Wie wun­derbar es klingt, wenn die Bun­des­li­ga­kon­fe­renz am Samstag vom Max-Mor­lock- ins Volks­park­sta­dion springt, am Mill­erntor einen Abste­cher macht, ehe es an die Alte Förs­terei geht.

Nicht in irgend­welche Arenen oder Parks, deren Namen nicht mehr von Ver­si­che­rungs­häu­sern, Bau­märkten oder Spie­lo­theken zu unter­scheiden sind. In einer durch­kom­mer­zia­li­sierten Fuß­ball­welt ist weniges heilig geblieben. Daher gehört es in Deutsch­land mitt­ler­weile zur Rarität, wenn Ver­eine die Namens­rechte des Sta­dions nicht ver­kauft haben. In anderen euro­päi­schen Ligen wie in Eng­land und Spa­nien scheinen sie sich da noch ein gewisses Hei­ligtum zu bewahren. Doch nun geht es einem der mythen­reichsten Sta­dien der Welt an den Kragen: dem Camp Nou.

Der FC Bar­ce­lona will die Namens­rechte seines Sta­dions für die kom­mende Saison ver­kaufen. Die Ein­nahmen sollen gespendet und im Kampf gegen das Coro­na­virus ein­ge­setzt werden. So sollen vor allem For­schungs­pro­jekte Unter­stüt­zung erfahren. In einer Zeit der huma­ni­tären Krise halten wir es für uner­läss­lich, alle ver­füg­baren Ver­mö­gens­werte zu akti­vieren, um die Coro­na­virus-Pan­demie und ihre Folgen zu bekämpfen“, sagte Jordi Car­doner, Vize-Prä­si­dent vom FC Bar­ce­lona.

Die Namens­fin­dung wird an die Barca Foun­da­tion abge­treten, die sich nun um einen Sponsor küm­mert, der die Rechte für min­des­tens ein Jahr erhält. Dabei soll die Wen­dung Camp Nou im Namen erhalten bleiben. Soweit, so prima.

Des Kai­sers Kleid

Dass Bar­ce­lona vor einigen Jahren schon einmal vor einer ähn­li­chen Situa­tion stand, sollte dabei aller­dings nicht ver­gessen werden.

107 Jahre lang trugen die Kata­lanen ihr Trikot ohne Sponsor auf der Brust. Ein­fach nur rot-blau-rot-blau-rot. Beim Anblick dieser Farben schießen Fuß­ball­fans Bilder durch den Kopf wie bei kaum einem anderen Trikot. Johan Cruyff, Ronald­inho, Xavi. Dieses gestreifte Shirt – es muss des Kai­sers Kleid sein.