Seite 2: Trainer und Typ der Saison

Trainer der Saison
Jupp Heynckes

Mehr Erfah­rung auf der Bank war nie und echte Klasse jen­seits des Spiels

Ein erfah­re­neres Trai­ner­team gab es in der Geschichte der Bun­des­liga noch nie, allein das Trio Heynckes/​Hermann/​Gerland brachte die sagen­hafte Zahl von ins­ge­samt 3552 Spielen auf der Trai­ner­bank mit, Hun­derte eigener Ein­sätze wäh­rend ihrer Spie­ler­kar­rieren gar nicht ein­ge­rechnet. So ver­wun­derte es auch nicht, dass sie den FC Bayern relativ zügig wieder in eine Sie­ges­ma­schine ver­wan­delten, nachdem sie im Spät­sommer in schwie­riger Situa­tion von Carlo Ance­lotti über­nommen hatten. Die gewal­tige Über­le­gen­heit der Münchner in der Bun­des­liga über­deckte mit­unter sogar den Umstand, wie gut sie eigent­lich spielten. Denn die Rou­ti­niers auf der Trai­ner­bank ließen ihre Mann­schaft durchaus auf Höhe der Zeit spielen und ver­wal­teten die sport­liche Klasse ihres Teams nicht nur. Zugleich strahlten sie etwas aus, das nie aus der Zeit fallen wird: Respekt und Würde, Fair­ness im Umgang mit­ein­ander sowie Größe in der Nie­der­lage.

1. Heynckes – Her­mann, Ger­land, Tapal­ovic, Broich, Sagnol (41 Punkte)
2. Korkut – Aracic, Cher­undolo, Langner, Schif­fers (34 Punkte)
3. Nagels­mann – Kal­ten­bach, Mata­razzo, Rechner, Weigl, Glück (31 Punkte)

Typ der Saison
Jonas Hector

Mit dem Nicht­ver­eins-wechsel des Jahres setzte er ein beson­deres Zei­chen


Manch sport­li­ches Schei­tern deutet sich an, der Abstieg des 1. FC Köln hin­gegen kam uner­wartet und brutal. Aber er hatte noch eine Wen­dung, die kaum jemand erwartet hatte. Jonas Hector, ein­ziger deut­scher Natio­nal­spieler des Klubs, ent­schied sich trotz Abstiegs zu bleiben. Nicht nur in Köln wurde er dafür gefeiert, als würde sich da einer trotzig den Zeiten ent­ge­gen­stellen, in denen sich Berufs­kol­legen wie Aub­ameyang oder Dem­bélé sogar aus Ver­trägen streikten. Hector selbst wollte das nicht so ver­standen wissen: Die Ent­schei­dung ist nicht gefallen, weil ich ein State­ment gegen die Sitten im modernen Fuß­ball setzen wollte.“ Es war also keine Ent­schei­dung gegen etwas, son­dern für ein Leben mit seinen Freunden und einen Ort, an dem es sich für ihn beson­ders gut leben lässt. Also: eine echte Sen­sa­tion.

1. Jonas Hector (44 Punkte)
2. Chris­tian Streich (42 Punkte)
3. Per Mer­te­sa­cker (32 Punkte)