Selbst in den Weiten des Inter­nets ist es gar nicht so leicht, Infor­ma­tionen zu Mohamed Kamara zu finden. Sein eng­lisch­spra­chiger Wiki­pedia-Ein­trag verrät neben ein paar per­sön­li­chen Daten wie Geburts­datum und Größe, dass er bis­lang in seinem Hei­mat­land Sierra Leone als Tor­wart für die Klubs FC Johansen und East End Lions aus der Haupt­stadt Free­town auf­ge­laufen ist. Trans​fer​markt​.de bezif­fert den Markt­wert des 22-Jäh­rigen auf 100.000 Euro.

Am Dienstag jedoch gingen Bilder vom Mohamed Kamara um die ganze Welt. Denn der Keeper war maß­geb­lich daran betei­ligt, dass Sierra Leone beim dies­jäh­rigen Afrika-Cup die bis­lang größte Sen­sa­tion gelang. In ihrem ersten Grup­pen­spiel seit 1994 rang die Mann­schaft dem amtie­renden Afri­ka­meister Alge­rien ein 0:0 ab. Immer wieder schei­terte der pro­mi­nent besetzte alge­ri­sche Angriff um Riyad Mahrez und Yacine Bra­himi an Mohamed Kamara. Beson­ders bemer­kens­wert war dabei die Art und Weise, wie der Keeper die Chancen der Alge­rier ver­ei­telte.

Ret­tungs­taten innen- und außer­halb des Straf­raums

Immer wieder stürmte er aus seinem Tor heraus, boxte Bälle ein­händig aus dem Straf­raum, bekam auf der Linie noch gerade recht­zeitig eine Hand nach oben gerissen. Bis­weilen wirkte sein Tor­wart­spiel etwas unkon­ven­tio­nell, etwa als er Yacine Bra­himi sogar außer­halb des Sech­zeh­ners den Ball vom Fuß grätschte. Ins­ge­samt kam Kamara im Spiel auf sieben Paraden, viermal ging er erfolg­reich in Eins-gegen-eins-Situa­tionen fernab seiner Tor­linie.

Mit seinem Auf­tritt sorgte Kamara dafür, dass Alge­rien zum ersten Mal seit 35 Spielen ohne eigenen Tor­er­folg blieb. Nur logisch, dass er anschlie­ßend zum Spieler des Spiels gekürt wurde –was den 22-Jäh­rigen wie­derum kom­plett über­wäl­tigte. Mit Tränen in den Augen hielt er die Tro­phäe in die Kameras und ver­suchte ver­geb­lich, ein paar Worte her­vor­zu­stam­meln.

Lob von Antonio Rüdiger

Für seinen emo­tio­nalen Auf­tritt und nicht zuletzt für seine Leis­tung bekam Kamara im Netz jede Menge Zuspruch. Sogar von pro­mi­nenter Stelle: Nach dem Spiel pos­tete Antonio Rüdiger, dessen Mutter aus Sierra Leone stammt, ein Bild aus der Kabine des FC Chelsea. Stolz prä­sen­tierte er die Fahne von Sierra Leone und kürte den Tor­wart eben­falls zum Spieler des Spiels, indem er schrieb: Mohamed Kamara my MOTM #Cleans­heet“.

Der gha­nai­sche Sport­jour­na­list Sad­dick Adams offen­barte bei Twitter dann übri­gens doch noch Wis­sens­wertes über Mohamed Kamera. Sein Spitz­name in Sierra Leone laute näm­lich Fabi­anski“ nach dem pol­ni­schen Natio­nal­tor­wart. Aller­dings, warf Adams augen­zwin­kernd ein, sei Kamara nun sogar besser als sein Idol“.