Wer als kleiner Mann mal nach oben kommen will, zumin­dest ein biss­chen was Erspartes seinen Kin­dern hin­ter­lassen möchte, braucht eine Immo­bilie. Das war die Schluss­fol­ge­rung der ARD-Doku­men­ta­tion Ungleich­land“, die über die immer größer wer­dende Schere zwi­schen Arm und Reich berich­tete. Das Pro­blem: In Deutsch­land, ganz beson­ders in den Groß­städten, gehören ein Groß­teil aller Häuser ver­mö­genden Inves­toren und ihren Firmen. Keine Chance also, für den kleinen Mann, nur mit Leis­tung nach oben zu kommen.

Fatales Signal

Ges­tern Abend gab die Deut­sche Fuß­ball-Liga ihre Ent­schei­dung bekannt, dass Hol­stein Kiel im Fall eines Auf­stiegs in die Bun­des­liga nicht im hei­mi­schen Hol­stein-Sta­dion spielen dürfte. Nicht, weil es nicht schön genug ist. Oder weil der Beton krebs­er­re­gende Stoffe ent­halten würde. Nein, der DFL ist das 10.000 Zuschauer fas­sende Hol­stein-Sta­dion ein­fach nicht groß genug. Es bräuchte min­des­tens 15.000 Plätze, davon 8.000 Sitz­plätze.

Die Ent­schei­dung des Ver­bands ist nicht nur furchtbar unge­recht. Es setzt auch ein fatales Signal an jeden anderen Klub, der mit natür­li­chen Mit­teln nach oben kommen will.

Wer setzt noch auf natür­li­ches Wachstum?

Vor einem Jahr fei­erten die Men­schen in Kiel, ja in ganz Schleswig-Hol­stein, den Auf­stieg in die 2. Liga. End­lich wieder große Fuß­ball­bühne, sie hatten es gepackt. Bis dahin hieß es ja immer, Dritt­li­ga­motto sei dank: Wer Dritter ist, will Erster werden.“ Und wäh­rend Kiel eine sen­sa­tio­nelle Debüt­saison spielt, gehen die Ver­eine der 3. Liga rei­hen­weise pleite. Erfurt und Chem­nitz steigen nicht nur ab, sie sind auch insol­vent, und den Kom­munen, die als Eigen­tümer übri­gens eine Menge Steu­er­gelder auf­brachten, ist nun angst und bange um ihre neuen und teuren Sta­dien. Der Deut­sche Fuß­ball-Bund, der beim Anblick der sich über­nom­menen Ver­eine längst nervös geworden ist, ruft der­weil dazu auf, dass die Ver­eine auf natür­li­ches Wachstum statt Hau-Ruck-Wirt­schaft setzen sollten.