Seite 2: Frankreich, Griechenland und Schweiz

AS Monaco (Frank­reich)

Wie tief im Abstiegs­strudel?
Nun ja, der Rubel rollt. Sonst rollt wenig. Sei­ten­li­nien-Come­backer Leo­nardo Jardim, zwi­schen­zeit­lich durch Trainer-Novize Thierry Henry ersetzt, hat den Mone­gassen bekannt­lich eine Trend­wende beschert. Nur, um dann inner­halb von zwei Wochen wieder kra­chend Span­nung in den fran­zö­si­schen Abstiegs­kampf zu bringen: gegen die Tabel­len­letzten SM Caen und –vor­letzten EA Guingamp erkratzte sich die Multi-Mille-Truppe bloß ein Tor und fuhr ein mick­riges Pünkt­chen ein.

Und was geht uns das an?
Ein Abstieg wäre Europas größte Kohle-Miss­erfolgs-Schere der letzten Jahre. Ein anschau­li­ches Bei­spiel ist der Lohn für Henry nach drei Monaten Trai­neramt im Fürs­tentum: samt Abfin­dung soll er 25,5 Mil­lionen Euro kas­siert haben.

11-Freunde-Pro­gnose:
Die anderen Abstiegs­kan­di­daten können trotzdem nicht mit­halten. Monaco hat seit Wie­der­an­tritt von Jardim sieben Punkte zwi­schen sich und dem Rele­ga­ti­ons­platz ange­häuft. Das reicht zum Klas­sen­er­halt.

Der Keller:

15. FC Nantes 31 Punkte
16. AS Monaco 31 Punkte
17. Amiens SC 31 Punkte
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18. Dijon FC 24 Punkte
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19. SM Caen 23 Punkte
20. EA Giungamp 23 Punkte

Apollon Smyrnis (Grie­chen­land)

Wie tief im Abstiegs­strudel?
Tas­mania-tief.

Und was geht uns das an?
Keiner ist schlechter als diese Tresen-Truppe aus dem Norden Athens, über die der von dort geflüch­tete Ex-Bremer Justin Eilers nach der Win­ter­pause rück­bli­ckend sagte: Ich habe es nicht mehr aus­ge­halten. In dem Verein herrscht das pure Chaos.“ Bereits am fünften Spieltag heu­erte der dritte Trainer an. Der erste war ein alter Bekannter: Vale­rien Ismael, der gemeinsam mit Eilers letzten Sommer sein Glück in Grie­chen­land suchte, aber nicht fand. Das frü­here Abwehr-Ass von Bremen und den Bayern zog nach einem Spiel die Reiß­leine auf­grund unpro­fes­sio­neller Arbeits­be­din­gungen – der Prä­si­dent wollte ihm in die Auf­stel­lung pfu­schen. Mit nur zwei Siegen und vier Unent­schieden stellt Apollon nach Bun­des­liga-Maß­stäben – Stand jetzt – den Tas­mania Berlin-Rekord ein. Die erreichten 1966 in Deutsch­land eben­falls nur zehn Punkte.

11-Freunde-Gewiss­heit:
Die sind schon futsch: Abstieg.

Der Keller:

12. Asteras Tri­polis 28 Punkte
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13. PAS Gian­nina 26 Punkte
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14. OFI Hera­klion 25 Punkte
15. Leva­diakos 21 Punkte
16. Apollon Smyrnis 10 Punkte

Gras­shop­pers Zürich (Schweiz):

Wie tief im Abstiegs­strudel?
Den schwei­ze­ri­schen Rekord­meister mit 27 Titel­ge­winnen (der letzte datiert von 2003 unter Marcel Koller) darf man getrost Grass­klop­pers nennen, so oft wurden die Züri­cher in dieser Saison ver­mö­belt. Kaum zu glauben, dass dieses Team mit zwölf Punkten unterm Strich hin­ter­her­hinkt, aber noch immer den dritt­größten Markt­wert der Liga stellen soll. Der liegt bei 29,1 Mil­lionen und bewegt sich damit, ohne dabei despek­tier­lich sein zu wollen, in etwa auf einer Stufe mit Union Berlin. 

Seit Jahren geht es kon­ti­nu­ier­lich bergab. Letzte Saison ret­teten sich die Hop­pers noch in der Rele­ga­tion, dieses Mal scheinen die Lichter tat­säch­lich aus­zu­gehen. Die Finger dabei mit im Spiel: Thorsten Fink, der im März vom Hof gejagt wurde. Dazu gaben sich ver­korkste Ein­käufe wie Caiuby vom FC Augs­burg und Spiel­ab­brüche wegen ran­da­lie­render Fans die Klinke in die Hand.

Und was geht uns das an?
Wer erlernte hier nicht alles das Hand­werk für eine euro­päi­sche Kar­riere? Wynton Rufer, Alain Sutter, Gio­vane Élber, Ciriaco Sforza, Mladen Petric und Roman Bürki. Sté­phane Cha­puisat knipste nach seinen Dort­munder Zeiten hier, sogar Günter Netzer spielte seine letzten Stand­fuß­ball-Zucker­pässe im blau-weißen Trikot. Den Trainer-General höchst­per­sön­lich nicht zu ver­gessen: Ottmar Hitz­feld.

11-Freunde-Pro­gnose:
Ade, liebe Hop­pers. Es wird Zeit für einen Neu­an­fang nach dem Abstieg.

Der Keller:

 7. FC Luzern 34 Punkte
 8. FC Lugano 33 Punkte
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 9. Neu­chatel Xamax 26 Punkte
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10. Gras­shop­pers Zürich 21 Punkte