In Euren Händen“, schreibt Kolum­biens größte Tages­zei­tung El Tiempo“, liegt das Schicksal einer ganzen Nation. Zu sehen ist das Bild der beiden kolum­bia­ni­schen Super­stars James Rodri­guez vom FC Bayern und Falcao aus Monaco. Der eine war der auf­ge­hende Stern der WM 2014 in Bra­si­lien, dessen Flug ihn bis zu Real Madrid kata­pul­tierte, der andere war der Unglücks­rabe, ver­passte Falcao doch ver­let­zungs­be­dingt das Tur­nier im Nach­bar­land.

Nun müssen es die großen Zwei wieder richten und haben viel zu ver­lieren. Bayern-Neu­zu­gang James wird in Kolum­bien vor dem letzten und ent­schei­denden Spieltag hart kri­ti­siert. Sollte Kolum­bien das Ticket für Russ­land in Peru ver­spielen, wird ihn die ganze Wucht der Ent­täu­schung treffen. Eigent­lich war Kolum­bien schon durch, doch zwei Fehler von Keeper David Ospina gegen Para­guay am Don­nerstag bei der 1:2‑Heimschlappe mischten die Karten völlig neu und die Cafe­teros“ stehen urplötz­lich mit dem Rücken zur Wand.

Schafft es Peru end­lich wieder?

Dafür ist bei den gast­ge­benden Perua­nern die Stim­mung wie kurz vor Mit­ter­nacht bei Sil­vester. Seit Tagen spricht in Lima nie­mand mehr über ein anderes Thema als das End­spiel“ gegen Kolum­bien. Darauf haben wir die ganzen Monate hin­ge­ar­beitet, dass wir am letzten Spieltag unser Schicksal in den eigenen Händen haben und das in einem Heim­spiel“, sagte Perus Trainer Ricardo Gareca. Gewinnt Peru gegen Kolum­bien, ist die stolze Anden­na­tion erst­mals seit 36 Jahren wieder bei einer WM dabei und eine lan­des­weite Party in Rot und Weiß ist sicher.

Unver­hofft könnte auch Para­guay zur Par­ty­na­tion werden: Der glück­liche Aus­wärts­sieg in Kolum­bien hat in Asun­cion noch einmal alle Kräfte mobi­li­siert. Gelingt der fest ein­ge­plante Heim­sieg gegen die zuletzt aller­dings starken Vene­zo­laner, dürfte Para­guay zumin­dest auf dem Play-off-Platz fünf landen. Davon konnte ganz Para­guay vor dem ver­gan­genen Don­nerstag nur noch träumen. Dann griff Ospina daneben.