Wenn heute Abend zum 20. Mal um den offi­zi­ellen deut­schen Supercup gespielt wird, dann werden mehr als 80.000 Men­schen das größte Sta­dion in Deutsch­land füllen und Fans in 200 Län­dern die Partie live im Fern­sehen ver­folgen.

Was mag ein 87-jäh­riger Ham­burger Diplom­kauf­mann wohl denken, wenn die Partie ange­pfiffen wird? Viel­leicht erin­nert er sich an einen kalten Janu­artag des Jahres 1977, an dem sehr vieles, was schief­gehen konnte, mal so richtig schief­ging, der aber trotzdem Geschichte schrieb. Und zwar als der Tag, an dem Dr. Peter Krohn den deut­schen Supercup erfand.

Mike Krüger als Lini­en­richter

Neue­rungen waren die Spe­zia­lität des Mannes. Der HSV jener Tage trug den Bei­namen Zirkus Krohn“ nicht nur des­halb, weil sein Manager das Team nach einem Pokal­spiel mal mit einem Ele­fanten am Bahnhof emp­fangen wollte. (Das Spe­ka­takel wurde vom Ord­nungsamt unter­sagt, hält sich aber bis heute hart­nä­ckig als Legende.) Krohn ließ die Profis in rosa Hemden auf­laufen, um die Ham­burger Damen­welt zu bezirzen, er führte Show­trai­nings ein, bei denen Schorn­stein­feger über den Rasen radelten, Udo Lin­den­berg ins Mikro schmet­terte, Mike Krüger als Lini­en­richter ein­ge­setzt wurde oder eine Blas­ka­pelle das Publikum unter­hielt. 

Viele Leute schüt­telten den Kopf über Krohn, aber ers­tens brachte er seinen bis dahin etwas spröden Verein ins Gespräch. Zwei­tens hatte er Erfolg: Im Juni 1976 holte der HSV den DFB-Pokal im Finale gegen den 1. FC Kai­sers­lau­tern. Und drit­tens wusste Krohn, wie man sogar Nie­der­lagen noch zu Gewinn macht. Denn als der HSV in der nächsten Pokal­saison schon in der zweiten Runde die Segel strei­chen musste, kam ihm eine Idee.