Peter Stöger hatte sich das schwarze Base­ballcap tief ins Gesicht gezogen. Im Schatten des Schirms und umrandet von der schwarzen Brille waren die Augen kaum noch zu erkennen. Seine Worte waren aber deut­lich zu hören: Mein Dienst­ver­hältnis geht bis zum 30. Juni – und das ist gut so.“

Gerade eben hatte Borussia Dort­mund 0:2 gegen den Revier­ri­valen Schalke 04 ver­loren. Ide­enlos, zahm und unmo­ti­viert wirkte die Mann­schaft von Peter Stöger, eine Blau­pause für die Ent­wick­lung und den Fuß­ball unter dem Trainer, der seit Dezember beim Ball­spiel­verein das Sagen hat. Und der in diesem Inter­view, aber auch später in der Pres­se­kon­fe­renz, Frust und Resi­gna­tion spüren ließ. 30. Juni, dann ist Schluss und das ist auch gut so: Das war das Signal nach dem Derby.

Wir gehen davon aus“

Am Sonntag, einen Monat nach dem Spiel, saß Sebas­tian Rode auf dem Sky“-Sofa von Jörg Won­torra. Rode, der seit Sai­son­be­ginn mit einer Leis­ten­ver­let­zung aus­setzen musste, äußerte sich zur per­sön­li­chen Zukunft:

Es geht ein­fach darum, dass ich mich dem neuen Trainer prä­sen­tiere.“ Won­torra: Ihrer Mann­schaft ist schon bewusst, dass Peter Stöger am Ende der Saison auf­hört?“ Rode: Davon gehen wir aus. So wie er sich auch aus­drückte in der Kabine.“

Keine Interna

Auf­grund dieser Sätze muss Sebas­tian Rode nun eine Geld­strafe zahlen. Wir werden ihn zu einem Gespräch bitten und ihn ent­spre­chend sank­tio­nieren“, hat Hans-Joa­chim Watzke bereits dem kicker erklärt. Auch, weil Rode sich kri­tisch zum Umgang mit Kapitän Marcel Schmelzer geäu­ßert hatte.

Es ist schon wahn­sinnig, dass erwach­sene Men­schen eine Strafe zahlen müssen, weil sie Offen­sicht­li­ches aus­spre­chen. Ja, Sebas­tian Rode hat das Wort Kabine“ ver­wendet. Von Interna kann aber keine Rede sein. Das hat nicht einmal großen Neu­ig­keits­wert. Kein wört­li­ches Zitat, nicht das Ver­halten von Peter Stöger hat der Spieler geschil­dert, son­dern ein­fach nur den Ein­druck, den die Mann­schaft der­zeit von der Situa­tion hat.