Seite 2: Erst durch die Entlassung ins Wanken geraten

Trotzdem unter­lagen Nor­bert Meier, Holger Fach und eine Reihe neuer Spieler der Ver­su­chung, ihr ganz eigenes Mär­chen zu schreiben. Gelockt vom Reiz des neuen oder aber­ma­ligen Wahn­sinns. Für die Spieler ist dieser Traum noch nicht vorbei. Für Meier und Fach schon. 

Es ist schier unmög­lich jetzt schon abzu­sehen, woran die beiden geschei­tert sind. Darm­stadt steht auf dem Rele­ga­ti­ons­platz, in Schlag­weite zur Son­nen­seite der Tabelle. Und wo anders sollte man diesen Klub ver­muten?

Nur beim Gast­spiel in Dort­mund wurde die Mann­schaft in dieser Saison mit 0:6 regel­recht abge­schlachtet. Das ist dort schon ganz anderen pas­siert. Auf der anderen Seite gingen die ver­gan­genen sechs Pflicht­spiele alle­samt ver­loren. Eine Pokalb­la­mage bei Viert­li­gist FCA Wall­dorf inklu­sive.

Kehren neue Besen wirk­lich besser?

Inwie­fern das nun am Trainer Meier liegt, ist für den Moment den­noch uner­gründ­lich. Es bestünde kein Riss zwi­schen Trainer und Mann­schaft“, betonte Prä­si­dent Fritsch im Zuge der Tren­nung. Wer die Auf­tritte der Mann­schaft auch nur am Rande ver­folgt hat, sollte das besser glauben.

Ob es Meiers feh­lendes Glück war, ob neue Besen wirk­lich besser kehren“ (Prä­si­dent Fritsch), oder ob die aber­mals neu zusam­men­ge­wür­felte Mann­schaft in dieser Saison viel­leicht doch ein­fach nicht gut genug ist, sollen die beur­teilen, die es hin­terher schon immer gewusst haben.

Ein Dampfer, der erst durch die Ent­las­sungen ins Wanken gerät

Und sollte sich erweisen, dass es an der Qua­lität des Spie­ler­ma­te­rials gelegen hat, dann sicher nicht, weil Meier und Fach einen schlechten Job gemacht hätten. Es ist eben so: Unge­bor­genes Gold findet sich im Staub, abseits aus­ge­tre­tener Pfade. Nur manchmal ein­fach nicht genug.

Bloß eines stimmt dem­nach wirk­lich nach­denk­lich: Der Zeit­punkt der Tren­nung. Drei Spiele sind es noch bis zur Win­ter­pause. Bis dahin über­nimmt der als Chef­trainer im Pro­fi­be­trieb gänz­lich uner­fah­rene Ramon Bern­droth das Ruder des Damp­fers, der sich aktuell zwar in unru­higem Fahr­wasser befand, aber so richtig ins Wanken erst durch die jüngsten Ent­las­sungen geraten scheint. 

Genü­gend Drama an der Tabel­len­spitze

Spä­tes­tens bis zum Trai­nings­auf­takt der Rück­runde soll ein Nach­folger für Nor­bert Meier gefunden werden. Schwer vor­stellbar, dass Bern­droth in den bis dahin ver­blei­benden Spielen in Frei­burg, gegen die Bayern und in Berlin mehr aus­richten kann, als sein Vor­gänger. Gewiss ist hin­gegen: Die Chance, aus Rück­schlägen gemeinsam Kraft zu ziehen, ist dahin. 

So bleibt das Gefühl, dass sich Darm­stadt ganz von allein um ein wei­teres Mär­chen betrogen hat. Wollen wir hoffen, um von vorn zu beginnen. Um ein wei­teres Mär­chen zu schreiben. Elen­diges Drama findet sich an der Tabel­len­spitze der Liga schließ­lich schon genug.