FC Vil­lar­real (Spa­nien)

Wie tief im Abstiegs­strudel?
Eine Gesamt­fluk­tua­tion in Höhe von 46 Zu- und Abgängen geht selten schadlos an einer Mann­schaft vorbei. Letzte Saison noch Platz fünf, ist das gelbe U‑Boot“ dieses Jahr auf Tauch­gang. Trainer Javier Cal­leja war panisch auf der Suche nach dem Emer­gency Button, als dem Chef auf der Kom­man­do­brücke, Prä­si­dent Fer­nando Roig, das Treiben knapp über dem Mee­res­grund zu heikel wurde. Kur­zer­hand setzte er seinen Steu­er­mann noch vor Weih­nachten von Bord. Die freie Stelle wurde mit Luis Garcia besetzt, der mit Sta­tionen in den Ver­ei­nigten Ara­bi­schen Emi­raten und China den Kon­takt zum euro­päi­schen Spit­zen­fuß­ball offenbar ver­loren hatte. Die Folge: vier Punkte aus sechs Spielen. Sichere Fahr­wasser erreicht auch er nicht.

Und was geht uns das an?
Nach sieben Wochen ist für Garcia schon wieder Schluss. Also kramte Roig, dieser geris­sene Kla­bau­ter­mann von Ver­eins­prä­si­dent, in seiner etwas zu kurzen Trainer-Kon­takt­liste und fand: Javier Cal­leja. Den Mann, den er höchst­selbst vor 50 Tagen noch raus­ge­worfen hatte. Ein Tur­naround, der zu funk­tio­nieren scheint. Das Team steht zwar nach wie vor auf einem Abstiegs­platz, hat den Anschluss aber wie­der­her­ge­stellt und schaffte vor einer Woche ein acht­bares 4:4 gegen Messis Bar­ce­lona. 

Auch wenn das keinen Sinn macht: Vil­lar­real steht nebenbei inter­na­tional unge­schlagen im Vier­tel­fi­nale der Europa League. 

11-Freunde-Pro­gnose:
Damit ein U‑Boot wieder auf­tau­chen kann, muss Luft in die mit Wasser gefüllten Tauch­zellen gepumpt werden. Die gewon­nene Leich­tig­keit bringt Auf­trieb und mit etwas Geduld eitel Son­nen­schein vor die Linse. Wir glauben, Car­reja hat sich infor­miert und sein Press­luft­gerät dabei: Klas­sen­er­halt!

Der Keller:

15. UD Levante 33 Punkte
16. Celta Vigo 32 Punkte
17. Real Val­la­dolid 30 Punkte
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18. FC Vil­lar­real 30 Punkte
19. Rayo Valle­cano 27 Punkte 
20. SD Huesca 24 Punkte

FC Bologna (Ita­lien)

Wie tief im Abstiegs­strudel?
Seit dem 3:0‑Befreiuungsschlag im Kel­ler­duell gegen das Schluss­licht Chievo Verona am Montag nur noch knö­chel­tief. Den ange­stammten Abstiegs­platz konnten die Ross­oblu, immerhin sie­ben­fa­cher ita­lie­ni­scher Meister, nach vier Siegen in fünf Spielen ver­lassen. 

Und was geht uns das an?
Pro­mi­nente Trai­ner­ro­chaden sind immer inter­es­sant. Auf Bolo­gnas Bank folgte Ende Januar der Serie A erprobte Siniša Miha­jl­ović auf Filippo Inz­aghi. Letz­terer war zu Spiel­er­zeiten der wei­ner­lichste Straf­raum­stürmer Europas mit der kon­ti­nental gefürch­teten Spe­zia­lität, Elf­meter um Elf­meter her­aus­zu­schwalben. Dumm nur, dass sich sein Auf­ga­ben­be­reich als Coach etwas ver­schoben hat. 

Ebenso kein Beweis von Bau­ern­schläue: exakt diese Trai­ner­ab­folge gab es vor vier Jahren schon einmal, als Inz­aghi beim AC Mai­land schei­terte. Miha­jl­ović kennt es also, den Scher­ben­haufen auf­zu­sam­meln, den der kleine Filippo nach dem Trai­ner­spielen hin­ter­lässt. Der durchaus streit­bare Serbe kommt zudem mit dem Emp­feh­lungs­schreiben, bei seiner letzten Trai­ner­sta­tion Spor­ting Lis­sabon nach nur neun Tagen wieder gefeuert worden zu sein, ohne ein ein­ziges Spiel bestritten zu haben. Die Pro­be­zeit seines aktu­ellen Arbeits­pa­piers hat er diesmal erfolg­reich über­standen.

11-Freunde-Pro­gnose:
Miha­jl­ović ist bis heute mit 28 direkten Frei­stoß­toren gemeinsam mit Ales­sandro del Piero der erfolg­reichste Schütze in der langen Geschichte der Serie A. Womit wir gleich bei Bolo­gnas aktu­ellem Erfolgs­re­zept wären: sechs Tore nach ruhenden Bällen in den letzten fünf Spielen. Nie wird ein Klas­sen­er­halt so gefühl­voll ein­ge­tütet werden wie hier.

Der Keller:

15. Udi­nese Calcio 32 Punkte
16. SPAL Fer­rara 32 Punkte
17. FC Bologna 30 Punkte
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18. FC Empoli 28 Punkte
19. Fro­si­none Calcio 23 Punkte
20. Chievo Verona 11 Punkte