Eines der größten Pro­bleme ist der Trans­port. Zum Trai­ning und zurück, gerade in den dörf­li­chen Gegenden. Wenn man da nicht plant, wie die Mäd­chen nach Hause kommen, dann ist die Wahr­schein­lich­keit hoch, dass sie es nicht schaffen.

So erzählt es Dorcas Ama­kobe der eng­li­schen Zei­tung The Guar­dian“. Sie ist Lei­terin der Orga­ni­sa­tion Moving the Goa­l­posts“. Einer Orga­ni­sa­tion, die kenia­ni­schen Mäd­chen mit Fuß­ball zu einem bes­seren Leben ver­helfen will. Moving the Goa­l­posts, die Tor­pfosten ver­schieben, ist eine Rede­wen­dung, die etwas bedeutet wie die Spiel­re­geln ändern“. Und die Spiel­re­geln in Kenia sind die Regeln des Patri­ar­chats.

Rechte dank Fuß­ball

Welche Rolle Fuß­ball dabei spielt, kann Cla­rice Mrengi erklären. Eine junge Frau, mit rundem, freund­li­chem Gesicht, die ihre Haare zu einem sport­lich Dutt zusam­men­ge­bunden hat. In einem You­tube-Video der Orga­ni­sa­tion sieht man sie in grün-weißem Trikot auf einem stau­bigen Platz mit Tor­stangen ohne Netz. Fuß­ball hat dafür gesorgt, dass ich meine Rechte kenne“, sagt Mrengi in dem Video, und dass ich sie ein­for­dern kann.“

In einer Zeit, in der jede Woche, jeden Tag neue Ent­hül­lung über ein euro­päi­sches Fuß­ball­ge­schäft öffent­lich werden, in dem Geld und Macht und Hin­ter­zimmer mehr zählen als alles andere, zeigt diese, so andere Art von Fuß­ball, auf den kargsten Plätzen, was der Sport noch immer kann: Und das ist in diesem Fall nichts weniger, als Leben zu ver­än­dern. Wegen Fuß­ball“, sagt Cla­rice Mrengi näm­lich, bin ich heute die, die ich bin.“

Fuß­ball­plätze waren für Jungs“

Eine junge Frau, die weiß, wer sie ist, weiß, was sie will; das ist in Kenia nicht überall selbst­ver­ständ­lich. Nach Angaben von Moving the Goa­l­posts“, das in Kenias Küs­ten­re­gionen aktiv ist, gingen 2016 nur 20 Pro­zent der Mäd­chen, die eine Grund­schule besuchten, danach noch auf eine wei­ter­füh­rende Schule. Viele Mäd­chen hei­raten jung, werden früh Opfer von Ver­ge­wal­ti­gungen. Die Frau, sagt Dorcas Ama­kobe, hätten in der kenia­ni­schen Gesell­schaft eine repro­duk­tive Rolle. Moving the Goa­l­posts“ will das ändern: das Selbst­bild der Mäd­chen und ihre Stel­lung in der Gesell­schaft.