Seite 2: Von Unicef zu Qatar Foundation

2006 dann der Tabu­bruch – aller­dings eben­falls zunächst für den guten Zweck: Plötz­lich zierte der Schriftzug Unicef die Spiel­klei­dung. Unent­gelt­lich warb der FC Bar­ce­lona für die Hilfs­or­ga­ni­sa­tion und spen­dete dahin­ge­hend 1,5 Mil­lionen Euro jähr­lich für Hilfs­pro­jekte an das Kin­der­hilfs­werk.

Da war sie wieder, die Ein­zig­ar­tig­keit dieses Klubs. Das Barca-Motto Mes que un club“, mehr als ein Verein, schien mehr als bloßes Mar­ke­ting zu sein. Oder?

165 Mil­lionen zum Ver­gessen

Vier Jahre später ließen 165 Mil­lionen Euro die Ver­ant­wort­li­chen vieles von dem ver­gessen, wofür der Verein über ein Jahr­hun­dert lang gestanden hatte. Statt Unicef war auf den Tri­kots nun Qatar Foun­da­tion zu lesen. Und damit ein Geschäft mit den reichsten Män­nern der Welt und einem Land abge­schlossen, das grund­le­gende Men­schen­rechte miss­achtet, Homo­se­xua­lität gesetz­lich ver­bietet und in dem nach wie vor die Todes­strafe gilt. Der FC Bar­ce­lona – mehr als ein Verein. Soso.

Unicef war eine noble Geste. Und half dabei, das Fan-Auge an Schrift­züge auf den legen­dären rot-blauen Tri­kots zu gewöhnen.

Mike Tysons Buddy als Sponsor?

Wes­wegen sich manche Fans nun sorgen: Wird es mit dem Camp Nou ähn­lich ablaufen? Ein Sta­dion, das seit der Eröff­nung 1957 ohne Sponsor aus­ge­kommen war. Fest steht: Für die Saison 2023/24 war ohnehin eine Umbe­nen­nung geplant. Wer die Rechte am Sta­di­on­namen bekommen wird, ist noch nicht bekannt. Aller­dings soll der Verein dadurch einen Gewinn in Höhe von 300 Mil­lionen Euro machen und die Rechte für 25 Jahre ver­kaufen, heißt es.

Wie die Daily Mail nun berichtet, plant der bri­ti­sche Mil­li­ardär Alki David die Namens­rechte am Camp Nou zu kaufen. Er ist Mit­glied der Leventis-Familie, die unter anderem Abfüll­an­lagen für Coca Cola besitzen. Außerdem führt der 51-Jäh­rige ein CBD-Busi­ness mit seinem Freund Mike Tyson, das erst kürz­lich einen Deal mit Hanf­pflanzen im Wert von 1,5 Mil­lionen Euro abge­wi­ckelt haben soll. 

David habe bereits Kon­takt mit den Ver­ant­wort­li­chen des FC Bar­ce­lona auf­ge­nommen und sehe gute Chancen, die Rechte zu bekommen. Welche seiner Firmen in den Sta­di­on­namen inte­griert werden würde, ließ der Mil­li­ardär noch offen, Ideen hat er aber schon: Swissx Nou Camp hört sich gut an, das ist mein Favorit im Moment.“