David Yell­dell
David wer? Der Tor­hüter stand im ver­gan­genen Jahr noch mit dem MSV Duis­burg im Pokal­fi­nale, wech­selte dar­aufhin nach Lever­kusen und sollte dort den Dau­er­ver­letzten René Adler ver­treten. Das tat er dann auch– für genau ein Spiel. Nachdem sich Bayer aller­dings in der ersten Runde des DFB-Pokal gegen Dynamo Dresden bla­miert hatte, wurde Yell­dell auf die Bank abge­schoben, als auch Ersatz-Ersatz­mann Fabian Giefer nicht den Bayer-Ansprü­chen genügte, holte man Bernd Leno aus Stutt­gart. Seitdem trägt Yell­dell nur noch die Koffer. Kar­rie­re­grab Lever­kusen.

Hans Sarpei:
Obwohl Monster-Hans in dieser Saison in der Liga nicht einmal für den FC Schalke gespielt hat, war er viel­leicht der gefrag­teste Mann. Gilt als dank­barster Gesprächs­partner für die neue jour­na­lis­ti­sche Form des Twit­ter­views“ und for­derte jüngst via Zwit­scher­dienst seine eigene Kol­lek­tion an Panini-Sti­ckern. Und da wir gelernt haben, dass Hans Sarpei aus­nahmslos zu allem in der Lage ist, freuen wir uns schon auf das Sam­mel­fieber pick­liger Inter­net­nerds.

Hrvoje Cale (VfL Wolfs­burg)
Der Kroate ist einer dieser Spieler, die irgend­wann aus der Liga ver­schwinden werden, ohne dass sie jemand bemerkt hätte. Cale kam im Sommer zum von Trab­zon­spor zum VfL Wolfs­burg, bekam vom Trai­ner­ma­na­ger­alles Felix Magath die Nummer 26 ver­passt, wurde am 4. Spieltag für 25 Minuten gegen den SC Frei­burg ein­ge­setzt, bekam eine gelbe Karte und nahm erst einmal wieder auf der Bank Platz. Und da blieb er dann auch sitzen und saß und saß und saß und saß und saß und saß und kehrte nie wieder in die Mann­schaft zurück. Es gilt als sicher, dass für Cale im 38-Mann-Kader von Magath bald nicht mal mehr Platz auf der Bank sein wird, denn die nächste Trans­fer­pe­riode kommt bestimmt.

Miso Brecko (1. FC Köln)
Dieser Mann nimmt sein Job durchaus ernst. All­tags beackert er beim Effzeh die Außen­bahn und auch im Pri­vaten ist der Slo­wene nur ganz schwer zu bremsen. High­light: Nach einer Kar­ne­vals­feier der Mann­schaft ließ sich Brecko etwas zu weit nach außen drängen und setzte seinen Gelän­de­wagen unweit des Heu­marktes ins Gleis­bett der Kölner Ver­kehrs­be­triebe. Kann ja mal pas­sieren, wenn man nicht gerade 1,6 Pro­mille intus hat wie der Ver­tei­diger. Der gestand später: Auf der FC-Sit­zung hatte ich im Foyer ein paar Kölsch und wollte nach einem Besuch in der Alt­stadt nach Hause fahren, als mir das Miss­ge­schick in der Bau­stelle pas­sierte. So was darf mir nicht pas­sieren. Gott sei Dank ist kein anderer zu Schaden gekommen.“ Mal ganz abge­sehen von seinem Ruf.

Roman Hubnik (Hertha BSC)
Was für eine Pan­nen­saison für den Tsche­chen. Mit der Hertha kämpfte er große Teile der Saison gegen den Abstieg und auch für ihn per­sön­lich war es eine ein­zige Berg-und-Tal­fahrt. Nicht nur, dass er im Pokal einen Kopf­stoß von Glad­bachs Igor de Carmago kas­sierte und dafür mit einem Elf­meter bestraft wurde, im Spiel gegen den SC Frei­burg bil­dete sich das ganze Elend eines Fuß­bal­ler­le­bens in seiner Person ab: Erst nickte er per Eigentor zum 0:1 ein, ver­schul­dete auch noch das 0:2, traf dann sei­ner­seit zum 1:2‑Anschluss, um sich wenig später das Außen­bandand im linken Knö­chel zu reißen. Wenn er jetzt noch absteigt, sollte sich Hubnik eine andere Sportart suchen. Weniger geht nicht.

Sven Bender (Borussia Dort­mund)
Ja, Sven Bender ist der Chuck Norris der Liga. Liest man näm­lich die Liste der schweren Ver­let­zungen, die sich der Schre­cken aller Kran­ken­ver­si­che­rungen in dieser Saison ein­ge­fangen hat, muss man glauben: Dieser Junge ist aus Stahl und Granit gefräst. Hier ein kleiner Blick in die Kran­ken­akte Bender: OP nach Kap­sel­ver­nar­bung im linken Knie (Mai 2011), Hüft­prel­lung (Sep­tember 2011), Bän­der­deh­nung (November 2011), Kie­fer­bruch (Dezember 2011), Prel­lung des Nasen­beins und Prel­lung des rechten Aug­ap­fels (Feburar 2012), Teil­ab­riss des Außen­bandes im linken Sprung­ge­lenk und eine Deh­nung der Syn­des­mose (Februar 2012) und Rip­pen­prel­lung (Mai 2012). Zumin­dest Ben­ders geschun­denem Körper wäre es zu wün­schen, dass ihm Jogi Löw die EM erspart.

Axel Bel­ling­hausen (FC Augs­burg)
Weil er es sowieso in keine andere Elf der Saison schaffen würde, kriegt er hiermit seinen Ehren­platz. Warum? Wenn Bel­ling­hausen spielt, ist einem der Pro­fi­fuß­ball auf einmal ganz nah. Keiner ackert so erdig, läuft so kantig, spricht so tro­cken wie King Bel­ling­hausen. Wir wetten: Würde Bel­ling­hausen in der Kreis­liga auf­laufen, würde es keinem auf­fallen. Nicht, weil ihm das Talent fehlt, son­dern weil er all das ver­eint, was auch der Otto-Normal-Kicker in Erman­ge­lung an tech­ni­schem Geschick in die Waag­schale werden kann: Wille, Ehr­lich­keit, Schaum vorm Mund. Und das ist uns allemal lieber als Pomade und ein paar unnütze Über­steiger.

Altin Lala (Han­nover 96)
Klingt wie ein Mär­chen aus 1001 Nacht: Altin Lala wech­selt nach gefühlten 203 Jahren im Trikot von Han­nover 96 den Klub und geht zum FC Bayern Mün­chen. Das ist kein Witz! Zwar wird Lala dort nur die schnö­se­ligen Ama­teure auf Trab halten, aber den­noch hat sich der Alt­hauer aus Alba­nien diesen Kar­rie­re­turbo ver­dient. Gespielt hat er in dieser Saison noch sechs Mal für die Nie­der­sachsen und fiel dabei nicht negativ auf. Und das ist in diesen Tagen durchaus nicht selbst­ver­ständ­lich. Nicht wahr, Michael Bal­lack?

Richard Sukuta-Pasu (1. FC Kai­sers­lau­tern)
Muss man auch erst einmal schaffen: Stolze 24 Mal stand Sukuta-Pasu in dieser Saison für den 1. FC Kai­ser­lau­tern auf dem Platz. Dumm nur, der Stümer erzielte dabei genau null Tore. Dabei wäre es gar nicht so schwer gewesen, auf dem Bet­zen­berg als Top­tor­schütze der Saison in die teuf­li­schen Annalen ein­zu­gehen. Das schaffte statt­dessen der Israeli Itay Shechter. Der traf immerhin drei Mal.

Papiss Demba Cisse (SC Frei­burg / New­castle United)
Rekorde für die Ewig­keit: Obwohl der Sene­ga­lese den SC Frei­burg bereits zur Win­ter­pause gen New­castle ver­ließ, ist er auch nach dem letzten Spieltag mit neun Tref­fern bester Tor­schütze der Breis­gauer. Kurios: Damit steht er sogar auf Platz 19 der abschlie­ßenden Tor­jä­ger­liste, noch vor Mike Hanke, Cacau und Thomas Müller. Und als wolle Cisse auch fernab der Frei­burger Gemüt­lich­keit beweisen, was für ein Mons­ter­stümer der Bun­des­liga da durch die Lappen gegangen ist, netzte er in Eng­land munter weiter und traf für seinen neuen Klub 13 Mal in 13 Spielen, davon vier Mal per Dop­pel­pack.

Marco Arn­au­tovic (Werder Bremen)
End­lich hat man auch im spröden Weser­land mal wieder einen echten Para­dies­vogel. Er balgte sich mal in der Umkleide, trieb sich desöf­teren nachts vor der Disko rum und schwa­dro­nierte über Tat­toos und Silikon in und an Frau­en­kör­pern. Kurzum, vor allem neben dem Platz zeigte der Öster­rei­cher Leis­tungen aus dem Kosmos eines Mario Balo­telli. Beson­deres High­light: Beim Her­um­tollen mit seinem Schä­fer­hund Santos im hei­mi­schen Garten blieb der Stürmer im Rasen hängen und riss sich das Innen­band im rechten Knie. Der Hund kann nix dafür“, beteu­erte er tags darauf im Weser-Kurier“. Als ob das jemand ver­mutet hätte.

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Michael Skibbe
Ist der Ruf erst rui­niert: Michael Skibbe sorgte für die wohl sagen­um­wo­benste Trai­ner­per­so­nalie der Saison. Von einem tür­ki­schen Fan­ta­sie­verein frei gekauft, sollte Skibbe die Hertha nach einer durchaus pas­sa­blen Hin­runde in ruhigem Fahr­wasser halten – und schei­terte gran­dios. Nach 52 Tagen und fünf Nie­der­lagen in fünf Spielen durfte Skibbe wieder gehen. Sein Ex-Klub Eski­se­hirspor spielte der­weil in der tür­ki­schen Liga um den Euro­pa­pokal mit.