Zwar ist Franck Ribéry mitt­ler­weile 37 Jahre alt, doch an guten Tagen ist der Fran­zose noch immer in der Lage, eine kom­plette Abwehr­reihe durch­ein­ander zu wir­beln. Am Sonntag jedoch wurde Ribéry selbst durch­ein­ander gewir­belt. Genauer gesagt: sein Haus.

Wäh­rend Ribéry mit der AC Flo­renz in Parma auf dem Platz stand, drangen Unbe­kannte in seine Villa ein und ent­wen­deten dort Hand­ta­schen und Schmuck seiner Frau. Auf Twitter ver­öf­fent­lichte Ribéry Anfang der Woche ein Video, das die Ver­wüs­tung in seinem Haus zeigt. In einem wei­teren Post stellte er dar­aufhin seine Zukunft in der Tos­kana infrage: Wie können wir uns nach dem heu­tigen Tag hier noch wohl­fühlen?“ Gemeinsam mit seiner Familie wolle er nun die not­wen­digen Ent­schei­dungen für unser Wohl­ergehen treffen“.

Und weil diese Aus­sage Raum für Inter­pre­ta­tionen lässt, wurde fortan munter spe­ku­liert, ob diese not­wen­dige Ent­schei­dung für Franck Ribéry der Abschied aus Flo­renz sein könnte. Sein Ver­trag bei der Viola“ läuft noch bis 2021.

Lieber Franck, bitte wasch dir deinen Mund aus, bevor du über Flo­renz sprichst, als wäre es Medellin“

Florenz-Fans in Richtung von Franck Ribéry

Flo­renz-Prä­si­dent Rocco Com­misso war sogleich bemüht, die Wogen zu glätten. Wir werden unser Bestes tun, um Franck den nötigen See­len­frieden zu geben“, sagte der 70-Jäh­rige. Ich bin sicher, dass die Flo­ren­tiner eben­falls an Francks Seite stehen werden und ihn ihre große Zunei­gung und Liebe zu unserem großen Cham­pion spüren lassen.“

Nun, zumin­dest einige dieser Flo­ren­tiner schienen neben Zunei­gung und Liebe noch andere Gefühle für den Fran­zosen zu emp­finden. Lieber Franck“, schrieb das Fan-Portal Indi­pen­denti“ auf seiner Face­book-Seite, wir lieben dich, aber bitte wasch dir deinen Mund aus, bevor du über Flo­renz sprichst, als wäre es Medellin.“ Schließ­lich sei Flo­renz die Wiege der Renais­sance und der Zivi­li­sa­tion“ und nicht irgend­eine kri­mi­nelle kolum­bia­ni­sche Dro­gen­hoch­burg. Und über­haupt: Reiche Men­schen werden überall bestohlen, aber immerhin können sie sich Alarm­an­lagen und pri­vate Über­wa­chungs­sys­teme leisten. Die Armen hin­gegen werden auch aus­ge­raubt, aber sie müssen es still akzep­tieren.“

Meis­ter­schaft im Zurück­ru­dern

Weil ihr State­ment hohe Wellen schlug und sogar inter­na­tional für Auf­merk­sam­keit sorgte, mel­deten sich die Fans kurz darauf noch einmal zu Wort. Anders als einige Berichte ver­meldet hatten, betonten sie, kei­nes­wegs für die Ultras des Ver­eins, geschweige denn für die gesamte Kurve zu spre­chen. Und auch, wenn die Worte des Fran­zosen falsch und respektlos gegen­über der Stadt Flo­renz“ gewesen seien – natür­lich ver­stehe man den Schock, den Ribéry erlitten habe.

Aber auch Ribéry selbst ruderte bereits zurück. Oder besser: ließ zunächst zurück­ruden. Am Don­nerstag sagte der ehe­ma­lige Flo­renz-Tor­hüter Sebas­tien Frey gegen­über Radio Tos­cana: Franck liebt Flo­renz und er hat nie über einen Weg­gang nach­ge­dacht.“ Kurz darauf bestä­tigte dieser Franck seine Liebe sogar höchst­per­sön­lich. Bei Insta­gram schrieb er: Ich bin keiner, der einen Rück­zieher macht.“ Und fügte dann sogleich noch etwas pathe­ti­scher an: Ich lasse die Fuß­ball­schuhe an – für die Fans, für den Klub und für die Stadt, die auf mich zählen. Ich habe mich für die Viola ent­schieden. Viola für immer!“ Alles gut also, tutto bene.

Und so wird neben einer ver­wüs­teten Woh­nung von Franck Ribéry von dieser Nummer wohl in ein erster Linie eines in Erin­ne­rung bleiben: jede Menge unnötig auf­ge­wir­belter Social-Media-Staub.