Paco, Alcacer, spa­zieren zu gehen. Dort hatte er seine Ruhe. Nie­mand sprach ihn an. Also musste er auch nicht ant­worten, was ihm sehr zugegen kam. Alcacer, vor 25 Jahren in Tor­rent, einem länd­li­chen Vorort von Valencia geboren, redet nicht allzu gern, so wie die meisten Men­schen aus dieser Gegend nicht gern reden. Hin und wieder musste er auf der Straße mal ein Bild machen mit Pas­santen, aber das kam äußerst selten vor. Ich glaube, mich erkannte ein­fach nie­mand“, sagte er einmal. Ein unge­wöhn­li­cher Umstand für einen Fuß­baller des FC Bar­ce­lona, der ver­deut­licht, welch Schat­ten­da­sein der Stürmer in seinen zwei Jahren beim kata­la­ni­schen Spit­zen­klub führte. Lionel Messi, Luis Suarez und anfangs noch Neymar nahmen ihm das Licht. Privat, bei Aus­flügen in die Stadt mochte das ange­nehm gewesen sein, sport­lich aber ver­küm­merte Alcacer.

Raus aus den Schatten

In Dort­mund soll das anders werden. Beim BVB haben ihm die Ver­ant­wort­li­chen eine Haupt­rolle ersonnen. Dort gibt es weit und breit nie­manden von der Strahl­kraft Messis oder Suarez‘. Die Bühne im Angriff gehört allein Alcacer. Zunächst für ein Jahr auf Leih­basis, im Anschluss hat sich der BVB eine Kauf­op­tion zusi­chern lassen. Es ist ja nicht so, dass Alcacer das Gefühl nicht kennt, im Mit­tel­punkt zu stehen. Einst gab es ein Leben vor dem FC Bar­ce­lona. Vor Messi und vor Suarez. Beim FC Valencia war er der Mann. Publi­kums­lieb­ling, Tor­jäger, Iden­ti­fi­ka­ti­ons­figur. Ein Junge vom Land, ein echter Valen­cianer, der sich durch alle Jugend­mann­schaften des Klubs bis in die Pro­fi­mann­schaft gespielt hatte. Einer aus dem gol­denen Jahr­gang mit Juan Bernat und Isco. Mit 17 debü­tierte Alcacer, mit 22 war er Kapitän. Das hatte Sym­bol­kraft. In Zeiten der Herr­schaft des asia­ti­schen Inves­tors Peter Lim war Valencia noch immer ein Klub, in dem Valen­cianer eine wich­tige Rolle spielten, so die Bot­schaft.

Pfiffe in Valencia

Umso dra­ma­ti­scher ver­lief der Abschied. Was vor zwei Jahren hinter den Kulissen tat­säch­lich vor sich ging, ist bis heute nicht wirk­lich klar. Wollte Alcacer tat­säch­lich auf Gedeih und Ver­derb nach Bar­ce­lona oder wollte der Klub ihn abgeben, um Platz für inter­na­tio­nale Stars zu schaffen? In Erin­ne­rung geblieben ist eine dra­ma­ti­sche Pres­se­kon­fe­renz, auf der Valen­cias Prä­si­dentin Lay Hoon Chan sagte: Paco wollte keine Ikone Valen­cias sein. Vor einer Woche bat er mich um ein Gespräch und sagte mir, dass er gehen wolle. Ich war ganz auf­ge­löst, als ich das hörte.“ Die Fans ver­ziehen Alcacer nicht, wenn er mit Bar­ce­lona ins Mes­talla zurück­kehrte, gab es Pfiffe. Der Zei­tung El Periodico“ sagte er: Die Leute kennen die Hin­ter­gründe nicht. Die, die nichts wissen, reden. Und die, die was wissen, sagen nichts.“ Erst kürz­lich hatte er medial seinen Wunsch lan­ciert, eines Tages wieder nach Valencia zurück­kehren zu wollen. Dort besetzt neu­er­dings aus­ge­rechnet Michy Bats­huahyi den Posten als zen­traler Stürmer. Jener Bats­hu­ayhi, der in der ver­gan­genen Rück­runde so erfolg­reich für den BVB traf und die Bun­des­liga schon ken­nen­lernte.