Der 29. April war ein nor­maler Tag für Chris. Wie gewohnt ins Sta­dion. Wie gewohnt ein paar Bier intus, wie gewohnt sin­gend und pöbelnd. Dann wurden Chris und 20 wei­tere Fans aus dem Sta­dion geschmissen, weil sie ver­bo­tene Voka­beln ver­wendet hatten.

Burn the fuckin’ lot

In der Major League Soccer gibt es eine Richt­linie, die sexis­ti­sche, belei­di­gende, ras­sis­ti­sche und obszöne Sprache ver­bietet. Die Wörter puta“ und puto“ (bedeutet z.B. Nutte“ oder Homo“) dürfen daher schon längst nicht mehr in der texa­ni­schen Toyota Arena ver­wendet werden. Eigent­lich eine gute Idee, solange es nicht zu klein­lich wird.

Wer sein Mund­werk nicht im Griff hat wird sofort nach Hause geschickt, um sich den Mund aus­zu­wa­schen. So auch Fan Chris am Samstag. Der stimmte fol­genden Gesang an:

Build a bon­fire! Build a bon­fire!
Put Houston at the top!
Put Port­land in the middle!
And we’ll burn the fuckin’ lot!

Schon ein ziem­lich har­scher Ruf. Dass es hier darum geht, die geg­ne­ri­sche Mann­schaft dem schmerz­li­chen Feu­ertod aus­zu­setzen, war den Behörden aller­dings egal. Die Sicher­heits­kräfte störte ledig­lich das naughty word“ im letzten Vers.

Sie über­gaben Chris der Polizei, die ihn schließ­lich laufen ließ. Nicht aber ohne dem Dau­er­kar­ten­in­haber ein 30-tägiges Sta­di­on­verbot zu erteilen.

Auf­ge­heizte Stim­mung

All­ge­mein herrschte bei der Partie eine auf­ge­heizte Stim­mung, war es doch das wich­tigste Spiel der Saison für den FC Dallas. Ein umkämpftes 2:2 gegen Tabel­len­führer Port­land bei rauem Wetter und noch rauere Stim­mung. Das führte dazu, so zitiert die Fan­grup­pie­rung Dallas Beer Guar­dians“, dass die Ver­ant­wort­li­chen sich gezwungen sahen die MLS-Richt­linie rigoros umzu­setzen.

Die Reak­tion der Fan­clubs? Sie lenkten ein. Am Dienstag trafen sich die Dallas Beer Guar­dians mit den Ver­eins­ver­ant­wort­li­chen und arbei­teten neue Richt­li­nien gegen Sta­di­on­pö­be­leien aus: Orga­ni­sierte Gesänge dürfen nun gar keine bösen Wörter mehr ent­halten, auch nicht in fremden Spra­chen.

Die Fans haben ver­spro­chen sich neue, anstän­di­gere Lieder für Chris und die Anderen aus­zu­denken. Als Reak­tion auf kon­krete Spiel­szenen dürfen sie aber immer noch wie gewohnt pöbeln. For fuck’s sake!