Seite 2: Ein Pokal wie eine Opfergabe

Doch dann, bestimmt schon eine halbe Stunde nach Abpfiff, kamen fast schon vom Ein­gang zu den Kabinen noch einmal zwei Spieler her­über. Einer­seits war das Gilles Yapi, der ver­letzt aus­ge­wech­selte Mit­tel­feld­mann von der Elfen­bein­küste, der hum­pelnd und mit tam­po­nierter Nase etwas von einem Kriegs­ver­sehrten hatte. Er trug den Pokal an einem Henkel und der alt­ge­diente Ver­tei­diger Alain Nef am anderen. Gemeinsam strebten sie der Süd­kurve zu und wuch­teten sich über den Wer­be­reiter hinter dem Tor. Wenige Schritte dahinter, unge­fähr dort, wo bei Leicht­ath­le­tik­wett­kämpfen die Matte der Stab­hoch­springer liegt, stellten sie den Pokal auf dem Boden ab. 

Ver­liebt in ihren Zorn

Dann drehten sie sich um, klet­terten wieder über die Bande zurück und schleppten sich dem Aus­gang ent­gegen. Die bizarrste Feier eines Pokal­siegs, die ich je erlebt hatte, hatte eine letzte absurde Wen­dung bekommen. Der Pokal, geschmückt mit blau-weißen Bän­dern, den Farben des FC Zürich, blieb zurück wie eine Opfer­gabe. Doch die in Schwarz waren noch zu ver­liebt in ihren Zorn, weil er sie so groß und so gerecht machte, dass sie das Opfer nicht annehmen wollten. Sie wollten lieber noch böse sein, riefen den Spie­lern Flüche hin­terher und ver­ließen das Sta­dion. 

PS: Irgendwer musste den Pokal dann doch wieder mit­ge­nommen haben. Als ich am nächsten Tag zu Gast bei einer Ver­an­stal­tung im Museum des FC Zürich war, stand er dort. Ich durfte ihn sogar in die Hand nehmen. Etwas später am Abend kam der Trainer des FCZ und nahm den Cup mit. Er wollte ihn noch seiner Mutter zeigen.