1.
Wie so viele Riva­li­täten beginnt auch diese mit einem – Kanal. Wäh­rend der indus­tri­ellen Revo­lu­tion waren sowohl Liver­pool als auch Man­chester bedeu­tende Indus­trie­städte, Liver­pool wegen des Hafens, Man­chester wegen der Tex­til­in­dus­trie. Jah­re­lang wurde in Liver­pool ver­kauft und ver­schifft, was in Man­chester fabri­ziert wurde. Dann aber baute Man­chester den Man­chester-Ship-Kanal und strich Liver­pool aus der wirt­schaft­li­chen Glei­chung – und legte so den Grund­stein für eine Riva­lität zwi­schen beiden Städten, die ihre sport­liche Bedeu­tung vor allem auch aus der Tat­sache gewinnt, dass Man­chester United und der FC Liver­pool die beiden erfolg­reichsten Fuß­ball­klubs des Landes sind.

2.
Die Gesamt­bi­lanz des Nord-West-Derbys führt United an, mit wett­be­werbs­über­grei­fend 77 Siegen bei 53 Unent­schieden und 62 Nie­der­lagen. Kleine Gän­se­haut aus Tafel­silber gefällig? Zusammen haben United und Liver­pool 38 eng­li­sche Meis­ter­schaften, acht­zehn FA-Cups, acht Lan­des­meister- bzw. Cham­pions-League-Tro­phäen, vier Uefa-Cups, vier Uefa-Super­cups, zwölf League Cups und 35 FA Com­mu­nity Shields gewonnen.

3.
Wie tief die fuß­bal­le­ri­sche Riva­lität geht, sieht man auch daran, dass seit sage und schreibe 1964 (!) kein ein­ziger Spieler mehr direkt zwi­schen den beiden Klubs trans­fe­riert wurde. Phil Chis­nall kos­tete damals ledig­lich schlappe 25.000 Pfund und spielte auf der leider nicht mehr exis­tenten Posi­tion des Innen­stür­mers. Außerdem schaffte er das Kunst­stück, zum amtie­renden Meister Liver­pool zu wech­seln, die mit Chis­nall aber nur Siebter wurden, wäh­rend seine Ex-Kol­legen aus Man­chester sou­verän den Titel holten. Immerhin gewann Chis­nall die Meis­ter­schaft im Bad Timing (Quelle rei­chen wir nach), nach nur sechs Spielen in drei Jahren für die Reds zog er weiter zu Sou­thend United. Glück­wunsch.

4.
Beson­ders innig hasste Ex-United-Trainer Alex Fer­gusen den Rivalen. In einem Inter­view ließ Fer­guson wissen: Meine größte Her­aus­for­de­rung war es, Liver­pool von ihrem ver­schis­senen Sockel zu stoßen. Und das können Sie so abdru­cken.“ Was wir an dieser Stelle natür­lich gerne nochmal tun, wenn auch nur aus Angst vor Sir Alex’ kaltem Hass. Es war übri­gens auch Fer­guson, der 2007 den Transfer von Gabriel Heinze zu Liver­pool ver­hin­derte. Heinze saß bei United nur noch auf der Bank und bet­telte öffent­lich darum, nach Liver­pool wech­seln zu dürfen. Fer­guson stellte sich quer, der Fall ging vor Gericht und Fer­guson bekam Recht. Und der arme Heinze musste schließ­lich wohl oder übel zu Real Madrid gehen, wo er spa­ni­scher Meister wurde. Armer Kerl.

5.
Seine Anti­pa­thie hätte Sir Alex 1996 um ein Haar mit einer blu­tigen Nase bezahlt. Nachdem Mit­tel­feld-Zam­pano Eric Can­tona das FA-Cup-Finale mit einem späten Tor für United ent­schieden hatte, ent­ging Alex Fer­guson auf dem Weg zur Sie­ger­eh­rung nur knapp dem saf­tigen Faust­schlag eines ent­täuschten und/​oder däm­li­chen Liver­pool-Fans. Fergie reagierte ganz cool: Wenn jemand ver­sucht, mich zu schlagen, weiß er ganz offen­sicht­lich nicht, was für ein guter Kämpfer ich bin.“ Übri­gens: Auch Tor­schütze Can­tona wurde auf dem Weg zur Sie­ger­eh­rung atta­ckiert. Ein Fan erdreis­tete sich, King Eric anzu­spu­cken, und dass King Eric den Fan nicht noch auf den Stufen des Sta­dions zu Klump geschlagen hat, ist der bisher stich­hal­tigste Beweis, dass es die Matrix wirk­lich gibt.