Nein, es läuft nicht gut für die Fran­zosen. Knapp ein halbes Jahr vor Beginn der Euro­pa­meis­ter­schaft im eigenen Land wird das Bild einer nach den schwie­rigen Vor­jahren refor­mierten fran­zö­si­schen Natio­nal­mann­schaft durch die Affäre Ben­zema erschüt­tert. Der 27-jäh­rige Stürmer von Real Madrid befand sich in der Nacht von Mitt­woch auf Don­nerstag der ver­gan­genen Woche in den Händen der Justiz in Ver­sailles. Er wurde nach einer mög­li­chen Betei­li­gung an der Erpres­sung seines Natio­nal­mann­schafts­kol­legen Mathieu Val­buena befragt. Kon­kret geht es um die Exis­tenz eines Videos, wel­ches Val­buena, seit Sommer in Diensten von Olym­pique Lyon­nais, in sexuell anzüg­li­chen Posi­tionen zeigen soll. Vor kurzem hatten Erpresser angeb­lich 150.000€ von Val­buena gefor­dert, damit das Video nicht an die Öffent­lich­keit gelange.

Keine Wahl für Val­buena?

Ben­zemas Rolle in dieser Affäre ist ein wenig diffus, da sich die Ver­sionen seiner mög­li­chen Betei­li­gung arg wider­spre­chen. Einer­seits wird behauptet, dass Ben­zema zuge­geben haben soll, an der Erpres­sung betei­ligt gewesen zu sein und damit einem Freund aus Kind­heits­tagen namens Karim Zenati helfen zu wollen, da dieser die Per­sonen in Besitz des Videos kenne, so L’Express“. Diese Ver­sion wird aller­dings von Ben­zemas Anwalt demen­tiert. Eine Unter­su­chung von Tele­fon­ge­sprä­chen soll ergeben haben, dass Ben­zema in einem Gespräch mit seinem Jugend­freund gesagt haben soll, dass er (Val­buena) keine Wahl“ habe und Ben­zema ihm das zu ver­stehen geben werde“, wor­aufhin Val­buena bezahlen“ würde.

Am Diens­tag­morgen legte Europe1“ wei­tere Mit­schriften eines Tele­fon­ge­sprächs zwi­schen Ben­zema und seinem Jugend­freund vor. Dieses Tele­fon­ge­spräch soll Anfang Oktober statt­ge­funden haben, als sich Val­buena und Ben­zema gemeinsam auf einem Lehr­gang der fran­zö­si­schen Natio­nal­mann­schaft in Clai­re­fon­taine befanden. An diesem Tag sprach Ben­zema zuerst mit seinem Mann­schafts­kol­legen und setzte ihn über die Exis­tenz des Videos und die For­de­rungen der Erpresser in Kenntnis. Anschlie­ßend tele­fo­nierte er mit Zenati und infor­mierte diesen über den Ver­lauf des Gesprächs mit Val­buena. Allem Anschein nach scheint Ben­zemas Rolle in der Affäre dann doch relativ ein­deutig zu sein, da er als Ver­mittler zwi­schen den Epres­sern und Val­buena auf­tritt und im Zuge des Tele­fon­ge­sprächs äußert, dass er glaube, dass er (Val­buena) uns nicht ernst nimmt“. Die Atmo­sphäre wäh­rend des Gesprächs wird von den Jour­na­listen als sehr ent­spannt und locker beschrieben. Ande­rer­seits ver­si­chert Ben­zemas Anwalt, dass sein Man­dant seinem Kol­legen aus der Natio­nal­mann­schaft geraten haben soll, sich nicht erpressen zu lassen und nicht zu bezahlen. Aus Kreisen der fran­zö­si­schen Natio­nal­mann­schaft heißt es eben­falls, dass Ben­zema und Val­buena früher dicke Kum­pels gewesen sein sollen. Was soll man also glauben?