Fer­di­nand Glaser atmet ein. Das ist – Bun­des­li­g­aluft. Tat­säch­lich. Und sie riecht gut, viel besser noch, als er gedacht hatte. 65.000 auf den Rängen des Mün­chener Olym­pia­sta­dions fie­bern dem Süd­derby Bayern gegen Nürn­berg ent­gegen: In der Nord­kurve die Club“-Fans, die Fahnen im Block, Trans­pa­rente am Zaun und irgendwo Schreie im Okto­ber­wind. Unun­ter­bro­chen: Fer­di­nand! Fer­di­nand!“ Gla­sers Blick wan­dert über die Sitze der Gegen­ge­raden. Da hinten, zwi­schen der 40. und 50. Reihe, ein bekanntes Gesicht. Das ist, ja, das ist Dieter aus Schwan­dorf. Dieter Hoff­mann! Sein alter Kumpel aus dem Tisch­ten­nis­verein winkt und er schreit und strahlt über das ganze Gesicht. Fer­di­nand Glaser winkt zurück, er sieht seine Familie und dann steht Sepp Maier neben ihm, Karl-Heinz Rum­me­nigge im Augen­winkel, der Stürmer macht Lauf­übungen, Paul Breitner schlägt ein paar Flanken. Fer­di­nand Glaser ist in diesem Jahr 28 Jahre alt geworden, es ist sein zweites Bun­des­li­ga­spiel, vor kurzem arbei­tete er noch als Kauf­mann und spielte mit dem 1. FC Schwan­dorf in der Lan­des­liga. Heute soll er Paul Breitner aus­schalten. Nervös ist Fer­di­nand Glaser nicht. Das war er noch nie, dafür liebt er dieses Spiel zu sehr.



Nürn­berg, irgend­wann 1960. Fer­di­nand Glaser ist fünf Jahre alt, als er zum ersten Mal ein Spiel im Städ­ti­schen Sta­dion in Nürn­berg besucht. Es sind gol­dene Jahre für den Club“, gewiss nicht ver­gleichbar mit den Zwan­zi­gern, doch erfolg­reich wie nie mehr danach: Nürn­berg wird 1962 Pokal­sieger und holt 1961 und 1968 die Meis­ter­schaft. Ein letztes Auf­fla­ckern. Glaser, der in Schwan­dorf auf­wächst, einem Ort 90 Kilo­meter vor Nürn­berg, erlebt den Beginn dieser Ära auf den Schul­tern seines Vaters. Jedes Spiel war ein Fei­ertag für mich“, erin­nert er sich. Cola, Brat­wurst, Derbys gegen Bayern, Spiele gegen den BVB oder Schalke, und dann diese hel­den­haften Spieler: Peter Grosser und Timo Konietzka oder der Löwen-Tor­jäger Rudi Brun­nen­meier und seine humor­lose Art Elf­meter zu ver­wan­deln: mit Schma­ckes mittig unter die Tor­latte.“

Doch so sehr er für Stürmer und Abwehr­kanten schwärmt, am meisten impo­niert ihm die Posi­tion des Spiel­ma­chers: die Zehn. Und als Mitte der Sech­ziger der 1. FC Köln häu­figer mit Wolf­gang Overath in Nürn­berg gas­tiert, bekommt Gla­sers Schwär­merei einen Namen. Jedes Mal, wenn Overath den Ball passt, möchte Glaser applau­dieren, doch dann besinnt er sich, denn er steht umringt von Nürn­berg-Fans. Also schreit er seine Euphorie ein­fach in das Ohr des Vater: Einmal, Papa! Einmal in meinem Leben will ich auch da unten auf dem Rasen stehen! Mit den Großen spielen. So wie der Overath.“ Jun­gen­träume, die Nach­bars­kinder wollen Loko­mo­tiv­führer werden, die Schul­freunde Pilot. Der Vater nickt und grinst. Und dann hebt er Fer­di­nand wieder auf die Schul­tern, damit er in der Men­schen­masse das Spiel­feld sehen kann.

Ball­ta­lent ohne Trai­nings­fleiß

Doch der junge Fer­di­nand ent­puppt sich in den F- und E‑Jugenden tat­säch­lich als außer­ge­wöhn­li­ches Ball­ta­lent. Er spielt sich durch die ört­li­chen Fuß­ball­ver­eine und wird in Bayern-Aus­wahl­mann­schaften berufen, Glaser, da sind sich die Trainer einig, ist mit einer aus­ge­feilten Schuss­technik und genialen Über­sicht aus­ge­stattet. Er besitzt alles, was eine klas­si­sche Zehn braucht. Nur leider besitzt er auch die Trai­nings­faul­heit vieler Spiel­ma­cher vor ihm. Viel­leicht war das auch der Grund, wes­halb es zunächst nicht für ganz Oben reichte“, sagt Glaser.

Glaser beginnt eine Aus­bil­dung zum Indus­trie­kauf­mann und spielt nebenbei beim 1. FC Schwan­dorf in der Bezirks­liga. Ein tra­di­ti­ons­rei­cher Klub, das schon, finan­ziell geht es dem Klub aller­dings nicht gut, sport­lich läuft gar nichts. Immerhin kann Glaser im Sommer 1973 erst­mals die Luft der großen Fuß­ball­bühne schnup­pern. Der Verein feiert seinen 60. Geburtstag und Ein­tracht Frank­furt kommt in kom­pletter Beset­zung mit allen Stars, Bernd Höl­zen­bein, Jürgen Gra­bowski, Bernd Nickel, das who is who“ des Bun­des­li­gisten gibt sich in Schwan­dorf die Ehre. Ein­tracht Frank­furt gewinnt mit 10:4. 2000 Zuschauer sind vor Ort. 2000! So viele wie nie mehr danach.

Drei Jahre später folgt der Auf­stieg in die Lan­des­liga Mitte und Fer­di­nand Glaser ist eine feste Größe der Mann­schaft geworden, mehr noch, er ist Kapitän und einer von jenen Spie­lern, bei denen man sich wun­dert, dass sie nie eine Anfrage von einem höher­klas­sigen Klub erhalten haben. Das soll sich in der Lan­des­liga schlag­artig ändern.

Der 1. FC Schwan­dorf spielt Ende der sieb­ziger Jahre häufig gegen die Ama­teure des 1. FC Nürn­berg, die damals von der Club“-Legende Fritz Popp trai­niert werden. Glaser zau­bert in nahezu jedem Spiel, und eines Tages steht Popp an der Kabi­nentür und fragt: Fer­di­nand, wann kommst du mal zum Pro­be­trai­ning?“ Glaser fühlt sich geschmei­chelt, doch wie­gelt vehe­ment ab: Ich dachte nur: Was für ein Auf­wand. Da fährst du 80 Kilo­meter nach Nürn­berg und wirst dann abge­lehnt.“ Popp lässt nicht locker, auch bei den nächsten Auf­ein­an­der­treffen buhlt er um Glaser. Der aber bleibt stur.

Glaser ist zu dem Zeit­punkt in Schwan­dorf eine große Nummer. Die Leute grüßen ihn, einige schwärmen gar für ihn wie er selbst einst für Wolf­gang Overath. Er ist der Star. Und er liebt seine Heimat. Gerade in den Dör­fern der Ober­pfalz wareb die Leute ihrer Heimat damals sehr ver­bunden“, sagt Fritz Popp. Sie brau­chen das fami­liäre Umfeld, sie liebten die Nähe der Men­schen, das Länd­liche. In Nürn­berg, das wusste Glaser, erwar­tete ihn eine andere Welt.“ Dazu kommt, dass Glaser längst Rea­list ist, die Kin­der­träu­me­reien sind jeden­falls lange vorbei. Die große Stadt, das viele Geld, der Ruhm – all das mag für einen jungen Spieler ver­lo­ckend wirken, für Glaser, der ver­hei­ratet ist, gerade ein Haus gebaut hat und einen sicheren Arbeits­platz in Schwan­dorf hat, zählen Ende der sieb­ziger Jahre andere Werte.

Super­tech­niker spielt Club­profis schwin­delig

Ich weiß gar nicht mehr, warum ich dann doch eines Tages zusagte“, sagt Glaser. Zum einen war Fritz Popp natür­lich ein Held meiner Jugend, zum anderen schmierte er mir an einem Tag beson­ders viel Honig um den Mund. Er sagte: ›Du hast so einen tollen Schuss, ein super Spiel­ver­ständnis, ich bin über­zeugt, dass du es schaffen kannst.‹“ Zudem lässt Popp von Chef­trainer Robert Zapf“ Geb­hardt aus­richten, dass Glaser ganz sicher eine echte Chance bekommen“ würde. Der mitt­ler­weile 26-jäh­rige Glaser fährt also nach Nürn­berg. Das Pro­be­trai­ning soll zwei Tage dauern. Glaser ist nicht nervös. Warum auch? Fuß­ball ist sein Spiel, er liebt es, wenn es nicht klappt, dann geht’s halt zurück nach Schwan­dorf. Doch es klappt alles. An den beiden Tagen gelang mir ein­fach jeder Schuss, jedes Dribb­ling, jeder Pass“, erin­nert sich Glaser. Es gelingt sogar soviel, dass die Nürn­berger Abend­zei­tung titelt: Ein neuer Super­tech­niker aus der Ober­pfalz spielt Club­profis im Trai­ning schwin­delig.“

Ehe sich Glaser ver­sieht, wird er mit einem Ver­trag aus­ge­stattet, zunächst ein Ama­teur­ver­trag. Weil Glaser aber eine her­vor­ra­gende Saison bei den Ama­teuren spielt, rückt er schnell in das Blick­feld des neuen Chef­trai­ners Udo Klug. Der Trainer klopft ihm schon mal auf die Schul­tern und sagt: Mann, selten habe ich so einen ver­sierten Spieler gesehen, und dann noch einen mit so einem Gar­demaß: 1,90 groß, schlank, sonst habe ich im Mit­tel­feld nur Gar­ten­zwerge.“

Wie in einem Film

Der Club“ startet kata­stro­phal in die Saison 1981/82, die Mann­schaft holt nur einen Punkt aus den ersten sieben Spielen. Glaser sieht das Bemühen von der Tri­büne aus, er spielt wei­terhin bei den Ama­teuren. Hoff­nungen auf eine Kar­riere als Profi, macht er sich nicht mehr: Wenn du mit 28 nicht gestan­dener Bun­des­li­ga­profi bist, hast du andere Sachen im Kopf.“ Doch dann sieht Nor­bert Eder seine vierte Gelbe Karte und muss am 8. Spieltag pau­sieren. Udo Klug will Dinge ver­än­dern, es muss end­lich was pas­sieren. Er fragt Glaser, ob er bereit für die erste Mann­schaft ist. Glaser, per­plex, zugleich aber auch gefasst: Klar, Trainer.“ Und schon am nächsten Tag geht es ins Mann­schafts­hotel. Alles ist anders auf einmal, größer irgendwie, auch: wich­tiger. Vor dem Spiel machte uns ein Moti­va­ti­ons­trainer im Hotel nochmal richtig heiß“, erzählt Glaser, am Ende hätte ich mir zuge­traut, auf den Mount Everest zu steigen.“ Und langsam wird Glaser doch ein biss­chen nervös. Was für ein Film, als New­comer in der Bun­des­liga mit 28 Jahren. Glaser beru­higt sich, indem er sich immer wieder sagt: Nichts zu ver­lieren, Mann! Du hast nichts zu ver­lieren.“

Nürn­berg gewinnt. 1:0 gegen Arminia Bie­le­feld. Es ist der erste Sieg in dieser Saison und Glaser spielt mehr als ordent­lich. Die Bild“-Zeitung wort­spielt: Mit Glaser blickt der ›Club‹ durch.“ Glaser liest die Head­line seinen Eltern vor. Und rückt für das bevor­ste­hende Derby gegen den FC Bayern in die Startelf.

Und wieder wird alles eine Nummer größer. Dieses Mal geht es mit dem Mann­schaftsbus in ein Ingol­städter Hotel. Bei der Ankunft stehen Jour­na­listen mit Blö­cken im Foyer, Foto­grafen mit Blitz­lich­tern, und Fritz von Thurn und Taxis, damals beim Bay­ri­schen Rund­funk, hält Glaser ein Mikrofon unter die Nase und fragt: Na, wie fühlt man sich als neuer ›Club‹-Spielmacher?“ Glaser stot­tert Phrasen und sagt: Ich habe gegen Bie­le­feld ledig­lich die Auf­gaben erfüllt, die mir Udo Klug vor dem Spiel auf­er­legt hatte.“ Bei Udo Klug kommt das Under­state­ment gut an.

Und dann steht er da. Mün­chen, 3. Oktober 1981, 15:14 Uhr. 65.000 im Mün­chener Olym­pia­sta­dion. Publikum, Masse, Men­schen. Ich nahm das alles wahr, zugleich blendet sich das irgend­wann von alleine aus.“ Dieter Hoff­mann winkt ein letztes Mal, er wünscht alles Glück der Welt. In diesem Moment lebt Glaser den Traum eines jeden Ama­teur­ki­ckers, der hofft, dass sich irgend­wann mal ein Scout eines Bun­des­li­gisten beim Kreis­li­ga­spiel ver­irrt, und ihn, den Ama­teur, den Hob­by­fuß­baller, ver­pflichtet, damit er vor 65.000 Zuschauern gegen gestan­dene Welt- und Euro­pa­meister bril­liert.

Und, wo spielst du eigent­lich?“

Fer­di­nand Glaser kon­zen­triert sich. Neben ihm ein bekanntes Gesicht: Es ist Hansi Pflügler. Glaser kennt ihn von einigen Lehr­gängen der bay­ri­schen Jugend­aus­wahl­mann­schaften. Sie unter­halten sich. Und Pflügler, Anfang der Acht­ziger beim FC Bayern noch Nach­wuchs­spieler und Ersatz­mann, streut inves­ti­gativ Zwi­schen­fragen ein: Wo spielst du eigent­lich?“ Glaser riecht den Braten sofort: Als ich zum Warm­ma­chen mit kurzer Hose aufs Feld lief, war klar, dass ich spielen würde. Alleine, beim FC Bayern wusste nie­mand, wer ich war. Also schickte Pal Csernai seinen Jung­spund Hansi Pflügler zum Aus­kund­schaften.“ 

Ja, wo spielt er eigent­lich? Nicht mehr in der zen­tralen Posi­tion hinter den Spitzen. Da ist Rein­hold Hin­ter­meier, der öster­rei­chi­sche Natio­nal­spieler, gesetzt. Klug hat für Glaser Son­der­auf­gaben. Schon am Abend vor dem Spiel beim FC Bayern hat er ihm eine beson­dere Auf­gabe zuge­teilt: Du schal­test Paul Breitner aus!“ Paul Breitner aus­schalten. Den Welt­meister. Pflügler bohrt: Nun sag schon.“ Soll er nun lügen? Nein, Glaser lächelt und ant­wortet: Hansi, ich schalte heute den Breitner aus.“

Glaser begrüßt Breitner per Hand­schlag, beide sehen aus wie Boxer vor der ersten Runde – einzig, dass der 1,90-Meter-Glaser einen Kopf kleiner wirkt als der 1,76-Meter-Breitner. Dann der Anstoß. Glaser fühlt sich wie im freien Fall: Das war wie ein Auf­stieg auf den Mount Everest, und dann folgt der Base­jump, der Fall­schirm­sprung hinab.“ Doch Glaser gewinnt die ersten Zwei­kämpfe gegen Breitner, das gibt Mut. Breitner merkt ihm seine Uner­fah­ren­heit an: Immer wieder hat er ver­sucht, mit mir zu reden, er wollte mich ablenken. Also habe ich zu gemacht. Ich habe mich nur mit dem Spiel und mit ihm befasst.“ Am Ende steht es unent­schieden, nicht nur im Duell Breitner gegen Glaser. Das 1:1 in Mün­chen ist die Initi­al­zün­dung für den 1. FC Nürn­berg, am Ende der Saison belegt die Mann­schaft noch den 13. Platz und steht im Finale des DFB-Pokal­fi­nales.

Glaser darf nach der Partie in Mün­chen aller­dings nur noch in zwei Kurz­ein­sätzen ran. Miss­traut Trainer Udo Klug seiner Leis­tung? Klebt der Status Ama­teur“ zu fest an ihm? Udo Klug sagt erst nach der Saison, was Sache ist. Klug, mitt­ler­weile so etwas wie Manager und Trainer in Per­so­nal­union, möchte die Ama­teure Ama­teure sein lassen, er will aus­misten. Der Club“ ver­sucht für Glaser einen neuen Verein zu finden. Der erste, der anklopft, ist Aus­tria Kla­gen­furt.

Glaser bleibt in der Heimat

Am 27. Mai 1982 meldet der kicker“: Zwei Nürn­berger täuschten Kla­gen­furter“. Dar­unter ein kurzer zwei­spal­tiger Text, in dem Fer­di­nand Glaser und Richard Vollath vor­ge­worfen wird, beim öster­rei­chi­schen Erst­li­gisten Aus­tria Kla­ge­furt im Wort gestanden zu haben, dann aber, als es ernst wurde, abge­hauen zu sein. Sie for­derten 7000 bis 8000 Mark monat­lich. Für öster­rei­chi­sche Ver­hält­nisse eine Utopie“, schreibt der kicker“ weiter. Kla­gen­furt hätte ein Pro­be­trai­ning arran­giert, zu dem Glaser und Vollath nicht erschienen wären: Ein unmög­li­ches Benehmen!“ Glaser schil­dert die Geschichte anders: Udo Klug hatte Richard Vollath und mich nach Kla­gen­furt geschickt. Doch als wir im Sta­dion ankamen, war nie­mand da, und wir hatten auch kein Gespräch mit irgend­je­mandem. Nur Udo Klug musste, um sich zu recht­fer­tigen, etwas von Gehalts­for­de­rungen unse­rer­seits erzählen. Alles erlogen!“

Gla­sers Ver­trag wird in bei­der­sei­tigem Ein­ver­ständnis auf­ge­löst. Er bekommt wei­tere Ange­bote aus Frei­burg und auch dem Aus­land. Eigent­lich möchte Glaser aber gar nicht weg aus Franken oder der Ober­pfalz. Er lieb­äu­gelt mit einer Rück­kehr in die Tiefen der Ama­teur­ligen. Eines Tages aber steht Rudi Kargus vor seiner Tür und macht ihm ein ver­lo­ckendes Angebot. Glaser soll bei dem US-ame­ri­ka­ni­schen Hal­len­fuß­ball­team Mem­phis Ame­rica mit­ma­chen. Horst Bertl und die ehe­ma­ligen Schalker Erwin und Helmut Kre­mers seien längst vor Ort. Kargus hat alles gebucht. Ich habe damals jeden Abend mit Horst Bertl tele­fo­niert und sagte dann tat­säch­lich zu. Ich holte auch schon die Tickets ab. Doch dann fragte ich meine Frau und sie ant­wor­tete: ›Fahr ruhig, aber ich bleibe hier.‹“ In diesem Moment begreift Fer­di­nand Glaser, was auch er möchte: daheim bleiben. In der Ober­pfalz. Bei seiner Frau, seinen Kin­dern. Und in seinem Haus, das nun fast fertig ist.

Ein Angebot aus Fürth kommt da ganz gelegen. Glaser unter­schreibt bei der SpVgg und Trainer Franz Brungs Trainer sichert ihm einen Stamm­platz zu. Der Klub lag nicht weit von unserer Heimat. Die ein­zige Ver­schlech­te­rung war finan­zi­eller Natur, aber das konnte ich ver­schmerzen.“ Glaser macht fast alle Spiele in der 2. Liga, nach dem Abstieg spielt er noch ein wei­teres Jahr mit der SpVgg Fürth in der Bay­ern­liga. Danach wech­selt er, 31-jährig, zurück ins Ama­teur­lager. Er macht sich als Kauf­mann selbst­ständig. Ich hatte alles erreicht“, sagt er. Nein, noch mehr: Ich habe viermal in der Bun­des­liga gespielt.“ Und seine Lauf­wege in diesen Spiele kann er immer noch im Detail nach­zeichnen. 



Fer­di­nand Glaser arbeitet heute als selbst­stän­diger Kauf­mann und schreibt neben­be­ruf­lich sati­ri­sche Texte für die Mit­tel­bay­ri­sche Zei­tung. Die meisten dieser Kolumnen sind im Buch Das humo­ris­ti­sche Fuss­ball ABC von Bernd Bein­schuss“ erschienen.