Taribo West

Der Defen­siv­künstler mit der eigen­wil­ligen Haar­frisur mutierte nach dem Olym­pia­sieg zum vaga­bun­die­renden Wan­der­vogel. Seine Odyssee durch die euro­päi­schen Top­ligen begann 1997 mit dem Wechsel von AJ Auxerre zu Inter Mai­land, mit denen er im selben Jahr den Uefa-Cup holte. Nach einem kurzen Gast­spiel beim Stadt­ri­valen AC Milan wech­selte West in die Pre­miere League zu Derby County. Anschlie­ßend bestückte er für zwölf Par­tien die Vie­rer­kette des 1.FC Kai­sers­lau­tern. In den fol­genden Spiel­zeiten tauchte sein Name im Kader von Par­tizan Bel­grad und dem kata­ri­schen Wüs­ten­klub Al-Arabi Doha auf, ohne dass daraus ein län­geres Enga­ge­ment wurde. Seine Kar­riere endete 2005 weitab vom Ruhm ver­gan­gener Zeiten in der eng­li­schen First Divi­sion bei Ply­mouth Argyle. Heute tritt West gele­gent­lich noch für den nige­ria­ni­schen Aus­bil­der­verein FC Julius Berger gegen den Ball.



Nwankwo Kanu

Kaum zu glauben: Der mitt­ler­weile 30-jäh­rige Angreifer steht immer noch im Kader der nige­ria­ni­schen Natio­nal­mann­schaft. Erst kürz­lich bescherte er mit seinem Treffer gegen Uganda dem neuen Chef­coach Vogts einen Ein­stand nach Maß. Im Gegen­satz zum Gros seiner Kol­legen stei­gerte sich Kanus Markt­wert nach dem olym­pi­schen Tri­umph stetig weiter. Mit Inter Mai­land holte Afrikas Fuß­baller des Jahres 1996“ gemeinsam mit Kumpel West den UEFA-Cup. Nachdem aber der Ver­eins­arzt des Mai­länder Spit­zen­klubs einen Herz­fehler dia­gnos­ti­ziert hatte, wurde Kanu 1999 zu Arsenal London abge­schoben. Unter Arsene Wenger gelang ihm dort ein mehr als acht­bares Come­back mit zwei eng­li­schen Meis­ter­ti­teln und der krö­nenden WM-Teil­nahme 2002. Heute geht Kanu, der gemeinhin als erfolg­reichster Spieler des schwarzen Kon­ti­nents gilt, für den eng­li­schen FC Ports­mouth auf Tore­jagd.


Emma­nuel Amu­nike


Nach dem Gewinn der Gold­me­daille wurden Scouts des FC Bar­ce­lona auf Nige­rias Wun­der­stürmer auf­merksam. Seine Zeit im Barça“-Trikot stand aller­dings unter keinem guten Stern. Erst stoppte ihn eine schwere Knie­ver­let­zung, dann bemühte er sich ver­geb­lich um Anschluss im Team­ge­füge. In der Saison 99/00 löste er nach nur 19 Ein­sätzen seinen Ver­trag bei den Kata­lanen frus­triert auf und wech­selte zu Alba­cete Balompié in die Segunda Divi­sion. Sein Kar­riere been­dete Amu­nike 2004 beim jor­da­ni­schen Verein Al-Wet, um noch im selben Jahr sein Come­back anzu­kün­digen, wel­ches bis heute nicht ein­ge­treten ist. Zuletzt trat der 36-jäh­rige Amu­nike in einem Wer­be­spot für einen fran­zö­si­schen Auto­her­steller in Spa­nien in Erschei­nung. Darin nimmt er seinen aus­blei­benden Erfolg beim FC Bar­ce­lona auf die Schippe.


Jay-Jay Okocha

Der begna­dete Dribbler und Tor des Jahres“-Schütze von 1993 been­dete seine Kar­riere im Dress der Super Eagles“ vor etwas mehr als einem Jahr. Nach dem Olym­pia­sieg und dem Abstieg von Ein­tracht Frank­furt brach Okocha seine Zelte in Deutsch­land ab und wech­selte zum tür­ki­schen Renom­mier­klub Fener­bahçe Istanbul. Zwei Jahre später holte ihn Paris St. Ger­main für 22 Mil­lionen Euro an die Seine, wo Jay-Jay“ seinen gefürch­teten Drib­bel­künsten Aus­druck ver­lieh. Anschlie­ßend folgten vier Jahre in der eng­li­schen Pre­miere League, wo er die Gegner der Bolton Wan­de­rers schwin­delig spielte. Sein Kar­rie­re­ende fand Okocha, wie so viele seiner Kol­legen, im ölge­tränkten Wüs­ten­sand des Emi­rats Katar.


Victor Ikpeba

Seine Glanz­zeit hatte der heute 34jährige Ikpeba wohl im Trikot des AS Monaco, wo an der Seite von Thierry Henry und Fabien Bar­thez bis ins Halb­fi­nale der Cham­pions League vor­stieß. Nach dem olym­pi­schen Tri­umph trat er 1997 die Nach­folge von Kanu als Afrikas Fuß­baller des Jahres“ an und war auf dem besten Wege, einer der bedeu­tendsten Fuß­baller Afrikas zu werden. Doch seine Zeit bei Borussia Dort­mund läu­tete seinen Absturz ein. Auf dem Rasen des West­fa­len­sta­dion blieb der sonst so kreativ auf­tre­tende Ikpeba meist erschre­ckend blass. Auch bei Betis Sevilla, seiner nächsten Sta­tion, hinkte Ikpeba dem Glanz frü­herer Zeiten hin­terher, wo der eins­tige Star der Super Eagles“ auf magere drei Ein­sätze brachte. Es folgten Arbeits­ver­träge in Saudi-Ara­bien, Bel­gien und letzt­lich Katar, wo er 2005 seine Kar­riere been­dete. Nach seiner aktiven Zeit zog es Victor Ikpeba an die Wur­zeln seiner größten Erfolge zurück. Er resi­diert seit zwei Jahren an der Küste des Fürs­ten­tums Monaco.


Daniel Amok­achi

Den frisch­ge­ba­ckenen FA-Cup Sieger im Dress des FC Everton zog es nach dem Tri­umph in Atlanta zum tür­ki­schen Meister Bes­iktas Istanbul. Eine Kar­riere als Mus­ter­profi par excel­lence schien vor­ge­zeichnet, als ihn eine Reihe mys­te­riöser Ver­let­zungen heim­suchte. 1999 fiel Amok­achi, schon als Neu­ver­pflich­tung bei 1860 Mün­chen vor­ge­stellt, durch den medi­zi­ni­schen Gesund­heits­check und wurde vom Ver­eins­arzt mit einer sofor­tigen Ver­trags­auf­lö­sung bedacht. Ähn­li­ches wider­fuhr ihm auch beim eng­li­schen Klub Tran­mere Rovers sowie beim US-Major-Ligisten Colo­rado Rapids. Vom Frust des abrupten Kar­rie­re­ende gezeichnet, sat­telte Daniel Amok­achi um und star­tete eine zweite Lauf­bahn als Anwalt der New Yorker School of Law. Zwi­schen­durch schlüpfte Amok­achi noch in das Trikot seines nige­ria­ni­schen Hei­mat­ver­eins Nas­a­rawa United“. Der Gewinn der Olym­pia­me­daille blieb aller­dings der ein­zige Höhe­punkt in seiner sport­li­chen Kar­riere.


Sunday Oliseh

Der Olym­pia­sieger Oliseh folgte dem Ruf seines Ent­de­ckers Morten Olsen und wech­selte 1997 vom kri­selnden 1.FC Köln zum nie­der­län­di­schen Dau­er­meister Ajax Ams­terdam. Mit den Aja­cieden“ wurde Oliseh auf Anhieb Meister und sah sich zwei Jahre später bereit für den Sprung in die ita­lie­ni­sche Serie A. Nach einer völlig ver­korksten Spiel­zeit bei Juventus Turin schlüpfte der eins­tige Star der Super-Eagles“ reu­mütig ins Trikot von Borussia Dort­mund und erlebte dort eine wei­tere sport­liche Ent­täu­schung. Ähn­lich wie Lands­mann Ikpeba fand Oliseh kaum Anschluss an das Team und wurde 2002 an den VfL Bochum abge­schoben. Hier bas­telte der Nige­rianer fleißig weiter an seinem schlechten Image, als er seinem Bochumer Mit­spieler Hash­emian in der Kabine die Nase zer­trüm­merte. Ein Fauxpas, der ihm gleich­zeitig die Sus­pen­die­rung der Bochumer ein­brachte. Um Abstand zu gewinnen, flüch­tete Oliseh zum bel­gi­schen Erst­li­gist KRC Genk. Nach einer Reihe rudi­men­tärer Ein­wechs­lungen löste der Nige­rianer auch hier seinen Ver­trag auf und been­dete im Früh­jahr 2006 end­gültig seine aktive Kar­riere. Oli­sehs kurz­zei­tiges Enga­ge­ment als Sport­ko­or­di­nator des bel­gi­schen Zweit­li­gisten KAS Eupen blieb ebenso myte­riös wie die wahre Ursache für sein Leis­tungs­tief im neuen Jahr­tau­send. Sunday Oliseh lebt heute in Bel­gien.


Trainer Jo Bon­frere

Auch für Coach Johannes Jo“ Bon­frere bedeu­tete der olym­pi­sche Tri­umph mit den Super Eagles“ den Zenit seiner Trai­ner­kar­riere. Obwohl die tak­ti­sche Leis­tung des Nie­der­län­ders in Fach­kreisen auf große Aner­ken­nung stieß, blieben ernst­zu­neh­mende Ange­bote von euro­päi­schen Spit­zen­klubs aus. Statt­dessen heu­erte Bon­frere beim ägyp­ti­schen Verein Al-Ahly in Kairo an. Als der Verein das Sai­son­fi­nale und damit die ägyp­ti­sche Meis­ter­schaft verlor, war auch für ihn der Traum einer großen Trai­ner­kar­riere geplatzt. Erst Jahre später gelang ihm ein uner­war­tetes Come­back als Coach der süd­ko­rea­ni­schen Natio­nalelf, mit der er sich erfolg­reich für die WM 2006 in Deutsch­land qua­li­fi­zierte. Aller­dings hielten die Ver­ant­wort­li­chen des süd­ko­rea­ni­schen Ver­bands Bon­frere nicht für befä­higt genug, diese Mann­schaft auch erfolg­reich durch das WM-Tur­nier zu begleiten. Aus end­losen Que­relen mit Medi­en­ver­tre­tern und den fana­ti­schen Fans der Süd­ko­reaner zog Bon­frere Anfang 2006 die Kon­se­quenz und erklärte seinen sofor­tigen Rück­tritt. Statt zur WM fuhr Bon­frere nach China und wurde Coach des auf­stre­benden Erst­li­gisten FC Dalian Shide.