EM 1988
Vor­runde: Nie­der­lande – UdSSR 0:1
Acht Jahre lang hatte sich Hol­land nicht mehr für eine EM oder WM qua­li­fi­ziert. 1988 in Deutsch­land war man end­lich wieder dabei. Und mit Spie­lern wie Ruud Gullit, Marco van Basten, Frank Rij­kaard und den Koeman-Brü­dern zählte Oranje gleich zum Favo­ri­ten­kreis. Doch im Auf­takt­spiel gegen die UdSSR hieß es nach einem Treffer von Was­sili Raz 0:1. Zu passiv agierte die Nie­der­lande, statt Titel­träumen kur­sierte die Angst vor einem vor­zei­tigen Aus. In den fol­genden Vor­run­den­spielen gewann das Team von Trainer Rinus Michels gegen Irland und Eng­land und kam doch noch weiter, im Halb­fi­nale schlug man sogar Gast­geber Deutsch­land mit 2:1.

Finale: Nie­der­lande – UdSSR 2:0
Van Basten und Co. hatten aus der Nie­der­lage in der Vor­runde gelernt und gingen von Beginn an in die Offen­sive. In der 33. Minute erzielte Kapitän Ruud Gullit mit einem wuch­tigen Kopf­ball das 1:0. Die Ent­schei­dung fiel in der 54. Minute. Eine eigent­lich zu weit geschla­gene Flanke von Arnold Mühren nahm Marco van Basten direkt und traf aus unmög­li­cher Posi­tion genau in den Tor­winkel. Die Nie­der­lande holte her­nach ihren ersten Titel. Mit einem der schönsten Tore aller Zeiten.

EM 1996
Vor­runde: Deutsch­land – Tsche­chien 2:0
Für Tsche­chien war es nach der Tei­lung der Tsche­cho­slo­wakei das erste große Tur­nier. Gegen die aus­ge­buffte DFB-Elf verlor das junge Team seine Pre­miere nach Toren von Chris­tian Ziege und Andreas Möller 0:2. Bei Deutsch­land ver­letzte sich Kapitän Jürgen Kohler nach 14. Minuten so schwer am Knie, dass die EM für ihn schon gelaufen war. Ein erster Vor­ge­schmack auf eine unglaub­liche Ver­letz­tungs­mi­sere der DFB-Kicker bei diesem Tur­nier. Trotzdem erreichten sowohl die Jungs von Bun­des­trainer Berti Vogts als auch die unter­le­genen Tsche­chen das Finale in Wem­bley.

Finale: Deutsch­land – Tsche­chien 2:1 n.GG.
Im Laufe des Tur­niers ent­wi­ckelten sich die Tsche­chen zum Favo­ri­ten­schreck. Ita­lien und Russ­land wurden in der Vor­runde eli­mi­niert, danach bekamen Por­tugal und Frank­reich das Nach­sehen. Auch die deut­sche Natio­nal­mann­schaft merkte im Finale schnell, dass da ein anderer Gegner als noch in der Vor­runde auf sie war­tete. Vor allem ein Mann hatte sich in den Fokus gespielt: Karel Poborsky. Im Finale war er an der tsche­chi­schen Füh­rung betei­ligt, als er in der 59. Minute auf das deut­sche Tor stürmte und DFB-Libero Mat­thias Sammer vor dem Straf­raum zur Jahr­hun­dert­grät­sche ansetzte. In hohem Bogen über­sprang Poborsky ohne Berüh­rung die Attacke und lan­dete im Straf­raum. Schieds­richter Pier­lugi Pai­retto ent­schied indes auf Straßfstoß, den Patrik Berger zum 1:0 ver­wan­delte. Allein, für den Titel reichte es nicht. Berti Vogts wech­selte Oliver Bier­hoff ein. Der Rest ist gol­dige Fuß­ball­ge­schichte.

EM 2004
Vor­runde: Por­tugal – Grie­chen­land 1:2
Alles war bereitet für die por­tu­gie­si­sche Party. EM im eigenen Land, Eröff­nungs­spiel gegen Außen­seiter Grie­chen­land – was sollte da noch schief­gehen? Gut, Natio­nal­coach Luiz Felipe Sco­lari drückte ein biß­chen auf die Bremse, ließ die auf­re­genden Jung­spunde Cris­tiano Ronaldo und Deco auf der Bank. Aber es gab ja noch die Alt­stars Luis Figo und Rui Costa. Alles super also. Bis Schieds­richter Pier­luigi Col­lina das Spiel an- und 90 Minuten später beim Stand von 2:1 für Grie­chen­land abpfiff. Party geplatzt, Stim­mung im Eimer.

Finale: Por­tugal – Grie­chen­land 0:1
Zum ersten Mal in der EM-Geschichte trafen im Finale die Mann­schaften auf­ein­ander, die auch das Eröff­nungs­spiel bestritten hatten. Schneller als gedacht ergab sich so für Por­tugal die Chance auf Revanche – mit dem schönen Neben­ef­fekt, Euro­pa­meister zu werden. Es erschien unmög­lich, dass die Grie­chen noch einmal über sich hin­aus­wachsen. Zumal Por­tugal zu einem echten Team gewachsen war, mitt­ler­weile mit Deco und Cris­tiano Ronaldo als Stamm­spie­lern. Doch Grie­chen­land erwies sich erneut als abso­luter Par­ty­killer und wohl schlech­tester Gast in der Euro-His­torie. Angelos Cha­ris­teas köpfte in der 57. Minute den 1:0‑Siegtreffer.