1.
Ris­kanter Glück­wunsch
Carlton Cole, Stürmer bei West Ham United, nutzte die Foto-Funk­tion bei Twitter, um seiner Freundin einen ris­kanten Glück­wunsch zum Valen­tinstag zu senden. Die Ent­schul­di­gung für den dezenten Hin­weis, sie möge sich um den Haus­halt küm­mern, wird in Form einer Fla­sche Schampus gleich mit­ge­lie­fert. Ob’s reicht? Eine get­wit­terte Ant­wort der so Bezier­zten blieb leider aus.

Mög­lich, dass die Strafe härter aus­fallen könnte, als die 20.000 Pfund, die Cole für einen wei­teren Tweet ble­chen musste. Zum Freund­schafts­spiel zwi­schen Eng­land und Ghana teilte der Sohn einer nige­ria­ni­schen Mutter und eines Vaters aus Sierra Leone mit, das Spiel sei eine Falle der bri­ti­schen Regie­rung, um ille­gale Migranten aus­findig zu machen. Die FA war not amused, ver­ur­teilte ihn zu der Geld­strafe und gab ihm mit auf den Weg: Twitter ist keine intime Kon­ver­sa­tion, son­dern ein offenes Medium mit einem poten­ziell breiten Publikum.“

2.
Sicher­heits­alarm
Rio Fer­di­nand löste mit einem Twitter-Bild eine Sicher­heits­war­nung im Weißen Haus in Washington aus. Wäh­rend der Sai­son­vor­be­rei­tung von Man­chester United besich­tigte Fer­di­nand zusammen mit seinen Team­kol­legen den Amts­sitz Barack Obamas. Zum Text the secu­rity needs bee­fing up here at the White House.…!!“ („Der Sicher­heits­dienst muss im Weißen Haus auf­ge­peppt werden“) sen­dete er ein Bild des Sicher­heits­per­so­nals. Es dau­erte nur wenige Augen­blicke bis der Tweet auf mys­te­riöse Weise gelöscht wurde.

3.

Miss­glückter Doping-Witz
Völlig in die Hose gegangen ist der Ver­such von Barca-Tor­hüter Victor Valdes, auf Twitter lustig zu sein. Nach einer Doping­probe foto­gra­fierte sich der Keeper als ten­nis­spie­lender Orang Utan mit T‑Shirt und schrieb dazu: Dieser Arzt ist der Chef der Ärzte, die uns die Ana­lysen gemacht haben. Ein Typ wie im Film.“ Valdes wollte seine Aktion als sati­ri­sche Ant­wort auf den ehe­ma­ligen Ten­nis­spieler Yan­nick Noah ver­standen wissen. Dieser hatte sich öffent­lich über die Domi­nanz spa­ni­scher Sportler gewun­dert und behauptet: Heut­zu­tage ist es im Sport ein biss­chen wie bei Asterix bei den Olym­pi­schen Spielen: Ohne Zau­ber­trank ist es schwierig zu gewinnen.“ Zwar ern­tete Noah dafür in Spa­nien einen Sturm der Ent­rüs­tung, aber auch Valdes‘ Scherz blieb auf halber Strecke hängen.

4.
Schieds­rich­ter­be­lei­di­gung
Auch Ryan Babels Witz kam, zumin­dest bei ent­schei­denden Stellen, nicht so gut an. Nach einer 0:1‑Niederlage seines Ex-Klubs FC Liver­pool gegen Man­chester United twit­terte er eine Foto­mon­tage, die Schieds­richter Howard Webb im Trikot von United zeigt. Die FA bat den Stürmer mit 12.000 Euro zur Kasse.

5.
Sprach­liche Fein­heiten
Mit ortho­gra­phi­schen Schwä­chen, erst recht wenn sie in einer Fremd­sprache auf­treten, sollte man nach­sichtig sein. Den­noch muss sich Arse­nals bra­si­lia­ni­scher Außen­ver­tei­diger Andre Santos Kritik gefallen lassen. Very“ schreibt man eben nicht mit zwei R“.

6.
Twitter-Dop­pel­gänger
Nicht selbst zu ver­ant­worten hatte der Ex-HSV-Trainer Michael Oen­ning sein Twitter-Pro­blem. Oen­ning wurde Opfer eines Twitter-Dop­pel­gän­gers, der sich mona­te­lang über den Coach lustig machte. In den iro­ni­schen Ein­trägen hieß es bei­spiels­weise: Wir werden Geschichte schreiben und Titel holen – selbst wenn es vor­erst nur der alte Rekord von Tas­mania Berlin ist.“

7.
Twit­ter­gate in Mün­chen
Gleich zwei twit­ternde Profis berei­teten der Chef­etage des FC Bayern zuletzt Ärger. Auf seiner Seite Borges@Breshow02 zeigte sich der zün­delnde Abwehr­spieler Breno hoch­gradig ent­täuscht dar­über, bei einem Test­spiel nicht zum Pro­fi­kader der Bayern gehört zu haben: Was für eine Phase ich durch­mache, Bayern macht eine Sauerei mit mir!“

Ganz anders Ana­toli Timoscht­schuk: Der nutzte seine Zuge­hö­rig­keit zum Pro­fi­kader, um unmit­telbar vor dem Rück­run­den­start in Mön­chen­glad­bach ein Foto aus der Kabine öffent­lich zu machen. Motto: Wir sind bereit“.

Dass aber auch der Verein nicht mit den neuen Medien umzu­gehen weiß, bewies eine eher unge­lenke Face­book-Aktion. Der Verein kün­digte auf seiner Home­page die spek­ta­ku­läre Neu­ver­pflich­tung“ eines Offen­siv­spie­lers an, der auf einer Pres­se­kon­fe­renz exklusiv bei face​book​.com/​F​C​B​ayern vor­ge­stellt werden sollte. Beim Ankli­cken der Seite stellte sich jedoch heraus, dass es sich ledig­lich um einen Werbe-Gag han­delte – es ging um die Fans als zwölfter Mann. Inner­halb von 45 Minuten wurde der Verein mit 4000 über­wie­gend nega­tiven Kom­men­taren über­schwemmt.

8.
Bom­ben­witze
Zum Jah­restag der Anschläge auf das World Trade Center in New York twit­terte Nathan Eccleston, Nach­wuchs­spieler vom FC Liver­pool: Ich werde dazu nicht Angriff sagen. Lasst nicht zu, dass die Medien uns glauben lassen wollen, dass es Ter­ro­risten getan haben.“ Ins gleiche Horn blies der Duis­burger Profi Burakcan Kunt, der am selben Tag kurz und prä­gnant heraus posaunte: Mohammed Atta Air­lines“. Beide bekamen anschlie­ßend kräftig Gegen­wind. Der Liver­pool-Besitzer Tom Werner mel­dete umge­hend, dass er den Fall extrem ernst nehme“ und Kunt sah sich gar genö­tigt zu behaupten, die Mel­dung stamme nicht von ihm.

9.
Pri­vates Mit­tei­lungs­be­dürfnis
Ein echter Web‑2.0‑Spezialist ist Wayne Rooney. Wann immer er nicht auf dem Platz steht, teilt er sein Pri­vat­leben mit hun­dert­tau­senden Internet-Freunden. Und wenn er es nicht tut, tut es seine Frau. Diese zwit­scherte am Abend vor der Partie Man­chester City gegen Man­chester United, dass sie zusammen mit Wayne auf der hei­mi­schen Couch sitzt und eine Beyonce-DVD ansieht. Dumm für Wayne und United: Gegner City erfuhr somit schon deut­lich früher als geplant, dass Ronney am nächsten Tag nicht ein­satz­be­reit sein würde. City konnte sich somit in aller Ruhe auf die neue Per­so­nal­si­tua­tion ein­stellen.

Eine große Freude erwies Rooney der Inter­net­ge­meinde mit einem Tweet über seine Haar­trans­plan­ta­tion: Hallo an alle, hier ist mein Kopf. Es wird ein paar Monate dauern, bis es wächst. Außerdem immer noch ein biss­chen blutig. Aber das ist normal. Mit 25 Jahren werde ich kahl, also warum nicht? Ich bin sehr erfreut über das Resultat.“

10.
Tier­freunde
Noch einmal Wayne Rooney: Weil er sein Renn­pferd nicht Oceans Seven nennen durfte, heißt sein Gaul nun Swit­cha­rooney. Dieses Namen ver­kün­dete der mit­tei­lungs­be­dürf­tige Stürmer voller Stolz seinen Fol­lo­wern. Doch nicht nur das: Für alle, die mehr wissen wollen, besteht die Mög­lich­keit Swit­cha­rooney auf einem eigenen Twit­ter­kanal zu folgen.

Swit­cha­roo­neys Popu­la­rität ist jedoch nichts im Ver­gleich zu einer Katze, die wäh­rend eines Liver­pool-Heim­spiels über den hei­ligen Rasen von Anfield flitzte. Nicht nur im Sta­dion ern­tete der Stra­ßen­tiger stür­mi­schen Applaus, auch im Web sorgt sie für Furore. Etwa 60.000 Fol­lower hat der Platz­stürmer mitt­ler­weile.

11.
Schamlos
Neymar, der Wunder-Stürmer vom FC Santos, schoss pünkt­lich zu seinem 20. Geburtstag das 100. Tor in seiner noch jungen Kar­riere. Seine Mit­spieler über­gossen ihn dar­aufhin mit Scho­ko­sauce und einigen anderen Back­zu­taten. Scheinbar fernab jedes Scham­ge­fühls twit­terte Neymar das Beweis­foto.

12.
Beleid­gung
Arsenal-Tor­wart Wojciech Szc­zesny wit­zelte“ öffent­lich über seinen Mit­spieler Aaron Ramsey, dieser sehe auf einem Foto aus wie ein Ver­ge­wal­tiger“. Der pol­ni­sche Natio­nal­tor­hüter hatte Glück und kam mit einer Ent­schul­di­gung für seine unbe­dachte Äuße­rung davon.

Weniger glimpf­lich ver­lief sein Anban­de­lungs­ver­such bei einer Mode­ra­torin, die es in Eng­land auf­grund sehr frei­zü­giger Bilder zu einer gewissen Bekannt­schaft gebracht hatte. Szc­zesny schickte ihr seine Han­dy­nummer, worauf es zum Aus­tausch einiger schlüpf­riger Nach­richten kam. Als die Dame aller­dings her­aus­fand, dass ihr Ver­ehrer eine feste Bezie­hung hat, machte sie den Anmach­ver­such öffent­lich, twit­terte seine Tele­fon­nummer und schrieb: Ich könnte noch etliche Num­mern rum­schi­cken. Ich will, dass sie ver­stehen – sie können nicht jede flach­legen, nur weil sie Fuß­baller sind.“