Der Rat war ja gut gemeint. Geh raus und genieße“, gab Zine­dine Zidane seinem Angreifer Gareth Bale mit auf den Weg. Zwei­ein­halb Monate waren seit dessen Ope­ra­tion am Sprung­ge­lenk ver­gangen, zwei­ein­halb Monate ohne Fuß­ball und nun, end­lich wieder auf dem Platz, sprühte Bale gegen Espanyol Bar­ce­lona gleich mal vor Spiel­freude. Ein Tor gelang ihm nach seiner Ein­wech­se­lung auch noch, ein bes­seres Come­back hätte er sich kaum vor­stellen können.

Fremd­körper im eigenen Spiel

Knapp zwei Monate ist das nun her und inzwi­schen genießt der Waliser die Spiele mit Real Madrid weit weniger. Aus­ge­rechnet zur ent­schei­denden Phase der Saison steckt Bale in einer sport­li­chen Krise, wie er sie selten erlebt hat. Nach seiner langen Ver­let­zungs­pause kommt er nicht wieder in Form. Beson­ders deut­lich wurde das am ver­gan­genen Samstag im Stadt­derby gegen Atle­tico. Da gelangen ihm gerade mal 28 Pässe – nur sechs mehr als Tor­hüter Keylor Navas. Die Zahlen sind ohnehin nicht auf seiner Seite. Zwei Tore hat er ledig­lich geschossen seit seiner Rück­kehr, er spielt weniger Pässe, gibt weniger Tor­schüsse ab und hat weniger Ball­kon­takte. Kurz: Gareth Bale ist der­zeit ein Fremd­körper im Spiel von Real Madrid.

Nun ist es nicht so, dass den Fans das nicht auf­ge­fallen wäre. Pfiffe gab es im Liga­spiel gegen Depor­tivo Alaves, weil Bale spielt und form­stär­kere Spieler wie Isco oder Lucas draußen bleiben müssen. Viele Dis­kus­sionen in den Bars der spa­ni­schen Haupt­stadt drehen sich darum, ob Bale beim Cham­pions League Hin­spiel heute Abend in Mün­chen nicht auf der Bank besser auf­ge­hoben wäre.

Perez: Bale muss spielen

Gareth Bale ist ein bestim­mendes Thema und das nicht nur wegen seiner Misere auf dem Platz. Im Zuge eines Kor­rup­ti­ons­skan­dals in Spa­nien ist ganz nebenbei her­aus­ge­kommen, dass der schnelle Außen einer der Haupt­gründe für den Raus­wurf von Carlo Ance­lotti vor zwei Jahren bei Real Madrid war. Jenem Ance­lotti, der inzwi­schen den FC Bayern trai­niert und die Spiele gegen seinen alten Arbeit­geber mit einer kräf­tigen Por­tion Extra­mo­ti­va­tion angehen wird.

Reals Prä­si­denten Flo­ren­tino Perez miss­fiel, wie der Trainer seinen 101 Mil­lionen Euro teuren Star ein­setzte oder besser gesagt nicht ein­setzte. Bei diesem Preis, fand Perez, müsse Bale immer von Beginn an spielen, woran Ance­lotti aber nicht dachte.