Seite 2: Warum der BVB sein Problem selbst schaffte

Eine Situa­tion, für die die Ver­eins­füh­rung von Borussia Dort­mund übri­gens ganz allein ver­ant­wort­lich ist. Im Winter wurde Peter Stöger geholt, danach ver­säumten es Watzke, Michael Zorc und Kum­panen seine Posi­tion öffent­lich zu ver­tei­digen. Das Not­nagel-Image“ ver­stärkte sich von Woche zu Woche. Die von Stöger zur Schau gestellten Lust­lo­sig­keit, die im Das ist auch gut so“-Interview gip­felte und später durch den Trainer (alles nicht so gemeint gewesen) wieder glatt­ge­bü­gelt werden musste, ver­schlim­merte sich die unan­ge­nehme Situa­tion oben­drein.

Trau­rige (Fußball-)Welt

Auch auf­grund der all­ge­meinen Frus­tra­tion rund ums West­fa­len­sta­dion ist nicht davon aus­zu­gehen, dass Stö­gers Ver­trag ver­län­gert wird. Der Verein sucht wohl nach einer Lösung: Lucien Favre, Julian Nagels­mann, Thomas Tuchel – oder spielt Stöger für eine wei­tere Saison den Not­nagel? Wir werden sehen.

Muss Borussia Dort­mund als Akti­en­un­ter­nehmen beson­ders darauf achten, dass Infor­ma­tionen zu Trai­ner­wech­seln, Spie­ler­trans­fers oder Lie­bes­kummer von Platz­wärten nicht durch zufäl­lige Inter­views ans Licht kommen, son­dern durch soge­nannte Ad-hoc-Mel­dungen? Viel­leicht.

Doch es ist eine trau­rige (Fußball-)Welt, in der sich Spieler nicht einmal mehr in ein TV-Studio setzen können, solange sie für alles, was nicht aus­ge­höhlten Phrasen gleicht, sofort straf­zahlen müssen. Am Sonntag sagte Rode nur, wel­chen Ein­druck er und seine Mann­schaft von dieser Posse hätten. Alles andere wäre eine Lüge gewesen. Sie glauben, dass Peter Stöger am Sai­son­ende geht. Und damit sind sie nicht allein.

Rode war ehr­lich

Sebas­tian Rode war ein­fach ehr­lich. Und das ist, um seinen Trainer zu zitieren, auch gut so. Viel­leicht sollte das der Verein akzep­tieren. Und statt einer Rech­nung für schlechtes Benehmen end­lich eine Ad-hoc-Mel­dung vor­be­reiten.