John Hei­tinga
Es ist schade, dass John Hei­tingas spon­tane Lehr­stunde des kleinen Foul­spiel-Ein­mal­eins nach den Lehren des berühmten Prof. Dr. blut. grätsch. M. van Bommel nicht bereits eine Woche zuvor statt­fand, dann hätten wir näm­lich noch die Mög­lich­keit gehabt, uns zu Hal­lo­ween als gru­se­lige Hei­tinga-Grät­sche zu ver­kleiden. Aber auch so sind wir zutiefst beein­druckt und ver­ängs­tigt ob der schieren Stig-Töf­ting-Haf­tig­keit, mit der Hei­tinga seiner Arbeit nach­geht. Im Spiel gegen Han­nover trat er zunächst Joselu in den Rücken, nur um wenig später Jimmy Briand von den Beinen zu grät­schen und nicht, wie er es eigent­lich hätte machen sollen, eine kurze Aus­zeit zu nehmen, um Schiri Sippel einen Dan­kes­brief schreiben, weil er unver­ständ­li­cher­weise noch auf dem Platz stehen durfte. Aber viel­leicht sitzt er ja jetzt gerade dran.

Chris­toph Kramer
Mit zu glei­chen Teilen Ver­wun­de­rung, Mit­leid und Scha­den­freude nahmen wir Chris­toph Kramers Eigentor gegen Dort­mund zur Kenntnis. Aus knapp 45 Metern chippte Kramer den Ball unhaltbar für Tor­wart Yann Sommer zum 0:1 ins eigene Tor, was in diesem Moment in seinem Kopf vor­ge­gangen ist, weiß wahr­schein­lich nur er selber. Und viel­leicht Helmut Winklhofer. In jedem Falle war Kramers Eigentor derart bizarr, dass wir sicher sind, dass David Lynch das Dreh­buch dazu geschrieben hat. Ob es jetzt dem­nächst eine Mini-Serie auf Show­time“ gibt, viel­leicht mit Johnny Depp als Chris­toph Kramer oder Kramer pas­sen­der­weise als Depp, wissen wir nicht. Wir pro­gram­mieren aber vor­sichts­halber schonmal unseren Video­re­korder. Per Weit­schuss.

Pierre-Eme­rick Aub­ameyang
Noch heute morgen herrschte eine betrof­fene Stim­mung in der Redak­tion und der ein oder andere Kol­lege fing immer wieder leise zu weinen an, in Trauer um Pierre-Eme­rick Aub­ameyangs Jahr­hun­derttor, das der Welt durch die Abseits­regel geklaut wurde. Beim Stande von 0:0 ver­wer­tete Aub­ameyang einen hohen Pass in den Straf­raum mit einer Art ein­ge­drehtem Volley-Lupfer gegen den Lauf von Keeper Yann Sommer. Eine Bewe­gung von so unglaub­li­cher Schön­heit, dass der BVB dar­über nach­denken sollte, ob man nicht im Fan­shop dem­nächst kleine Aub­ameyang-Abseitstor-Brumm­kreisel anbieten sollte, gefer­tigt aus Zier­por­zellan oder Süß­holz oder so. Wir würden auf jeden Fall einen kaufen. Brumm­brumm.

Pawel Olkowski
Herz­lich Will­kommen in der Bun­des­liga, Pawel Olkowski. Und bitte, bitte mehr von diesen wun­der­vollen Weit­schuss­peit­schen. Im Spiel gegen Hof­fen­heim erzielte der Neu-Kölner gleich zwei Distanz­schuss-Tore, die beide so satt und gleich­zeitig so wun­der­schön waren, dass wir gerührt in die Redak­ti­ons­küche gingen, um zur Feier des Tages einen Roberto-Carlos-Ober­schenkel aus Mar­zipan zu model­lieren. Mjam.

Mat­thias Leh­mann
Auch Mat­thias Lehman glänzte gegen Hof­fen­heim, mit einem wun­der­vollen Frei­stoßtor zum 2:1. Ins­be­son­dere der kur­vigen Flug­bahn des Leh­mann­schen Frei­stoß gebührt an dieser Stelle Erwäh­nung. Wir sind uns sicher, dass der Ball, wären nicht Tor­wart und Tor­netz im Weg gewesen, nach einer bumerang­ar­tigen Flug­kurve irgend­wann wieder bei Leh­mann ange­kommen wäre. Und dann hätte er ihn wahr­schein­lich nochmal rein­ge­hauen.

Thomas Müller
Apropos glänzen: Bay­erns Thomas Müller glänzt ja mit einer der­ar­tigen Regel­mä­ßig­keit, dass man eigent­lich einen eigenen Hoch­glanz­lack nach ihm benennen sollte. Im Spiel gegen die Ein­tracht erfreute uns Müller nicht nur mit seinem bewährten Pup­pen­kisten-Lauf­stil, son­dern auch mit seiner unglaub­li­chen Eises­kälte vor dem Tor, mit der er einen lupen­reinen Hat­trick erzielte. Wenn der Mann noch cooler wäre, müsste er wahr­schein­lich ein Rap-Album auf­nehmen. Wobei, lieber nicht.