Seite 2: Werner wer?

Stefan Bell
Liebe Zah­len­fe­ti­schisten und Sta­tis­tik­fans, ölt den Taschen­rechner, lehnt euch zurück und genießt. Hier kommen die Fakten zu Stefan Bells Dop­pel­pack gegen den FC Schalke 04: Sein erstes Tor war nicht nur sein zweites Sai­sontor, son­dern zugleich auch das 400. Bun­des­li­gator in der Geschichte von Mainz 05. Sein zweites Tor war dem­entspre­chend nicht nur das 401. Bun­des­li­gator in der Geschichte von Mainz 05, son­dern zugleich auch der erste Dop­pel­pack, den ein Mainzer Abwehr­spieler in der nun­mehr 401 Bun­des­li­ga­tore langen Geschichte geschnürt hat. Fun Fact am Rande: Sub­tra­hiert man das 400. vom 401. Tor, erhält man die Wahr­schein­lich­keit in Pro­zent, dass Stefan Bell je wieder einen Dop­pel­pack erzielt. 

Chris­tian Streich
In der ersten Halb­zeit habe ich ganz viele Dinge falsch gemacht. Wir haben furchtbar gespielt, dafür gibt es nur einen Ver­ant­wort­li­chen. Näm­lich: Mich.“ Sagte nicht etwa einer der Frei­burger Spieler, die am Samstag gegen den VfB Stutt­gart in der Startelf herum stol­perten, son­dern ihr Trainer, Chris­tian Streich. Wie kommt er nur darauf? Offen­sicht­lich habe ich es nicht ver­standen, der Mann­schaft Ruhe und Sou­ve­rä­nität zu geben.“ Aha. Zur Halb­zeit brachte er dann aber doch lieber Höfler und Darida, statt Ruhe und Sou­ve­rä­nität. Am Ende stand ein nach 45 Minuten kaum für mög­lich gehal­tener Punkt­ge­winn. Und ein Trainer vor seiner Mann­schaft. Wäre Chris­tian Streich nicht schon Träger des Mark­gräfler Gut­edel­preises“, man müsste ihn nomi­nieren.

Nils Petersen
Stell dir vor du triffst auf einen Ex-Trainer, er dich zum Schluss immer weniger hat spielen lassen. Was gibt es Schö­neres, als gegen genau diesen Ex-Trainer einen Dop­pel­pack zu erzielen? Einen ziem­lich häss­li­chen Dop­pel­pack erzielen. Wie das geht, hat Nils Petersen am Wochen­ende ein­drucks­voll bewiesen. Bei Werder von Damals-Trainer-Dutt nur noch spo­ra­disch ein- und oft auf den Flügel straf­ver­setzt, zeigte Petersen für Frei­burg, was er kann, wenn man ihn nur lässt. Ver­wan­delte einen Elf­meter der Marke Haupt­sache drin“ und stellte sein Füss­chen in das 2:2, dass das Wort Abstauber über­legt, Klage auf Ruf­mord ein­zu­rei­chen. Das Schicksal nimmt nichts, dass es nicht gegeben hat“, heißt es schon bei Seneca. Und jetzt auch für Robin Dutt und Nils Petersen.

Max Kruse
Er hatte seit sechs Monaten nicht mehr aus dem Spiel heraus getroffen. Und auch gegen Wolfs­burg schien Max Kruse zunächst vom Glück ver­lassen. Er lief ohne Unter­lass, gab Vor­lagen zu besten Chancen und hatte selbst zwei dicke Mög­lich­keiten. Doch das Tor wollte ein­fach nicht fallen. Bis in die 90. Minute hinein. In der machte Kruse die Bude, sicherte Glad­bach min­des­tens Platz vier und Bayern die End­gültig-Meis­ter­schaft. Und trotzdem war er nach dem Schluss­pfiff so cool, als wäre auch das Herz tarn­farben wie sein Mase­rati. Musst halt auch mal den Punch setzen in der letzten Minute“, schnod­derte er in die Mikro­fone und ging von dannen. Eis­würfel nach­tanken. 

Tobias Werner
Der Werner, das ist ein Guter!“ — Timo Werner von Stutt­gart?“ — Nein.“ — Mike Werner?“ — Nein. Tobias Werner!“ — Werner wer?“ Tobias Werner! Einer der viel­leicht unter­schätz­testen Profis der Bun­des­li­ga­ge­schichte. Dabei ist er schnell, tech­nisch stark und ver­mut­lich selbst noch beim Eins gegen Eins mit sich selbst mann­schafts­dien­lich. Allein in dieser Saison hat Werner übri­gens schon wieder mehr Scor­er­punkte auf dem Konto als Hakan Calha­noglu, Kevin Volland oder Mario Götze. Und auch am Wochen­ende gab er zunächst eine Vor­lage, ehe er das zwi­schen­zeit­liche 2:2 gleich selbst besorgte. Ein Tor, typisch Werner. Startet in die Gasse, täuscht eine schlechte Ball­an­nahme an, nur um so den ent­schei­denden Raum zu erhalten, und eis­kalt zu voll­stre­cken. Der Werner, das ist ein Guter! Wollten wir nur mal gesagt haben.