Seite 2: „Die beste Prävention ist Sport und sozialer Rückhalt“

Zumal der öster­rei­chi­sche Fuß­ball bei der Aus­wahl seiner Geld­geber noch nie allzu kri­tisch vor­ging. So trug einer der beiden großen Haupt­stadt-Klubs lange Zeit eine Ziga­ret­ten­marke im Ver­eins­namen und nannte sich: Aus­tria Mem­phis“. Der andere Wiener Gigant, Rapid, kas­sierte zwi­schen 2003 und 2007 rund vier Mil­lionen Euro vom Rüs­tungs­her­steller EADS. Laut dem dama­ligen Rapid-Prä­si­denten Rudolf Edlinger bekam der Kon­zern dafür Zugang zu unserem VIP-Club und zum Kreis unserer Spon­soren“. Ach ja, Sturm Graz trägt aktuell eine Bier­marke („Pun­ti­gamer“) im Wappen. Und der RSC Altach das Label eines Wett­an­bie­ters („Cash­point“).

Viel­leicht hätte sich Flowery Field“-Geschäftsführer Alex­ander Kristen sogar ein biss­chen mehr Skan­da­li­sie­rung zum Start seines ersten Sport-Enga­ge­ments gewünscht. Doch auch so lässt sich der PR-Effekt als gelungen beschreiben. Nie zuvor war öster­reich­weit berichtet worden, nur weil ein Viert­li­gist einen neuen Brust­sponsor ent­hüllte. Selbst das Aus­land nimmt Notiz von dem kuriosen Deal. Wobei Kristen sich beeilt zu betonen: Wir wollen keine neuen Kunden gewinnen, es geht uns um Auf­klä­rung und um die Akzep­tanz von Can­nabis. Ich möchte einen Schub in Rich­tung Nor­ma­li­sie­rung geben. Die Welt geht nicht unter, wenn Flowery Field auf der Bande eines Fuß­ball­platzes steht.“

Die beste Prä­ven­tion ist Sport und sozialer Rück­halt“

Nicht zuletzt betonen beide Seiten, dass die Zusam­men­ar­beit im Zei­chen des guten Zwecks steht: 30 Pro­zent des Spon­so­rings werden in Pro­jekte des öster­rei­chi­schen Ver­eins für soziale Inter­ven­tion und Inte­gra­tion fließen. Dessen Enga­ge­ment reicht von der Obdach­lo­sen­be­treuung über Gewalt- und Dro­gen­prä­ven­tion bis hin zur kos­ten­losen Sozi­al­be­ra­tung. Wobei Toni Polster ohnehin findet: Die beste Prä­ven­tion ist Sport und sozialer Rück­halt.“

Dass seine Mann­schaft künftig ob ihres Spon­sors den ein oder anderen komi­schen Kom­mentar von Geg­nern, Zuschauern oder Presse kas­sieren könnte, liegt auf der Hand. Böse Zungen läs­tern schon jetzt, die Spieler der Wiener Vik­toria hätten bereits Ende letzter Saison gewisse Hanf­pro­dukte getestet. Im Mai unterlag man näm­lich beim Tabel­len­nach­barn Wie­ner­berger SV mit 0:24. Aller­dings gibt es eine andere, eher unspek­ta­ku­läre Erklä­rung für dieses Debakel: Polster schonte an jenem Tag seine erste Gar­nitur für ein kurz darauf fol­gendes Pokal­spiel. Er schickte statt­dessen ein Team aus Jugend­spie­lern in die ungleiche Schlacht.